
Energiekrise in Kiew: Selenskyj nutzt Notstand für politische Abrechnung mit Klitschko

Während Hunderttausende Ukrainer bei eisigen Temperaturen ohne Strom und Heizung ausharren müssen, entbrennt in der ukrainischen Hauptstadt ein politischer Machtkampf, der die wahren Prioritäten der Führungselite offenbart. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Energienotstand ausgerufen – und nutzt die humanitäre Katastrophe gleichzeitig, um seinen langjährigen Rivalen Vitali Klitschko öffentlich zu demontieren.
Humanitäre Katastrophe als Bühne für alte Fehden
Die Lage in Kiew ist dramatisch. Nach einem russischen Luftangriff am vergangenen Freitag sind die Versorgungsnetze der Dreimillionenstadt zusammengebrochen. Bei Temperaturen von minus 12 Grad tagsüber und minus 18 Grad in der Nacht sitzen die Menschen in auskühlenden Wohnungen fest. Der ukrainische Journalist Oleksyj Sorokin vom „Kyiv Independent" beschreibt die Situation unverblümt: Es gebe Orte in Kiew, die derzeit schlicht unbewohnbar seien.
Doch statt sich ausschließlich auf die Bewältigung dieser Krise zu konzentrieren, schießt Selenskyj scharf gegen den Kiewer Bürgermeister. Die Hauptstadt habe „sehr wenig unternommen", während andere Städte wie Charkiw sich vorbildlich vorbereitet hätten. Der neue Energieminister Denys Schmyhal sekundierte seinem Präsidenten im Parlament mit den Worten, Kiew habe sich „überhaupt nicht vorbereitet".
Klitschko wehrt sich gegen „ununterbrochenen Hass"
Der ehemalige Boxweltmeister und amtierende Bürgermeister ließ die Vorwürfe nicht unkommentiert. Die Kritik des Präsidenten sei nichts anderes als „ununterbrochener Hass", konterte Klitschko. Er räumte zwar ein, dass sich die Hauptstadt in der schwierigsten Lage seit Kriegsbeginn befinde, verwies aber auf die Arbeit seiner städtischen Dienste, die rund um die Uhr an den Reparaturen arbeiteten.
Die Zahlen, die Klitschko präsentierte, verdeutlichen das Ausmaß der Zerstörung: Anfangs waren 6.000 Wohnblocks – die Hälfte des gesamten Bestands – ohne Heizung. Noch immer harren 400 Wohnblocks in der Kälte aus. Für die meisten Bürger bedeutet die Situation drei Stunden Strom, gefolgt von zehn oder mehr Stunden Dunkelheit.
Ein Konflikt mit Geschichte
Der Streit zwischen Selenskyj und Klitschko ist kein neues Phänomen. Beide waren bei der Präsidentenwahl 2019 Konkurrenten, und obwohl der Krieg eigentlich einen innenpolitischen Burgfrieden erzwungen hat, flammen die Spannungen immer wieder auf. Dass Selenskyj ausgerechnet in einer humanitären Notlage die Gelegenheit ergreift, seinen Rivalen öffentlich bloßzustellen, wirft Fragen über die Prioritäten der ukrainischen Führung auf.
Europa schaut besorgt zu
Der Europarat zeigte sich alarmiert über das menschliche Leid, das durch die Zerstörung der Energieinfrastruktur verursacht wird. Menschenrechtskommissar Michael O'Flaherty sprach von gravierenden humanitären Folgen der andauernden Stromausfälle. Russland überzieht die Ukraine seit fast vier Jahren mit einem verheerenden Krieg, ein Ende ist nicht absehbar.
Während die Menschen in Kiew in sogenannten „Punkten der Unbeugsamkeit" Zuflucht suchen – 1.200 solcher Aufwärmstellen gibt es allein in der Hauptstadt –, verhandelt die ukrainische Führung über Sicherheitsgarantien und wirtschaftliche Unterstützung. Selenskyj forderte „energische Arbeit von amerikanischer Seite". Ob diese Energie auch für die frierenden Bürger in Kiew ausreicht, bleibt abzuwarten.
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