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Kettner Edelmetalle
06.03.2026
11:16 Uhr

Europas Energieversorgung am Abgrund: Gaspreise explodieren um 70 Prozent – Tanker meiden den alten Kontinent

Es ist ein Déjà-vu der schlimmsten Sorte. Vier Jahre nach dem Beginn des Ukraine-Krieges, der Europas Energiearchitektur bereits einmal bis ins Mark erschütterte, steht der Kontinent erneut vor einer Versorgungskrise monumentalen Ausmaßes. Die Eskalation des Nahostkonflikts – Israels Großangriffe auf iranische Atomanlagen und Teherans Vergeltungsschläge – hat die globalen Energiemärkte in einen Zustand versetzt, den man nur als kontrolliertes Chaos bezeichnen kann. Die europäischen Gaspreise schossen binnen weniger Tage um rund 70 Prozent in die Höhe und erreichten den höchsten Stand seit 2023.

Die Straße von Hormus: Europas Achillesferse

Im Zentrum des Dramas steht die Straße von Hormus, jene schmale Meerenge im Persischen Golf, durch die normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und LNG-Handels fließt. Durch die militärische Eskalation ist diese Lebensader des Weltenergiemarkts faktisch blockiert. Neun Tanker wurden seit Beginn des Konflikts angegriffen. Ein Rohöltanker vor dem irakischen Hafen Khor al-Zubair sei von einem iranischen Sprengboot attackiert worden, ein weiteres Schiff vor Kuwait nach einer Explosion schwer beschädigt. Rund 300 Öltanker stecken derzeit in der Meerenge fest, weitere 200 Schiffe warten vor Häfen im Persischen Golf.

Man muss sich diese Zahl auf der Zunge zergehen lassen: 500 Schiffe, die nicht fahren können. Jedes einzelne beladen mit Energie, die Europa, Asien und der Rest der Welt dringend benötigen. US-Präsident Donald Trump bot zwar Marineeskorten und staatliche Versicherungen für Tanker an – doch ob dies ausreicht, um den Verkehr wieder in Gang zu bringen, darf bezweifelt werden.

LNG-Tanker dreht Europa den Rücken zu

Besonders alarmierend ist ein Vorfall, der die neue Realität auf den globalen Energiemärkten schonungslos offenlegt: Ein LNG-Tanker mit nigerianischem Gas, die „BW Brussels", änderte mitten im Atlantik seinen Kurs. Statt wie geplant Frankreich anzusteuern, nahm das Schiff Kurs auf Asien. Das Analysehaus Kpler bezeichnete es als erstes LNG-Schiff im Atlantik, das wegen der steigenden Nachfrage in Asien umgeleitet worden sei.

Was für ein Symbolbild. Europa, einst selbstverständlicher Abnehmer globaler Energieressourcen, wird schlicht übergangen. Asiatische Käufer sind bereit, höhere Preise zu zahlen – und der Markt folgt dem Geld. Wer kann es den Händlern verdenken? Doch für die europäischen Verbraucher, die bereits unter den Nachwirkungen der Energiekrise von 2022 ächzen, ist dies eine Hiobsbotschaft.

Katar erklärt Force Majeure – und die Alternativen fehlen

Als wäre die Lage nicht bereits prekär genug, traf den globalen Gasmarkt ein weiterer Schlag: Katar, der zweitgrößte LNG-Exporteur der Welt und Lieferant von rund 20 Prozent des globalen Flüssigerdgases, erklärte Force Majeure auf seine Gaslieferungen. Bestehende Lieferverträge könnten vorübergehend nicht erfüllt werden. Branchenkenner gehen davon aus, dass es mindestens einen Monat dauern könnte, bis die Produktion wieder normal laufe. Das Problem dabei: Große Produzenten wie die USA und Australien verfügen derzeit kaum über freie Exportkapazitäten, um den Ausfall kurzfristig zu kompensieren.

Hier zeigt sich die ganze Tragweite einer Energiepolitik, die über Jahre hinweg auf ideologischen Prämissen statt auf nüchterner Realpolitik basierte. Man hat russisches Pipelinegas verteufelt, Nordstream-Pipelines gesprengt – oder deren Sprengung zumindest achselzuckend hingenommen –, und sich stattdessen in eine fatale Abhängigkeit vom volatilen LNG-Spotmarkt begeben. Wer erinnert sich noch an die vollmundigen Versprechen der EU-Kommission, Europa werde „nie wieder" in eine solche Abhängigkeit geraten?

Gasspeicher auf historischem Tiefstand

Die Zahlen sprechen eine brutale Sprache. Nach Daten von Gas Infrastructure Europe sind die europäischen Gasspeicher derzeit zu weniger als 30 Prozent gefüllt. Normalerweise liegen sie um diese Jahreszeit bei etwa 45 Prozent. Der Energieexperte Simone Tagliapietra vom Thinktank Bruegel brachte es gegenüber der Financial Times auf den Punkt: Die Lagerbestände seien zu dieser Jahreszeit noch nie so niedrig gewesen.

Und genau jetzt, in dieser Phase, in der Europa seine Speicher für den kommenden Winter auffüllen müsste, explodieren die Preise. Tagliapietra warnte unmissverständlich: Wenn das Auffüllen zu diesen Preisen geschehen müsse, wäre dies eine „enorme Belastung für Europa". Eine Belastung, die am Ende – wie immer – der einfache Bürger zu tragen haben wird.

Ölpreise und Spritkosten: Der Schock an der Zapfsäule

Der Preisschock beschränkt sich keineswegs auf den Gasmarkt. Die Ölpreise sind seit Beginn des Konflikts um rund 15 Prozent gestiegen. Europäische Dieselpreise erreichten den höchsten Stand seit Oktober 2022. In Österreich kletterten Diesel- und Benzinpreise innerhalb einer Woche um 30 bis 40 Cent – eine Entwicklung, die jeden Pendler, jeden Handwerker, jeden Spediteur unmittelbar trifft.

Raffinerien im Nahen Osten exportieren derzeit weniger Treibstoffe. Anlagen in China, Indien und der Golfregion mussten ihre Produktion teilweise reduzieren oder vorübergehend abschalten. Analysten von JPMorgan warnen vor einem noch düstereren Szenario: Sollte die Straße von Hormus länger blockiert bleiben, könnten Lieferungen aus dem Irak und Kuwait um bis zu 3,3 Millionen Barrel Öl pro Tag einbrechen. Der Irak habe seine Förderung bereits um rund 1,5 Millionen Barrel täglich reduziert, weil Tanker schlicht nicht mehr beladen werden könnten.

Die politische Dimension: Versagen mit Ansage

Was wir hier erleben, ist kein Naturereignis. Es ist das Ergebnis einer jahrelangen geopolitischen Fehlkalkulation europäischer Eliten, die glaubten, man könne gleichzeitig russisches Gas ächten, den Nahen Osten ignorieren und trotzdem eine sichere Energieversorgung garantieren. Der Chefökonom der Europäischen Zentralbank, Philip Lane, warnte bereits, ein längerer Nahostkrieg könne einen „erheblichen Anstieg energiegetriebener Inflation" sowie einen Rückgang der Wirtschaftsleistung auslösen.

Auch in Deutschland, wo die neue Große Koalition unter Friedrich Merz gerade erst ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur beschlossen hat, dürften die steigenden Energiepreise die ohnehin angespannte Haushaltslage weiter verschärfen. Die Inflation, die man gerade erst mühsam einzudämmen versuchte, könnte durch die Energiepreisexplosion einen neuen Schub erhalten. Und wer wird die Zeche zahlen? Nicht die Politiker in ihren klimatisierten Büros in Berlin und Brüssel, sondern die Familien, die bereits jetzt jeden Euro zweimal umdrehen müssen.

Brüssel sucht nach Antworten – wieder einmal zu spät

IEA-Chef Fatih Birol wolle mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen über mögliche Gegenmaßnahmen sprechen. Man diskutiere schnellere Genehmigungsverfahren für Energieprojekte, Maßnahmen zur Dämpfung der Netzkosten sowie eine Reform der Strompreisbildung. Alles Maßnahmen, die man vor Jahren hätte ergreifen können – und müssen. Stattdessen hat man sich in Brüssel lieber mit Gender-Richtlinien, CO₂-Zertifikaten und dem Green Deal beschäftigt, während die energiepolitischen Grundlagen des Kontinents erodiert sind.

Gold und Silber: Der sichere Hafen in stürmischen Zeiten

In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr der unschätzbare Wert physischer Edelmetalle als Vermögenssicherung. Während Aktienmärkte nervös reagieren, Energiepreise explodieren und die Inflation droht, erneut außer Kontrolle zu geraten, bewähren sich Gold und Silber als das, was sie seit Jahrtausenden sind: ein verlässlicher Anker in geopolitischen Stürmen. Wer sein Portfolio mit physischen Edelmetallen diversifiziert hat, kann den aktuellen Verwerfungen deutlich gelassener entgegenblicken als jene, die ausschließlich auf Papierwerte gesetzt haben.

Die zentrale Frage, die sich Europa nun stellen muss, ist so simpel wie bedrückend: Schaffen wir es, die Speicher rechtzeitig vor dem Winter zu füllen – oder erleben wir ein Energie-Déjà-vu, das die Krise von 2022 in den Schatten stellen könnte? Die Antwort darauf wird nicht in Brüsseler Konferenzräumen gefunden, sondern auf den Weltmeeren, in den Meerengen des Persischen Golfs und an den Gasbörsen dieser Welt. Und dort sieht es derzeit alles andere als beruhigend aus.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls nach Konsultation eines unabhängigen Finanzberaters getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der in diesem Artikel enthaltenen Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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