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Kettner Edelmetalle
10.04.2026
15:49 Uhr

Europas Flughäfen vor dem Kollaps: Kerosinmangel bedroht Sommerreisesaison

Was sich wie ein Szenario aus einem Katastrophenfilm anhört, könnte in wenigen Wochen bittere Realität werden: Europas Flughäfen steuern auf einen systemischen Kerosinmangel zu. Der europäische Flughafenverband ACI Europe hat in einem alarmierenden Schreiben an EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas unmissverständlich klargemacht, dass ohne eine baldige Öffnung der Straße von Hormus eine flächendeckende Versorgungskrise bei Flugzeugtreibstoff drohe. Drei Wochen – mehr Zeit bleibe nicht.

Die Straße von Hormus: Nadelöhr der globalen Energieversorgung

Man muss sich diese Zahl auf der Zunge zergehen lassen: Vor dem Ausbruch des Iran-Konflikts wurden rund 40 Prozent des weltweiten Kerosins durch die Straße von Hormus transportiert. Heute fließen laut Goldman Sachs gerade einmal acht Prozent des üblichen Volumens durch diese strategisch bedeutsame Meerenge. Ein Einbruch um über 80 Prozent – und Europa spürt die Konsequenzen bereits schmerzhaft.

Der Referenzpreis für Kerosin in Nordwesteuropa hat sich laut der Preisagentur Argus Media auf 1.573 US-Dollar pro Tonne mehr als verdoppelt. Nordsee-Rohöl der Sorte Forties Blend kletterte auf knapp 147 US-Dollar pro Barrel – ein historischer Höchststand. Wer geglaubt hatte, die Energiekrise der vergangenen Jahre sei überstanden, wird nun eines Besseren belehrt.

Erste Flughäfen rationieren bereits

In Italien mussten am vergangenen Wochenende vier Flughäfen den Kerosinverbrauch einschränken, nachdem es bei einem wichtigen Zulieferer zu Störungen gekommen war. Asiatische Länder wie Vietnam haben bereits eine vollständige Rationierung von Flugzeugtreibstoff eingeführt. Die europäischen Airlines beteuern zwar, für mehrere Wochen ausreichend versorgt zu sein – doch Lieferanten könnten keine verbindlichen Zusagen für den Mai mehr geben. Das klingt weniger nach Entwarnung als nach dem sprichwörtlichen Pfeifen im Walde.

Delta Air Lines hat angekündigt, seine Kapazität um 3,5 Prozent zu reduzieren, und rechnet allein zwischen April und Juni mit zusätzlichen Treibstoffkosten von zwei Milliarden US-Dollar. Air New Zealand streicht Flüge, die polnische Airline Lot kürzt weniger nachgefragte Verbindungen und plant saftige Preiserhöhungen. Für den Verbraucher bedeutet das: Wer in diesem Sommer fliegen will, wird tief in die Tasche greifen müssen – sofern überhaupt noch Flüge verfügbar sind.

Europas fatale Abhängigkeit rächt sich einmal mehr

Was wir hier erleben, ist die logische Konsequenz einer jahrzehntelangen Naivität in der europäischen Energiepolitik. Statt auf Diversifizierung und strategische Reserven zu setzen, hat man sich in Brüssel lieber mit Klimazielen und bürokratischen Regulierungen beschäftigt. Der Flughafenverband ACI Europe kritisiert in seinem Schreiben völlig zu Recht, dass es keinerlei gesamteuropäische Erfassung oder Bestandsaufnahme der Treibstoffversorgung gebe. Man weiß also nicht einmal, wie viel Kerosin wo lagert. Ein Armutszeugnis für einen Kontinent, der sich als wirtschaftliche Supermacht versteht.

Besonders brisant ist der Zeitpunkt: Die Sommerreisesaison steht vor der Tür. Der Flugverkehr treibt das gesamte Tourismus-Ökosystem an, auf das zahlreiche EU-Volkswirtschaften – allen voran die südeuropäischen Länder – existenziell angewiesen sind. Ein Versorgungsengpass würde nicht nur den Flughafenbetrieb lahmlegen, sondern ganze Regionen wirtschaftlich in die Knie zwingen.

Waffenruhe bringt keine Entspannung

Die von Pakistan vermittelte zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran ließ zwar die Ölterminpreise kurzzeitig einbrechen, brachte auf dem physischen Markt jedoch keinerlei Entspannung. Willie Walsh, Generaldirektor des Weltluftfahrtverbands IATA, warnte eindringlich: Selbst bei einer sofortigen Wiedereröffnung der Meerenge werde es Monate dauern, bis sich die Versorgungslage normalisiere. Der Grund liegt auf der Hand – laut JPMorgan wurden seit Beginn des Konflikts Ende Februar rund 50 Infrastrukturanlagen im Golf durch Drohnen- und Raketenangriffe beschädigt. Etwa 2,4 Millionen Barrel pro Tag an Raffineriekapazität seien stillgelegt worden.

Die Eskalation im Nahen Osten, die im Juni 2025 mit den israelischen Angriffen auf iranische Atomanlagen begann und sich seither zu einem regionalen Flächenbrand ausgeweitet hat, zeigt einmal mehr, wie verwundbar die globalen Lieferketten sind. Europa hat aus der Gaskrise nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine offensichtlich nichts gelernt. Statt strategische Energiereserven aufzubauen und die Abhängigkeit von geopolitischen Krisenherden zu reduzieren, hat man weiter auf das Prinzip Hoffnung gesetzt.

Deutschland besonders verwundbar

Für Deutschland, dessen Wirtschaft ohnehin unter massivem Druck steht, könnte die Kerosinknappheit zum nächsten schweren Schlag werden. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur aufgelegt – doch was nützen Investitionen in Flughäfen und Verkehrswege, wenn der Treibstoff fehlt? Die Inflation, die durch die schuldenfinanzierte Ausgabenpolitik ohnehin weiter steigen dürfte, wird durch explodierende Energiepreise zusätzlich angeheizt. Am Ende zahlt wieder der deutsche Bürger die Zeche – an der Tankstelle, am Flughafen und beim täglichen Einkauf.

Es ist höchste Zeit, dass Europa seine Energiepolitik grundlegend überdenkt. Wer sich von autoritären Regimen und instabilen Regionen abhängig macht, darf sich nicht wundern, wenn die Lichter ausgehen – oder in diesem Fall die Flugzeuge am Boden bleiben. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Brüssel endlich aufwacht oder weiter schlafwandlerisch in die nächste Krise taumelt.

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