
Europas Solarindustrie: Vom Technologieführer zum Bittsteller Chinas

Es ist eine Geschichte, die man kaum glauben möchte – und doch ist sie symptomatisch für den wirtschaftlichen Niedergang Europas. Einst war der alte Kontinent führend in der Solartechnologie. In Freiberg, Sachsen, wurde Photovoltaik entwickelt, lange bevor die Welt überhaupt wusste, was Solarenergie bedeutet. Heute? Heute importiert Europa die Technologie aus China und feiert dies als "Kooperation". Man könnte auch sagen: als Kapitulation mit freundlichem Gesicht.
Der tiefe Fall einer europäischen Zukunftsbranche
Die Fakten sind ernüchternd. Während Europa jahrelang über Klimaziele debattierte, Subventionen verteilte und sich in bürokratischen Genehmigungsverfahren verstrickte, baute China Fabriken. Größer, schneller, billiger – so lautete das Motto im Reich der Mitte. Das Ergebnis dieser Entwicklung ist heute für jeden sichtbar: Die gesamte Solarindustrie wanderte nach Osten, und mit ihr das Know-how, das einst europäische Ingenieure entwickelt hatten.
Nun versucht eine Studie von Solarpower Europe und dem Fraunhofer-Institut, Hoffnung zu verbreiten. Europa könne wieder Solarmodule herstellen, heißt es da. Nicht so billig wie China, aber "wirtschaftlich". Der Preisunterschied sei auf ein "erträgliches Maß" geschrumpft. Welch ein Trost! Man produziert also teurer als die Konkurrenz und nennt das Fortschritt.
Hambach: Ein Leuchtturmprojekt mit chinesischem Fundament
Als Beweis für die vermeintliche Renaissance der europäischen Solarindustrie wird gerne das Projekt Holosolis in Hambach angeführt. Nahe der deutsch-französischen Grenze entsteht dort eine Solarmodulfabrik mit fünf Gigawatt Jahreskapazität. Mehr als 220 Millionen Euro wurden investiert, 2000 Arbeitsplätze sollen entstehen. Klingt beeindruckend – bis man genauer hinschaut.
Denn die eigentliche Pointe dieser Geschichte ist eine andere: Die Fabrik wird zwar in Europa gebaut, aber die Technologie kommt aus China. Holosolis setzt auf sogenannte Topcon-Zellen, den derzeit effizientesten Industriestandard. Entwickelt wurde diese Technologie von Trina Solar – einem chinesischen Unternehmen. Europa baut also Fabriken, in denen chinesische Technologie zum Einsatz kommt. Das ist keine Partnerschaft auf Augenhöhe, das ist eine Abhängigkeit mit neuem Etikett.
Die bittere Wahrheit hinter den Zahlen
Strom für eine Million Haushalte – so wird die Kapazität der neuen Fabrik angepriesen. Bei rund 150 Millionen Haushalten in der Europäischen Union dürfte es also noch ein Weilchen dauern, bis Europa seinen Bedarf auch nur annähernd selbst decken kann. Von Energieunabhängigkeit kann keine Rede sein. Stattdessen tauscht man eine Abhängigkeit gegen eine andere: Früher war es russisches Gas, heute ist es chinesische Solartechnologie.
Besonders pikant erscheint dabei die Tatsache, dass die deutsche Politik jahrelang die Energiewende als nationales Prestigeprojekt verkauft hat. Milliarden an Steuergeldern flossen in Subventionen, während gleichzeitig die heimische Industrie abwanderte. Das Ergebnis dieser verfehlten Industriepolitik zeigt sich nun in aller Deutlichkeit: Deutschland, einst Technologieführer, ist zum Technologieimporteur geworden.
Kooperation oder Kapitulation?
Die Befürworter dieser Entwicklung sprechen von "Kooperation statt Konfrontation", von "Vernunft statt Ideologie". Man müsse das nicht lieben, aber verstehen, heißt es. Doch ist es wirklich vernünftig, sich in strategisch wichtigen Industriezweigen von einem Land abhängig zu machen, das seine eigenen geopolitischen Interessen verfolgt? Die Erfahrungen mit russischem Gas sollten eigentlich eine Lehre gewesen sein.
China hat in den vergangenen Jahrzehnten fleißig gelernt – und Europa überholt. Das ist keine Schande, sondern das Ergebnis harter Arbeit und strategischer Weitsicht. Was jedoch beschämend ist, ist die Tatsache, dass europäische Politiker diese Entwicklung nicht nur zugelassen, sondern durch ihre ideologiegetriebene Politik aktiv befördert haben. Während in Brüssel über Genderquoten und Klimaneutralität debattiert wurde, baute China die Industrien der Zukunft auf.
Ein Blick in die Zukunft
Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat sich vorgenommen, die deutsche Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen. Doch das 500 Milliarden Euro schwere Sondervermögen für Infrastruktur wird die strukturellen Probleme nicht lösen. Solange Europa seine industrielle Basis nicht wieder aufbaut und in echte Technologieführerschaft investiert, wird man weiterhin am Tropf ausländischer Innovationen hängen.
Die Geschichte der europäischen Solarindustrie ist ein Lehrstück darüber, wie man durch politische Fehlentscheidungen eine Zukunftsbranche verlieren kann. Ob Europa aus dieser Lektion lernt, bleibt abzuwarten. Die Zeichen stehen jedenfalls nicht gut – denn wer heute chinesische Technologie importiert und dies als Erfolg verkauft, hat den Wettbewerb bereits aufgegeben.
Silber-Explosion 2026:Das unterschätzte Edelmetall
Keine Kreditkarte erforderlich • Keine versteckten Kosten
Ihre Experten im Webinar:

Dominik Kettner
CEO Kettner Edelmetalle

Ernst Wolff
Der Systemkritiker

Jochen Staiger
Der Rohstoff-Realist
Top-Experten
Dominik Kettner & Star-Gäste
Live Q&A
Ihre Fragen
15.000€ Gold
zu gewinnen
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik














