
Europas Telekom-Branche flieht: Orange-Chefin rechnet mit EU-Regulierungswahn ab
Es ist ein Paukenschlag, der in den Brüsseler Amtsstuben nachhallen dürfte – und der einmal mehr die fatalen Konsequenzen europäischer Überregulierung offenlegt. Christel Heydemann, die Vorstandsvorsitzende des französischen Telekommunikationsriesen Orange, hat Europa in aller Deutlichkeit die Investitionsattraktivität abgesprochen. Es gebe schlicht „keinen Investitionsanreiz" mehr auf dem alten Kontinent, erklärte sie gegenüber der Financial Times. Stattdessen werde der Konzern sein Wachstum künftig im Nahen Osten und in Afrika suchen.
Kapitalflucht mit Ansage
Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Von den geplanten 40 Millionen neuen Mobilfunk- und Breitbandkunden, die Orange bis 2028 gewinnen möchte, sollen sage und schreibe 90 Prozent aus dem Nahen Osten und Afrika stammen. In achtzehn Ländern dieser Regionen erwirtschaftet der Pariser Konzern bereits heute 8,4 Milliarden Euro Umsatz. Die europäischen Investitionen hingegen? Die werden zurückgefahren. Nach dem weitgehend abgeschlossenen Glasfaserausbau sehe man hier nur noch begrenztes Wachstumspotenzial.
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein europäischer Großkonzern kehrt seinem Heimatkontinent den Rücken, weil die Rahmenbedingungen derart investitionsfeindlich geworden sind, dass selbst Afrika attraktiver erscheint. Wenn das kein Alarmsignal ist, was dann?
Der Brüsseler Regulierungsmoloch frisst seine Kinder
Die Ursachen für diese Kapitalflucht sind hausgemacht. Die EU-Kommission hatte es unlängst versäumt, große Technologiekonzerne an den Netzkosten zu beteiligen – eine Forderung, die die europäischen Telekommunikationsunternehmen seit Jahren erheben. Gleichzeitig blockiert die europäische Wettbewerbspolitik mit geradezu pathologischer Konsequenz Fusionen, die den Unternehmen die nötige Schlagkraft verleihen würden, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können.
Das Ergebnis dieser Politik der bürokratischen Gängelung ist verheerend. Während es in den Vereinigten Staaten gerade einmal acht Mobilfunkanbieter mit mehr als 500.000 Kunden gibt und China mit vier auskommt, tummeln sich auf dem europäischen Markt mehr als 44 Anbieter. Eine Zersplitterung, die jeden Effizienzgedanken ad absurdum führt. Der Branchenverband Connect Europe schlägt längst Alarm – doch in Brüssel scheint man taub zu sein für die Hilferufe der eigenen Industrie.
Investitionen im freien Fall
Die Konsequenzen dieser verfehlten Politik lassen sich in harten Zahlen ablesen. Die Telekom-Kapitalausgaben in Europa sanken 2024 auf 64,6 Milliarden Euro – bereits das zweite Minus in Folge, nachdem sie 2022 noch bei 67,1 Milliarden Euro gelegen hatten. Ein Trend, der sich ohne grundlegende Kurskorrektur weiter beschleunigen dürfte.
Orange selbst erwartet bis 2028 einen organischen Cashflow von 5,2 Milliarden Euro, nach 3,65 Milliarden im laufenden Jahr. Zugleich prüfe der Konzern weitere Übernahmen, darunter Teile des französischen Konkurrenten SFR. Umfangreiche Stellenstreichungen schloss Heydemann zwar aus, räumte aber ein, die Belegschaft „step by step" zu reduzieren – etwa über Frühpensionierungen. Eine Formulierung, die man als elegante Umschreibung für schleichenden Arbeitsplatzabbau verstehen darf.
Symptom einer tiefgreifenden europäischen Malaise
Der Fall Orange ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Was wir hier beobachten, ist symptomatisch für eine europäische Wirtschaftspolitik, die seit Jahren Regulierung über Innovation stellt, Bürokratie über Unternehmertum und ideologische Vorgaben über wirtschaftliche Vernunft. Während die USA unter Präsident Trump mit Deregulierung und Steuererleichterungen Investitionen anlocken und China seine Technologiekonzerne zu nationalen Champions aufbaut, beschäftigt sich Europa mit immer neuen Auflagen, Richtlinien und Verordnungen.
Auch in Deutschland kennt man dieses Phänomen nur zu gut. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar versprochen, den Wirtschaftsstandort zu stärken, doch das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur wird die Schuldenlast weiter in die Höhe treiben und kommende Generationen belasten – ohne dass eine echte Deregulierungsoffensive in Sicht wäre. Man pumpt Geld in ein System, dessen strukturelle Probleme man nicht anzugehen wagt.
Wenn selbst ein Konzern wie Orange – tief verwurzelt in der europäischen Wirtschaftslandschaft, mit Hauptsitz in Paris und Millionen europäischer Kunden – keinen Grund mehr sieht, auf dem eigenen Kontinent zu investieren, dann sollte das jeden Politiker in Berlin und Brüssel wachrütteln. Doch die Erfahrung lehrt: Wahrscheinlich wird man stattdessen eine neue Arbeitsgruppe gründen, ein weiteres Strategiepapier verfassen und sich in endlosen Konsultationsrunden verlieren. Während das Kapital längst auf dem Weg nach Afrika ist.
Für den Bürger und Anleger bleibt die bittere Erkenntnis, dass Europa als Investitionsstandort zunehmend an Attraktivität verliert. In Zeiten, in denen selbst Großkonzerne dem Kontinent den Rücken kehren, gewinnen physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Instrument der Vermögenssicherung einmal mehr an Bedeutung. Sie sind unabhängig von politischen Fehlentscheidungen, kennen keine Regulierungswillkür und haben über Jahrtausende ihren Wert bewahrt – ganz ohne Brüsseler Genehmigung.
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