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Kettner Edelmetalle
18.09.2026
13:38 Uhr
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EZB zögert: Der Zins-Hammer kommt erst zu Weihnachten

EZB zögert: Der Zins-Hammer kommt erst zu Weihnachten
Symbolbild: KI-generiert

Die Europäische Zentralbank hat die Zinsen erneut angehoben – doch die Inflation läuft ihr davon. Ökonomen erwarten laut einer Bloomberg-Umfrage, dass die Währungshüter die Sitzung Ende Oktober verstreichen lassen und erst im Dezember den letzten Schritt dieses Zyklus setzen: hinauf auf 2,75 Prozent Einlagensatz.

Es wäre das Ende einer ungewöhnlich zaghaften Straffungsrunde. Zwei Trippelschritte zu je 0,25 Prozentpunkten – im Juni und am 10. September – haben den Einlagensatz von 2,00 auf 2,50 Prozent gehievt. Gegen eine Teuerung, die zuletzt bei 3,3 Prozent lag, wirkt das wie ein Gartenschlauch gegen einen Flächenbrand.

Der Krieg treibt die Preise – und die EZB hinterher

Auslöser ist der eskalierende Konflikt im Nahen Osten. Medienberichten zufolge sprang der Ölpreis zuletzt wieder über die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar je Barrel, weil Anleger eine Unterbrechung der Lieferungen aus der Region fürchten. Auch die Gaspreise zogen kräftig an.

Die EZB hat ihre Inflationsprognose deshalb angehoben – ein Eingeständnis, dass die Rückkehr zum Zwei-Prozent-Ziel länger dauert als erhofft. Im Beschluss betonte der Rat, man sei entschlossen, die Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation mittelfristig bei zwei Prozent stabilisiere.

Die Formulierung kennt man. Sie stammt aus demselben Baukasten, aus dem 2021 das Wort „vorübergehend" kam – als die Notenbank die anrollende Inflationswelle noch für eine Momentaufnahme hielt und dann jahrelang hinterherlief.

„Jede Sitzung ist eine Live-Sitzung"

Öffentlich legt sich im Rat niemand fest. Das irische Ratsmitglied Gabriel Makhlouf erklärte gegenüber Bloomberg Television, in Zeiten der Unsicherheit sei jede Sitzung eine „Live-Sitzung".

Jede Sitzung ist eine Live-Sitzung.

Übersetzt heißt das: Man weiß es selbst nicht. Investoren an den Terminmärkten rechnen inzwischen mit mindestens drei weiteren Anhebungen – deutlich mehr, als die befragten Volkswirte für wahrscheinlich halten. Diese sehen den Einlagensatz danach bis Dezember 2027 auf 2,75 Prozent eingefroren, bevor Senkungen beginnen.

Was das fĂĽr Sparer und Schuldner bedeutet

Für deutsche Sparer ist die Rechnung bitter. Bei 3,3 Prozent Teuerung und Tagesgeldzinsen unterhalb dieser Marke schmilzt Kaufkraft – vor Steuern wohlgemerkt. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel ging zwar leicht auf 2,4 Prozent zurück, doch Bundesbankchef Joachim Nagel warnt zugleich vor der Gefahr, dass sich ein Energiepreisschock über Lohnforderungen dauerhaft ins Preisgefüge frisst.

Und der Staat? Höhere Zinsen verteuern die Schulden – ausgerechnet in einem Jahr, in dem Berlin ein 500-Milliarden-Sondervermögen ausrollt. Aus Sicht unserer Redaktion entsteht so ein gefährlicher Interessenkonflikt: Eine Notenbank, deren Mitgliedstaaten auf billiges Geld angewiesen sind, straft Inflation erfahrungsgemäß eher milde ab.

Wer sein Vermögen gegen Kaufkraftverlust und geldpolitische Experimente absichern will, blickt traditionell auf physische Edelmetalle. Gold und Silber kennen kein Emittentenrisiko, keine Ratssitzung und keine Prognoserevision – als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bleiben sie ein bewährter Anker.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschlieĂźlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen ab. Jeder Anleger trifft seine Entscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.

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