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Fake-Mails im AfD-Leak: Politiker fallen auf Fälschungen herein!

Fake-Mails im AfD-Leak: Politiker fallen auf Fälschungen herein!
Symbolbild: KI-generiert

Hacker haben rund 421.000 E-Mails aus AfD-Postfächern ins Netz gestellt. Kaum ist der Datenberg online, tauchen gefälschte Nachrichten auf, die angeblich von AfD-Politikern stammen. Medienberichten zufolge haben Vertreter von Grünen, SPD und CDU diese Fälschungen öffentlich weiterverbreitet. Ein CDU-Abgeordneter soll eine davon sogar im Stuttgarter Landtag vorgelesen haben.

Der größte Leak in der Geschichte der Partei

Laut Medienberichten verschafften sich Unbekannte Zugang zu elf Postfächern der AfD, darunter das von Ehrenvorsitzendem Alexander Gauland. Die Partei bestätigte den Angriff, sprach aber von wenigen betroffenen Konten. Wie berichtet wird, soll die AfD schon im September von dem Hack gewusst und die Datenschutzbeauftragte erst deutlich später informiert haben.

Wer hinter dem Angriff steckt, ist offen. Fest steht aber: Ein Diebstahl privater Kommunikation ist eine Straftat, ganz egal, welche Partei es trifft. Trotzdem wird in Teilen der Politik bereits diskutiert, ob sich das Material für ein Verbotsverfahren nutzen lasse.

Ein Hitler-Zitat, das es nie gab

Im Mittelpunkt steht der NRW-Landtagsabgeordnete Andreas Keith. In Screenshots, die im Netz kursieren, soll er im März 2019 Hitler verherrlicht und den Holocaust relativiert haben. Nach Recherchen einer konservativen Wochenzeitung, die den gesamten Datensatz durchsucht hat, gibt es diese Mail im Leak überhaupt nicht. Auch der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, dass der Screenshot offenbar nicht aus dem Leak stammt.

Keith selbst spricht von einem Fake. Er habe die Nachricht weder geschrieben noch verschickt. Seine Gegenposition fällt deutlich aus:

„Der Holocaust ist ein historisch zweifelsfrei belegtes, einmaliges Verbrechen, und Adolf Hitler war ohne jeden Zweifel kein großer Mann, sondern ein Verbrecher.“

Nach eigenen Angaben hat er bereits Abmahnungen und Anzeigen in Auftrag gegeben.

Erst teilen, dann prüfen?

Wie berichtet wird, teilte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Johannes Wagner die Fake-Nachricht auf mehreren Social-Media-Kanälen, offenbar ungeprüft und neben einem Bild Adolf Hitlers. Dazu soll er geschrieben haben, die Enthüllungen zeigten „unfassbare Aussagen“, und eine Überprüfung der AfD auf ihre Verfassungsmäßigkeit gefordert haben.

Die SPD Leverkusen verlangte laut den Berichten Keiths Rücktritt und zeigte den gefälschten Screenshot in einem Instagram-Video. In Baden-Württemberg soll der CDU-Abgeordnete Bastian Schneider die Nachricht in einer Plenardebatte vorgelesen und der AfD vorgeworfen haben, „braunen Schmutz“ zu dulden.

Ausgerechnet die Parteien, die ständig vor Desinformation warnen und nach strengeren Regeln für Plattformen rufen, sollen hier also eine Fälschung verbreitet haben. Kritiker sehen darin ein Glaubwürdigkeitsproblem, das größer ist als jedes Wahlplakat.

Zweiter Fall in Köln

Auch eine angebliche Mail des Kölner AfD-Kreischefs Christer Cremer stellt sich nach den Recherchen als Fälschung heraus. Sie soll zeigen, wie er ein ehemaliges Mitglied in Schutz nimmt, das den Hitlergruß gezeigt haben soll. Auffällige Sonderzeichen deuten demnach auf eine KI-Fälschung hin. Cremer spricht von einem gezielten Angriff auf seine Person und hat Strafanzeige erstattet.

Wenn Fälschungen Politik machen

Der Fall zeigt, wie gefährlich die Mischung aus gestohlenen Daten, künstlicher Intelligenz und politischem Eifer ist. Zwischen Hunderttausenden echten Mails lässt sich eine Fälschung leicht verstecken. Und wer eine Partei verbieten lassen will, sollte sich zumindest auf echte Belege stützen.

Ein demokratischer Rechtsstaat lebt von sauberer Beweisführung, nicht von Screenshots aus dem Netz. Wer als Abgeordneter ungeprüfte Fälschungen verbreitet, beschädigt am Ende vor allem das Vertrauen der Bürger in die eigene Zunft. Ob die angekündigten juristischen Schritte Folgen haben, müssen nun die Gerichte klären.

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