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Friedensgipfel in Deutschland? SPD trÀumt, BSW warnt, Merz pokert hoch

Die Idee klingt verlockend: Deutschland als Gastgeber eines historischen Friedensgipfels zwischen Putin, Selenskyj und Trump. Doch wĂ€hrend SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner bereits von diplomatischen Lorbeeren trĂ€umt, offenbart die Debatte die ganze Zerrissenheit der deutschen Politik in der Ukraine-Frage.

Stegner, der sich gegenĂŒber dem "Tagesspiegel" geradezu euphorisch ĂŒber die Möglichkeit Ă€ußerte, Deutschland könne zum Schauplatz eines solchen Gipfels werden, scheint dabei eine entscheidende Kleinigkeit zu ĂŒbersehen: Der Internationale Strafgerichtshof hat 2023 einen Haftbefehl gegen Putin erlassen. Sollte der russische PrĂ€sident deutschen Boden betreten, mĂŒsste er theoretisch verhaftet werden. Ein pikantes Detail, das die RealitĂ€tsferne mancher politischer TrĂ€umereien offenbart.

Wagenknecht zieht die Reißleine

Deutlich realistischer zeigt sich BSW-Chefin Sahra Wagenknecht, die Deutschland unter der aktuellen FĂŒhrung schlichtweg als ungeeignet fĂŒr eine Vermittlerrolle ansieht. Ihre Kritik an Bundeskanzler Merz und dem designierten Außenminister Wadephul sitzt: Ein Land, das "in maximaler Einseitigkeit Selenskyj hofiert", könne kaum als neutraler Vermittler auftreten. Stattdessen bringt sie Brasilien ins Spiel - ein Land, das tatsĂ€chlich einen eigenen Friedensplan vorgelegt hat.

Besonders scharf fĂ€llt Wagenknechts Kritik an den von Merz ins Spiel gebrachten deutschen Sicherheitsgarantien fĂŒr die Ukraine aus. Die Vorstellung, deutsche Soldaten könnten in die Ukraine entsandt werden, bezeichnet sie als "erschreckend". Allein aus historischen GrĂŒnden verbiete sich dies, argumentiert sie - und trifft damit einen wunden Punkt deutscher Außenpolitik.

Die gefÀhrliche Eskalationsspirale

Was in der ganzen Debatte auffĂ€llt, ist die bemerkenswerte Wandlung der deutschen Position. Vom einstigen Vermittler und BrĂŒckenbauer hat sich Deutschland unter der neuen Großen Koalition zu einem der lautstĂ€rksten Ukraine-UnterstĂŒtzer entwickelt. Die von SPD-Mann Hubertus Heil gelobte "Gradwanderung" des Kanzlers wirkt dabei eher wie ein Tanz auf dem Vulkan.

Die Rede von "europĂ€ischen Sicherheitsgarantien" und der möglichen Entsendung von Bundeswehrsoldaten zeigt, wie weit sich Deutschland bereits in diesen Konflikt hat hineinziehen lassen. Wagenknechts Warnung, Deutschland wĂŒrde "im Konfliktfall sofort Kriegspartei", sollte ernst genommen werden. Doch stattdessen trĂ€umen manche Politiker bereits von der großen diplomatischen BĂŒhne.

Trump als Joker im Spiel

Interessant ist, dass US-PrÀsident Trump offenbar tatsÀchlich ein Zweiertreffen zwischen Putin und Selenskyj anstrebt. Der Mann, der im Wahlkampf versprach, den Krieg binnen 24 Stunden zu beenden, scheint zumindest diplomatische Initiativen zu ergreifen. Ob Deutschland dabei eine Rolle spielen kann oder sollte, bleibt fraglich.

Die RealitĂ€t ist: Deutschland hat sich durch seine einseitige Positionierung selbst als neutraler Vermittler disqualifiziert. Die 500 Milliarden Euro Sondervermögen, die die neue Bundesregierung fĂŒr Infrastruktur plant, wĂ€hrend gleichzeitig ĂŒber Waffenlieferungen und Sicherheitsgarantien diskutiert wird, zeigen die PrioritĂ€ten deutlich auf. Statt in die eigene Zukunft zu investieren, verpflichtet man kommende Generationen zur Finanzierung eines Konflikts, dessen Ende nicht absehbar ist.

Zeit fĂŒr einen RealitĂ€tscheck

Die Debatte um einen möglichen Friedensgipfel in Deutschland offenbart die ganze Misere deutscher Außenpolitik. Zwischen unrealistischen TrĂ€umereien und gefĂ€hrlichen Eskalationsphantasien fehlt es an einer nĂŒchternen, an deutschen Interessen orientierten Position. Wagenknechts Vorschlag, LĂ€nder mit eigenen FriedensplĂ€nen als Gastgeber zu wĂ€hlen, erscheint da geradezu vernĂŒnftig.

Deutschland tĂ€te gut daran, sich auf seine traditionelle Rolle als Vermittler zu besinnen, statt sich immer tiefer in einen Konflikt hineinziehen zu lassen, der nicht der unsere ist. Die historische Verantwortung, die Wagenknecht anspricht, sollte uns zur ZurĂŒckhaltung mahnen, nicht zu militĂ€rischen Abenteuern verleiten. Doch unter der aktuellen politischen FĂŒhrung scheint diese Einsicht verloren gegangen zu sein.

"Einen Frieden, der den Namen auch verdient, wird es nur durch verlÀssliche Sicherheitsgarantien geben", meint Hubertus Heil. Die Frage ist nur: Muss Deutschland diese Garantien geben? Und zu welchem Preis?

Die Antwort darauf wird zeigen, ob Deutschland noch zu einer vernĂŒnftigen Außenpolitik fĂ€hig ist oder ob es sich endgĂŒltig in die Rolle des willfĂ€hrigen ErfĂŒllungsgehilfen fremder Interessen begibt. Die BĂŒrger dieses Landes hĂ€tten eine ehrliche Debatte darĂŒber verdient - statt diplomatischer Luftschlösser und gefĂ€hrlicher Eskalationsrhetorik.

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