
Galeria-Pleite Nummer vier: Jetzt zittern die Kaufhaus-Vermieter!

Deutschlands letzte große Warenhauskette Galeria ist zum vierten Mal seit 2020 insolvent – und diesmal trifft es auch die Eigentümer der Kaufhausimmobilien. Medienberichten zufolge sollen die Vermieter noch in dieser Woche Post bekommen. Darin steht, ob ihr Standort für Galeria überhaupt noch eine Zukunft hat.
Für viele geht es dabei um alles. Denn in nicht wenigen Fällen ist Galeria der einzige Mieter im Haus.
Weniger Fläche statt weniger Miete
Den Insolvenzantrag hatte Galeria Anfang Oktober beim Amtsgericht Düsseldorf gestellt. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Frank Kebekus eingesetzt, der schon die Verfahren von 2020 und 2022 begleitet hatte. Betroffen sind 83 Filialen und rund 12.000 Beschäftigte. Laut Berichten hätten Gläubiger und Staat in den bisherigen Verfahren schon auf Forderungen von zusammen fast fünf Milliarden Euro verzichtet.
Nach Medienberichten hat Galeria jetzt jeden einzelnen Standort durchgerechnet. Diesmal soll es in den Gesprächen nicht vorrangig um niedrigere Mieten gehen. Die Verkaufsflächen sollen stattdessen kräftig schrumpfen.
Damit stecken die Eigentümer in der Klemme. Wer zustimmt, muss womöglich viel Geld ausgeben, damit sich die frei werdenden Etagen an andere vermieten lassen. Wer ablehnt, läuft Gefahr, den Mieter ganz zu verlieren.
„Vor dem Nichts“: Die Not der Eigentümer
Wie groß der Druck ist, zeigt ein Detail aus den Berichten. Bei einem Projektentwickler, der ehemalige Warenhäuser kauft und umbaut, sollen sich zwanzig Galeria-Vermieter gemeldet und ihre Gebäude angeboten haben. Zitiert wird dazu der Satz:
„Wenn ihnen Galeria den Mietvertrag kündigt, stehen viele erst mal vor dem Nichts.“
Das sollten sich alle merken, die Immobilien gern als sicheres „Betongold“ preisen. Eine Immobilie ist immer nur so viel wert wie der Mieter, der die Miete zahlt. Fällt er weg, bleibt ein teures Gebäude übrig, das keiner haben will.
Kolosse von gestern
Hinzu kommt die Bauweise. Die riesigen Häuser wurden für einen einzigen großen Händler geplant und lassen sich nur schwer aufteilen. Wer daraus Wohnungen oder Büros machen will, braucht Tageslicht und Lüftung, neue Grundrisse und neue Haustechnik. Technisch geht das oft. Billig ist es nie.
Früher war der Kaufhausbummel ein Freizeitvergnügen: Socken, Porzellan, Pralinen und Bettwäsche unter einem Dach. Heute vergleicht man Preise auf dem Handy und lässt sich die Ware nach Hause liefern. Der Onlinehandel hat dem alten Modell den Boden entzogen. Zehntausende Quadratmeter Verkaufsfläche sind dadurch eher eine Last als ein Vorteil.
Bibliothek statt Bettwäsche?
Ein Blick nach Großbritannien zeigt, was möglich ist. Dort sind aus früheren Kaufhäusern Universitäten, Arztpraxen, Wohnungen und sogar Skaterparks geworden. Eine Studie spielt sogar mit dem Gedanken an Gemüseanbau über mehrere Stockwerke.
In Berlin hat der Senat eine Absichtserklärung unterschrieben: Die Zentrale Landesbibliothek soll in das Galeria-Haus am Alexanderplatz ziehen. Der Eigentümer spricht laut Berichten von einer tragfähigen Lösung, falls Galeria auszieht. Das klingt gut. Offen bleibt aber, wer am Ende die Rechnung bezahlt. Kommt der Staat als Retter in letzter Not, zahlen am Ende wieder die Steuerzahler. Ein echtes Konzept für die Innenstädte ist das noch nicht.
Die Lehre für Anleger
Mit Galeria verschwindet ein Stück Wirtschaftswunder. Die Krise zeigt auch, wie schnell vermeintlich sichere Werte an Wert verlieren können, wenn sich die Welt ändert. Wer sein Vermögen schützen will, sollte es breit streuen. Physisches Gold und Silber hängen von keinem Mieter und keiner Bilanz ab. Als Beimischung in einem gut gestreuten Portfolio können sie deshalb sinnvoll sein.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich selbst gründlich. Für Ihre Anlageentscheidungen sind Sie allein verantwortlich.
- Themen:
- #Immobilien
- #Insolvenzen
Kostenloses Live-Webinar
Der Great Reset fürs Geldsystem
Was sich bis 2029 an Ihrem Geld ändert und was Sie vorher tun können.

PeterHahne
ErnstWolff
Dr.Brandenburg
Prof. Dr.Polleit
MichaelMross
OutdoorChiemgau
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













