
Gas-Alarm vor dem Winter: Europas Speicher bedenklich leer!

Die Großbank UBS schlägt Alarm: Weniger als einen Monat bevor Europa beginnt, seine Gasspeicher zu leeren, ist der Puffer so dünn wie seit vielen Jahren nicht. Laut einer Analyse von UBS-Energieexpertin Nayoung Kim waren die EU-Speicher zuletzt nur zu 71,5 Prozent gefüllt. Ein Schock würde genügen, um die Lage kippen zu lassen.
Ein Winter ohne Sicherheitsnetz
Zum Vergleich: Im Schnitt der vergangenen 15 Jahre lag der Füllstand um diese Jahreszeit bei rund 88 Prozent. Die Lücke ist also gewaltig. Dazu kommt: Das Einspeichern geht nicht schneller, sondern langsamer. Die wöchentliche Menge sei von 1,6 auf 1,3 Milliarden Kubikmeter zurückgegangen, heißt es in der Analyse.
Woran liegt das? Wartungsarbeiten in Norwegen und eine steigende Gasnachfrage der Industrie fressen die zusätzlichen LNG-Lieferungen wieder auf. Die UBS erwartet zu Winterbeginn nur einen Füllstand von 74 Prozent. Im Vorjahr waren es 84 Prozent, im Fünfjahresschnitt sogar 90 Prozent. Am Ende des Winters könnten die Speicher nach dieser Prognose auf etwa 25 Prozent fallen.
Katar fällt aus, Asien kauft den Markt leer
Der eigentliche Brandherd liegt am Persischen Golf. Zwar sorgte zuletzt ein verbesserter Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus für etwas Entspannung bei den Preisen. Doch laut UBS verschiffte Katar, einer der größten LNG-Exporteure der Welt, im September gerade einmal vier Ladungen. Üblich waren im Schnitt rund 30 pro Monat. Für manche Abnehmer gelte die sogenannte Force Majeure, also die Aussetzung von Lieferpflichten wegen höherer Gewalt, inzwischen bis November oder Anfang Dezember.
Gleichzeitig greift Asien kräftig zu. Die LNG-Zuflüsse nach Asien stiegen der Analyse zufolge binnen einer Woche um zwölf Prozent. Japan und Südkorea zusammen kamen sogar auf ein Plus von 33 Prozent. Der asiatische Referenzpreis JKM liege mehr als 1,50 US-Dollar je Million British Thermal Units über dem europäischen TTF. Europa wird also tiefer in die Tasche greifen müssen, um Tanker anzulocken.
Deutschland: Rekordtief und späte Notbremse
In Deutschland sieht es noch düsterer aus. Ende September waren die Speicher Medienberichten zufolge nur zu knapp 58 Prozent gefüllt. Ein Jahr zuvor waren es fast 77 Prozent. Der Speicherverband INES hatte für Anfang September einen Füllstand von rund 53 Prozent gemeldet, den niedrigsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen vor 15 Jahren. Bei extremer Kälte drohe im Januar Gasmangel.
Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller räumte laut Berichten ein, dass 80 Prozent bis zum 1. November nicht mehr zu schaffen seien. Erst jetzt hat Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nach langem Zögern das bundeseigene Unternehmen Sefe angewiesen, bis zum 15. Dezember acht Terawattstunden Gas einzukaufen und einzulagern. Bei einer Gesamtkapazität von rund 247 Terawattstunden ist das eher ein Tropfen auf den heißen Stein. Eine strategische Gasreserve soll erst ab 2027 entstehen. Krisenvorsorge im Schneckentempo? Kritiker dürften genau das fragen.
Und jetzt auch noch Diesel
Als wäre das nicht genug, droht eine zweite Front. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, soll die Trump-Regierung Deutschland und Frankreich gedrängt haben, ihre Diesel-Notreserven freizugeben. Andernfalls stehe ein Exportstopp für US-Diesel im Raum. Washington will damit offenbar vor den Zwischenwahlen im November die Spritpreise im eigenen Land drücken.
Fazit: Der Preis der Abhängigkeit
Ein Kälteeinbruch, neue Störungen am Golf oder anhaltende Käufe aus Asien: Jedes dieser Szenarien könnte Europas Gasmarkt in Panik versetzen. Die Rechnung zahlen am Ende Verbraucher und Mittelstand. Die Lage zeigt, wie verwundbar Europas Energieversorgung trotz aller Wende-Rhetorik geblieben ist. Wer sein Vermögen gegen solche Krisen und die drohende Inflation absichern will, kann physisches Gold und Silber als krisenerprobte Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.












