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Kettner Edelmetalle
16.09.2026
05:54 Uhr
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Gas-Notkauf mit Steuergeld: Regierung rudert kurz vor Winter zurück

Gas-Notkauf mit Steuergeld: Regierung rudert kurz vor Winter zurück
Symbolbild: KI-generiert

Erst wochenlang abwiegeln, dann hektisch handeln: Die Bundesregierung hat den staatlichen Energiekonzern SEFE („Securing Energy for Europe“) angewiesen, Gas einzukaufen und die deutschen Speicher zu füllen. Bezahlt wird der Einkauf letztlich mit Steuergeld. Anlass ist ein Füllstand, der so niedrig ist wie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011 nicht.

49 Prozent im August – und das Ministerium sah kein Problem

Im August lagen die Speicher bei nur 49 Prozent. Aus Energieverbänden hieß es damals, die Marke von 70 Prozent bis Anfang November sei kaum noch zu schaffen. Das Wirtschaftsministerium von Katherina Reiche blieb gelassen.

Inzwischen sind die Speicher zu 55 Prozent gefüllt. Medienberichten zufolge soll die Weisung an SEFE nun genau jene 70-Prozent-Vorgabe sichern. Allerdings dürfe der Konzern nur begrenzt zukaufen – man wolle Spekulanten keine Angriffsfläche bieten. Das Ergebnis des Unternehmens könnte sich dadurch um einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag verringern.

An Uniper sei keine formale Weisung ergangen, berichtet die Presse. Auf Wunsch der Bundesregierung solle der Konzern die Speicher im Süden aber dennoch stärker befüllen.

Warum der Sommer-Schnäppchenkauf ausfiel

Normalerweise funktioniert das Geschäft simpel: im Sommer billig kaufen, im Winter teuer verkaufen. Dieser Sommer-Winter-Spread ist 2026 jedoch negativ – Einspeichern ist ein Verlustgeschäft. Ursache ist vor allem die faktische Sperrung der Straße von Hormus im Zuge des Krieges am Golf, die laut Marktberichten rund ein Fünftel der weltweiten LNG-Versorgung lahmlegte.

Die Folge: Händler warteten ab. Die Politik wartete mit. Und nun kauft der Staat ein, wenn es teuer ist – wenige Wochen vor der Heizperiode. Für viele Bürger dürfte das der Inbegriff politischer Planungskunst sein.

Entwarnung vom Behördenchef – und eine stille Vorbereitung

Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, gab am Montag Entwarnung. Gegenüber der dpa sagte er:

„Wir haben jetzt schon etwas mehr Gas in den Speichern als wir im gesamten letzten Winterhalbjahr aus den Speichern entnommen haben“

Aktuell lagern 136 Terawattstunden in den Kavernen, im vergangenen Winter wurden 134 Terawattstunden verbraucht. In den kommenden Wochen könne noch mehr eingespeichert werden, so Müller. Rechnerisch stimmt das – nur setzt es einen milden Winter voraus. Kommt ein Extremwinter oder ein Anschlag auf Infrastruktur, wäre die Versorgung der Bevölkerung nach Einschätzung von Beobachtern nicht garantiert.

Gesetzlich schreibt die Gasspeicherfüllstandsverordnung zum 1. November 80 Prozent je Anlage vor, für sechs benannte Speicher wie Rehden nur 45 Prozent. Der Verband der Speicherbetreiber INES hatte im September von historisch niedrigen Ständen gesprochen und gewarnt, das Zeitfenster für eine ausreichende Befüllung schließe sich.

Und der Strom?

Gas heizt nicht nur Wohnungen, es erzeugt auch Strom. Nach einer exklusiven Recherche des Portals, das über die Weisung berichtete, bereitet sich die Bundesnetzagentur intern auf einen Strommangel von „mehreren Tagen bis Wochen“ vor. Betriebe mit einem Jahresverbrauch von mindestens acht Gigawattstunden sollen dann mit höchstens drei Tagen Vorlauf zur Drosselung ihrer Produktion angewiesen werden können – über eine „Sicherheitsplattform Strom“, bei der sie sich registrieren müssen.

Die Rechnung zahlt am Ende der Bürger

Ob Notkauf, Umlage oder Preisschock im Februar: Die Kosten landen auf der Gasrechnung oder im Bundeshaushalt – beides finanziert der Steuerzahler. Wer erlebt, wie schnell Energiepolitik zur Vertrauensfrage wird, versteht, warum viele Sparer beim Vermögensschutz auf Substanz setzen. Physisches Gold und Silber sind seit Jahrhunderten eine bewährte Beimischung – unabhängig von Speicherständen und Ministerialkalendern.

Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Information und keine Anlageberatung. Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Leser muss eigene Recherchen anstellen und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.

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