
Gaspreis-Schock: 150 Prozent Plus – die Angst vor der Gaslücke ist zurück

Der Preis für eine Megawattstunde Erdgas ist in den vergangenen Tagen auf knapp 80 Euro gesprungen – das Zweieinhalbfache des Niveaus vor dem Iran-Krieg und der höchste Stand seit der großen Energiekrise. In deutschen Industrieunternehmen wächst die Sorge, dass im Winter das Gas knapp werden könnte. Der Chemiekonzern Covestro räumte Medienberichten zufolge ein, man sehe für die Versorgung über den Winter ein gewisses Risiko.
Ein Brief, der die Nerven blank legt
Besonders viel Unruhe stiftet eine E-Mail des Gasnetzbetreibers Westnetz an alle großen Gaskunden. Die Eon-Tochter bittet darin um aktuelle Kontaktdaten eines Ansprechpartners, der im Krisenfall erreichbar wäre.
Durch die Verkettung witterungsbedingter, wirtschaftlicher, politischer und weiterer unvorhersehbarer Faktoren könnten bei der Gasversorgung „Engpässe eintreten“.
Solche Schreiben habe man bis 2024 verschickt, 2025 dann nicht mehr, erklärte ein Unternehmenssprecher dem Bericht zufolge. Dass die Warnungen zurück sind, verunsichert die Betriebe umso mehr – laut dem Bericht bereiten erste Firmen bereits Schutzschriften vor, um im Fall behördlicher Abschaltanordnungen juristisch nicht unvorbereitet zu sein.
Halb leere Speicher zum Herbstbeginn
Die Zahlen erklären die Nervosität. Nach offiziellen Daten waren die deutschen Erdgasspeicher Anfang September nur zu knapp 55 Prozent gefüllt – rund 27 Prozentpunkte weniger als im Mittel der Jahre 2017 bis 2021. Die Bundesnetzagentur nennt die Füllstände deutlich niedriger als in vergleichbaren Zeiträumen und nimmt die Entwicklung nach eigenen Angaben „sehr ernst“.
Gleichzeitig betont die Behörde, die Versorgung sei stabil, auf dem Weltmarkt sei genug Gas verfügbar, die Gefahr einer angespannten Lage schätze man weiterhin als gering ein. Maßstab ist die Vorgabe, zum 1. Februar 2027 mindestens 30 Prozent Füllstand zu halten. Die seit Juni 2022 geltende Alarmstufe des Notfallplans wurde zum 1. Juli 2025 aufgehoben, seither gilt die Frühwarnstufe.
Nord Stream war die Lehre – gelernt hat man wenig
Der Auslöser liegt diesmal nicht in Sibirien, sondern am Persischen Golf: Seit der Eskalation im Nahen Osten ist die Straße von Hormus blockiert, katarische LNG-Ladungen fallen laut Berichten seit dem Frühjahr weitgehend aus. Europa muss teureres Gas von anderen Anbietern kaufen – Analysen gehen von zusätzlichen Milliardenkosten für die Speicherbefüllung aus.
Und genau hier liegt aus Sicht unserer Redaktion das eigentliche Problem. Deutschland hat die eigene Kernkraft abgeschaltet, sich vom Weltmarkt für Flüssiggas abhängig gemacht und den Strompreis mit Abgaben und Umlagen aufgebläht. Wer sein Energiesystem so auf Importe und Wetterglück stellt, muss sich nicht wundern, wenn ein Konflikt 5.000 Kilometer entfernt die Fabrikhallen am Rhein zittern lässt.
Was das für Bürger und Sparer bedeutet
Für Haushalte drohen höhere Abrechnungen, für energieintensive Betriebe Produktionsentscheidungen mit dem Rechenschieber. Ob und wie stark die Großhandelspreise bei den Kunden ankommen, hängt laut Bundesnetzagentur von der Dauer des Konflikts und den Beschaffungsstrategien der Versorger ab.
Klar ist: Energiepreise treiben die Inflation – und Inflation entwertet Erspartes. Wer sein Vermögen breit aufstellt, zieht deshalb neben Liquidität auch physische Edelmetalle wie Gold und Silber als krisenerprobte Beimischung in Betracht.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst gründlich informieren.
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik





















