
Gasspeicher auf historischem Tiefstand – und die Bundesnetzagentur beschwichtigt

Die deutschen Gasspeicher sind so leer wie seit Jahren nicht mehr. Gerade einmal 36 Prozent zeigen die aktuellen Füllstände an – ein Wert, der selbst hartgesottene Energieexperten aufhorchen lässt. Doch was macht die Bundesnetzagentur? Sie verkündet in aller Seelenruhe, dass keine Mangellage drohe. Man fragt sich unwillkürlich: Leben wir in derselben Realität?
Zahlen, die Bände sprechen
Der Vergleich mit den Vorjahren offenbart das ganze Ausmaß der Misere. Ende Januar 2025 waren die Speicher noch zu 58 Prozent gefüllt, ein Jahr zuvor sogar zu stolzen 76 Prozent. Nun also 36 Prozent – ein Absturz, der seinesgleichen sucht. Fachleute sprechen bereits von einem historischen Tief, doch Klaus Müller, der Präsident der Bundesnetzagentur, gibt sich betont gelassen. Die Füllstände seien zwar wichtig, aber kein Indiz für eine Gasmangellage, erklärt er der Rheinischen Post.
Diese Aussage wirft Fragen auf. Wenn nicht die Füllstände der Speicher ein Warnsignal darstellen – was dann? Sollen die Bürger erst aufwachen, wenn die Heizungen kalt bleiben?
Die fragwürdige Beruhigungspille der Behörde
Müller verweist auf die veränderte Versorgungslage. Deutschland verfüge über unterschiedliche Importmöglichkeiten, darunter Pipelines und die neuen LNG-Terminals. Auch die Großhandelspreise würden keine Knappheit erkennen lassen, wenngleich sie zuletzt gestiegen seien. Eine bemerkenswerte Argumentation: Die Preise steigen, aber Knappheit gibt es nicht?
Die Realität sieht anders aus. Der Gaspreis schoss in nur 18 Tagen um satte 46 Prozent in die Höhe. Wer hier keine Warnsignale erkennt, der verschließt bewusst die Augen vor der Wirklichkeit. Die deutschen Verbraucher werden einmal mehr zur Kasse gebeten, während die Behörden Durchhalteparolen ausgeben.
Ein Déjà-vu der Energiepolitik
Man erinnert sich unweigerlich an die Beschwichtigungen der vergangenen Jahre. Auch damals hieß es stets, die Versorgung sei sicher – bis sie es plötzlich nicht mehr war. Die deutsche Energiepolitik gleicht einem Blindflug durch dichten Nebel, bei dem man hofft, irgendwie heil anzukommen.
Besonders pikant: Müller mahnt bereits jetzt Vorkehrungen für den Winter 2026/27 an, da Deutschland mit niedrigen Füllständen aus diesem Winter gehen werde. Eine erstaunliche Einschätzung für jemanden, der gleichzeitig behauptet, es gebe keinen Grund zur Sorge.
Die Zeche zahlt der Bürger
Der Behördenchef empfiehlt den Verbrauchern, achtsam mit Gas umzugehen, um das eigene Budget zu schonen. Eine Empfehlung, die angesichts explodierender Energiekosten fast schon zynisch anmutet. Viele Haushalte haben längst keine Spielräume mehr, um noch sparsamer zu heizen.
Die Abhängigkeit von LNG-Importen, die nach dem selbstverschuldeten Ende der russischen Gaslieferungen entstanden ist, rächt sich nun bitter. Die teuren Flüssiggas-Terminals, einst als Rettungsanker gepriesen, können die strukturellen Probleme der deutschen Energieversorgung nicht kaschieren.
Es bleibt der bittere Beigeschmack, dass die politisch Verantwortlichen die Konsequenzen ihrer verfehlten Energiepolitik auf die Bürger abwälzen – während sie selbst in warmen Büros sitzen und Entwarnung geben.

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