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Kettner Edelmetalle
17.02.2026
06:09 Uhr

Gasspeicher Haidach: Ungeplante Störung offenbart Deutschlands fatale Energieabhängigkeit

Es ist eine Nachricht, die in diesen kalten Februartagen aufhorchen lässt – und die einmal mehr die Verwundbarkeit der deutschen Energieversorgung schonungslos offenlegt. Der österreichische Gasspeicher Haidach, der für die Versorgung Süddeutschlands eine zentrale Rolle spielt, kann aufgrund „ungeplanter Wartungsarbeiten" in dieser Woche erheblich weniger Erdgas liefern. Die Ausspeicher- und Einspeicherleistung sei seit Montagmorgen um rund ein Viertel eingeschränkt, teilte der Betreiber SEFE Storage mit. Die Störung soll voraussichtlich bis zum 20. Februar andauern.

Ein Viertel weniger Gas – und das mitten im Winter

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Mitten in der Heizperiode, bei Temperaturen, die in weiten Teilen Bayerns deutlich unter dem Gefrierpunkt liegen, fällt ein wichtiger Gasspeicher teilweise aus. „Ungeplante Wartungsarbeiten an den Obertageanlagen" – so lautet die nüchterne Erklärung des Betreibers. Was sich hinter dieser technokratischen Formulierung verbirgt, dürfte für Millionen Bürger in Süddeutschland alles andere als beruhigend klingen.

Der Gasspeicher Haidach liegt zwar auf österreichischem Staatsgebiet, ist jedoch direkt an das bayerische Gasnetz angeschlossen. Betrieben wird er von SEFE Storage, einem Unternehmen, das zur verstaatlichten früheren Gazprom Germania gehört. Allein diese Tatsache ist ein Treppenwitz der deutschen Energiepolitik: Was einst als russische Infrastruktur auf deutschem Boden für Empörung sorgte, wurde kurzerhand verstaatlicht – und funktioniert nun offenbar nicht einmal reibungslos.

Füllstände auf besorgniserregendem Niveau

Besonders brisant ist der aktuelle Füllstand des Speichers. Gerade einmal gut 30 Prozent – das ist für Mitte Februar ein Wert, der nachdenklich stimmen sollte. Bereits in der Vorwoche war die Ausspeicherung zeitweise vollständig zum Erliegen gekommen, offenbar aus marktlichen Gründen. Teilweise wurde sogar Gas in den Speicher eingespeist, statt es den Verbrauchern zur Verfügung zu stellen. Ein Vorgang, der Fragen aufwirft: Wer entscheidet hier eigentlich über die Versorgungssicherheit der Bürger?

Die Antwort ist ernüchternd. Speicherbetreiber wie SEFE Storage stellen lediglich die Infrastruktur bereit und vermarkten Kapazitäten. Die eigentliche Entscheidung, ob Gas ein- oder ausgespeichert wird, liegt bei den Gashändlern als Eigentümern der gebuchten Kapazitäten. Die Versorgungssicherheit eines ganzen Landes hängt damit letztlich von den Kalkulationen privater Händler ab – ein Zustand, den man in einem Land, das sich gerne als Industrienation bezeichnet, kaum für möglich halten würde.

Österreich zeigt, wie es besser geht

Interessant ist der Blick über die Grenze: In Österreich verfügt der Staat selbst über eine strategische Gasreserve, die etwa 20 Prozent der Speicherkapazitäten ausmacht. Bei einem Gesamtfüllstand der österreichischen Speicher von knapp 40 Prozent gehört damit rund die Hälfte der verbliebenen Reserven dem Staat. Eine vorausschauende Maßnahme, von der Deutschland offenbar noch weit entfernt ist.

Die Quittung einer verfehlten Energiepolitik

Was wir hier erleben, ist nichts anderes als die Konsequenz jahrelanger energiepolitischer Fehlentscheidungen. Erst wurden die Atomkraftwerke abgeschaltet – gegen jede ökonomische und sicherheitspolitische Vernunft. Dann machte man sich sehenden Auges von russischem Gas abhängig, nur um diese Abhängigkeit anschließend durch hektische Sanktionspolitik und überteuerte LNG-Importe zu ersetzen. Die Gaspreise sind bereits deutlich gestiegen, und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht.

Grundsätzlich nimmt die Ausspeicherleistung von Gasspeichern mit sinkendem Füllstand ab. Je weniger Gas im Speicher ist, desto geringer der Druck, desto weniger kann in der gleichen Zeit ausgeleitet werden. Mehrere Gasspeicher in Deutschland und dem benachbarten Ausland nähern sich bereits der kritischen Marke von null Prozent. Dann wäre allenfalls noch eine geringfügige Einleitung von Gas in die Netze möglich. Ein Szenario, das vor wenigen Jahren noch als undenkbar gegolten hätte.

Die wirtschaftlichen Folgen dieser Entwicklung gehen weit über kalte Wohnzimmer hinaus. Hohe Gaspreise treffen die ohnehin angeschlagene deutsche Industrie ins Mark. Das Bruttoinlandsprodukt wird weiter unter Druck geraten, das mickrige Wirtschaftswachstum – sofern man es überhaupt noch so nennen kann – dürfte sich weiter abschwächen. Deutschland steuert sehenden Auges in eine Energiekrise, die hausgemacht ist.

Wo bleibt die strategische Vorsorge?

Man fragt sich unweigerlich: Was hat die Politik in den vergangenen Jahren eigentlich getan, um die Versorgungssicherheit der Bürger zu gewährleisten? Die Antwort ist so ernüchternd wie vorhersehbar: zu wenig. Statt in eine diversifizierte, resiliente Energieinfrastruktur zu investieren, hat man ideologiegetrieben Kernkraftwerke abgeschaltet, Kohlekraftwerke stillgelegt und auf Windräder und Solaranlagen gesetzt, die an einem kalten, dunklen Februartag exakt das liefern, was man von ihnen erwarten kann – nämlich nahezu nichts.

Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz steht nun vor einem Scherbenhaufen, den die Vorgängerregierungen hinterlassen haben. Das geplante 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur klingt zwar imposant, doch ob damit auch die Energieversorgungssicherheit nachhaltig gestärkt wird, bleibt abzuwarten. Die Bürger jedenfalls zahlen die Zeche – mit steigenden Heizkosten, einer galoppierenden Inflation und der bangen Frage, ob das Gas bis zum Frühlingsanfang reicht.

In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, Vermögenswerte zu besitzen, die nicht von politischen Fehlentscheidungen oder technischen Störungen abhängig sind. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrtausende als krisensicherer Wertspeicher bewährt – unabhängig davon, ob Gasspeicher funktionieren oder Regierungen versagen. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten sie genau jene Stabilität, die in der aktuellen Lage dringender denn je gebraucht wird.

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