
Gasspeicher im freien Fall: Deutschland taumelt in die Energiekrise

Was vor wenigen Jahren noch als undenkbar galt, wird nun zur bitteren Realität: Die deutschen Gasspeicher leeren sich in besorgniserregendem Tempo, und die Bundesrepublik steht möglicherweise nur noch wenige Tage vor einer offiziellen Gasmangellage. Der Füllstand ist auf unter 28 Prozent gesunken – ein Wert, der selbst hartgesottene Energieexperten aufhorchen lässt.
Die nackten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache
Am 4. Februar lag der durchschnittliche Füllstand der deutschen Gasspeicher bei 29,1 Prozent. Nur zwei Tage später dürfte dieser Wert bereits auf etwa 27,1 Prozent gefallen sein. Zum Vergleich: Im Vorjahr betrug der Füllstand zum selben Zeitpunkt noch stolze 50,5 Prozent – also nahezu das Doppelte. Die Entleerungsrate hat sich nach einer kurzen Verschnaufpause Ende Januar wieder auf rund einen Prozentpunkt pro Tag erhöht.
Was bedeutet das konkret? Bei gleichbleibendem Verbrauch könnte Deutschland bereits Mitte Februar die kritische 20-Prozent-Marke unterschreiten. Diese Schwelle gilt unter Fachleuten als der offizielle Beginn einer Gasmangellage. Dann werden zunächst Industriebetriebe und Freizeiteinrichtungen aufgefordert, ihren Gasverbrauch zu drosseln. Auch die Bevölkerung könnte erneut zum freiwilligen Sparen aufgerufen werden – ein Déjà-vu zu den Maßnahmen während des Russland-Konflikts vor drei Jahren.
Der Winter zeigt keine Gnade
Die Wetterprognosen verheißen nichts Gutes für die angespannte Versorgungslage. Schnee, Eis und Minustemperaturen werden Deutschland in den kommenden zwei Wochen fest im Griff behalten. Das bedeutet einen anhaltend hohen Heizbedarf, insbesondere bei den Millionen Privathaushalten, die noch immer auf Gasheizungen angewiesen sind.
Doch selbst diejenigen, die dem politischen Druck nachgegeben und auf Wärmepumpen umgestiegen sind, tragen indirekt zur Gasnachfrage bei. Warum? Weil mehr als 20 Prozent des deutschen Stroms aus Gaskraftwerken stammt. Die vielgepriesene Energiewende entpuppt sich einmal mehr als das, was kritische Beobachter schon lange befürchtet haben: ein Kartenhaus, das bei der ersten ernsthaften Belastungsprobe ins Wanken gerät.
LNG-Importe: Mehr Schein als Sein
Die frühere Bundesregierung unter Olaf Scholz hatte die LNG-Terminals als Rettungsanker für die deutsche Gasversorgung angepriesen. Die Realität sieht jedoch ernüchternd aus. Der Anteil von Flüssiggas an den gesamten deutschen Gasimporten beträgt lediglich rund 13 Prozent. Der Löwenanteil kommt nach wie vor über Pipelines aus Norwegen, Belgien und den Niederlanden.
Besonders alarmierend: Die LNG-Importe sind in den vergangenen Tagen regelrecht eingebrochen. Während bis zum 2. Februar noch täglich rund 330 Gigawattstunden angeliefert wurden, sank diese Menge am 3. und 4. Februar auf magere 90 Gigawattstunden. Zwar erholte sich der Wert am 5. Februar leicht auf etwa 150 Gigawattstunden, doch von einer stabilen Versorgung kann keine Rede sein.
Die Kapazitäten der deutschen LNG-Terminals sind dabei nur zu einem Bruchteil ausgelastet. Von möglichen 5.170 Gigawattstunden wurden am 4. Februar gerade einmal 1.163 Gigawattstunden genutzt.
Norwegens Pipeline am Limit
Auch beim Pipelinegas aus Norwegen, Deutschlands wichtigstem Gaslieferanten, gibt es kaum noch Spielraum. Am 4. Februar strömten 1.360 Gigawattstunden durch die Leitungen – obwohl die empfohlene Kapazität nur bei 1.277 Gigawattstunden liegt. Man fährt also bereits über dem Limit, ein riskantes Spiel mit ungewissem Ausgang.
Regionale Unterschiede verschärfen die Lage
Besonders dramatisch stellt sich die Situation in Süddeutschland dar. Der größte Speicher der Bundesrepublik im niedersächsischen Rehden weist nur noch einen Füllstand von 8,5 Prozent auf. Der bayerische Gasspeicher Wolfersberg ist mit 4,4 Prozent praktisch leer. Und der Speicher Frankenthal in Rheinland-Pfalz? Der wird aktuell mit 0,0 Prozent geführt – vollständig entleert, sofern es sich nicht um einen Datenfehler handelt.
Das Versagen der Energiepolitik
Diese Entwicklung ist das Ergebnis jahrelanger energiepolitischer Fehlentscheidungen. Der überhastete Ausstieg aus der Kernenergie, die ideologisch getriebene Abhängigkeit von sogenannten erneuerbaren Energien und die naive Annahme, man könne eine Industrienation wie Deutschland mit Wind und Sonne zuverlässig versorgen – all das rächt sich nun bitter. Während das Bundeswirtschaftsministerium gebetsmühlenartig auf die hohen LNG-Kapazitäten verweist und die Versorgungslage als stabil bezeichnet, sprechen die Fakten eine andere Sprache.
Die deutschen Bürger werden einmal mehr die Zeche für das Versagen ihrer politischen Führung zahlen müssen. Ob in Form von Sparappellen, steigenden Energiepreisen oder im schlimmsten Fall durch Rationierungen – die Konsequenzen einer verfehlten Energiepolitik werden für jeden spürbar sein. Es bleibt zu hoffen, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz aus den Fehlern der Vergangenheit lernt und endlich eine realistische, an den Bedürfnissen der Bürger orientierte Energiepolitik verfolgt.

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