
Gasspeicher vor dem Kollaps: Deutschland droht im Frühjahr die kalte Dusche

Was jahrelang als undenkbar galt, rückt nun in bedrohliche Nähe: Deutschlands Gasspeicher könnten bereits Ende April vollständig entleert sein – und das nicht etwa in einem apokalyptischen Extremszenario, sondern bei Temperaturen, die gerade einmal zwei Grad unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre liegen. Eine aktuelle Modellrechnung des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) zeichnet ein Bild, das selbst hartgesottene Energieexperten erschaudern lassen dürfte.
Zwei Grad weniger – und die Lichter gehen aus
Konkret prognostiziert das DVGW-Berechnungstool: Sollten die Temperaturen im März und April nur geringfügig unter den Durchschnittswerten liegen, wäre ein rechnerischer Leerstand der deutschen Gasspeicher für den 28. April zu erwarten. Zwei Grad. Nicht zehn, nicht zwanzig – zwei lächerliche Grad Celsius trennen die Bundesrepublik von einer Energiekrise, die das Potenzial hätte, die industrielle Basis des Landes in die Knie zu zwingen.
Doch der eigentliche Albtraum würde deutlich früher beginnen. Bereits bei der bloßen Erwartung eines Gasmangels würden die Preise am Terminmarkt in die Höhe schießen wie eine Silvesterrakete. Energieintensive Unternehmen – das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – könnten gezwungen sein, ihre Produktion zu drosseln oder gleich ganz einzustellen. Spätestens bei Ausrufung der Notfallstufe durch die Bundesregierung hätte die Bundesnetzagentur die Befugnis, industrielle Verbraucher vom Netz zu nehmen, um Haushalte und kritische Infrastruktur zu versorgen. Man stelle sich das vor: Deutschland, einst Industrienation Nummer eins in Europa, schaltet seine Fabriken ab, weil schlicht das Gas fehlt.
Bayern friert zuerst
Besonders brisant ist die regionale Schieflage. Die Gasspeicher im Süden Deutschlands – namentlich in Bayern – hätten das angestrebte Füllniveau von 40 Prozent zum 1. Februar klar verfehlt. Während das Wirtschaftsministerium in Berlin beschwichtigt und darauf verweist, dass regionale Unterschiede keine Rolle spielten, sehen Experten dies deutlich kritischer. Es mutet geradezu grotesk an, wenn eine Bundesregierung, die sich sonst für jede noch so absurde Detailregulierung zuständig fühlt, ausgerechnet bei der Energieversorgung auf regionale Gleichmacherei setzt.
Hinzu kommt ein technisches Problem, das die Lage zusätzlich verschärft: Bereits lange vor dem rechnerischen Nullpunkt sinkt die sogenannte Ausspeiseleistung der Speicher erheblich. Mit anderen Worten: Selbst wenn noch Gas in den Kavernen lagert, kann es ab einem gewissen Füllstand nicht mehr in ausreichender Menge entnommen werden. In besonders kalten Szenarien – bei nur fünf Prozent mehr Verbrauch als im Durchschnitt – könnte der Gesamtfüllstand bereits am 3. April auf null sinken.
Auch die Nachbarn schwächeln
Wer nun hofft, dass wenigstens die europäischen Partner einspringen könnten, wird bitter enttäuscht. Die Niederlande, nach Norwegen zweitwichtigster Gaslieferant Deutschlands, verzeichnen laut „Gas Infrastructure Europe" landesweit bereits weniger als 20 Prozent Füllstand. Sollte aus Rotterdam weniger Flüssigerdgas (LNG) weitergeleitet werden, könnte sich der Rückgang der deutschen Speicherstände noch dramatisch beschleunigen.
Die Quittung einer verfehlten Energiepolitik
Was wir hier erleben, ist nichts anderes als die bittere Quittung einer Energiepolitik, die über Jahre hinweg ideologisch statt pragmatisch geführt wurde. Die überstürzte Abkehr von russischem Gas – ohne auch nur annähernd gleichwertigen Ersatz gesichert zu haben – rächt sich nun mit mathematischer Präzision. Man hat sich in eine Abhängigkeit von teurem LNG aus den USA und Katar begeben, das nicht nur ein Vielfaches des russischen Pipelinegases kostet, sondern dessen Lieferketten auch deutlich fragiler sind.
Während deutsche Bürger mit explodierenden Energiekosten kämpfen und die Industrie um ihre Wettbewerbsfähigkeit bangt, scheint die politische Klasse in Berlin weiterhin in einer Parallelwelt zu leben. Statt die Energieversorgung als das zu behandeln, was sie ist – eine Frage der nationalen Sicherheit –, verliert man sich in Debatten über Klimaneutralität und Wärmepumpen. Die Realität aber ist unbarmherzig: Physik lässt sich nicht wegdiskutieren, und leere Gasspeicher lassen sich nicht mit guten Absichten füllen.
Es stellt sich die unbequeme Frage: Wie konnte es so weit kommen, dass eine der größten Volkswirtschaften der Welt im fünften Winter nach Beginn des Ukraine-Konflikts immer noch keine belastbare Strategie für ihre Energiesicherheit vorweisen kann?
Die Antwort liegt auf der Hand. Jahrelang hat man in Deutschland lieber Windräder gezählt als Gasspeicher gefüllt, lieber Haltung gezeigt als Vorsorge getroffen. Die Bürger dieses Landes verdienen eine Regierung, die ihre Grundbedürfnisse – Wärme, Strom, eine funktionierende Wirtschaft – über ideologische Projekte stellt. Dass dies offenbar zu viel verlangt ist, sagt mehr über den Zustand der deutschen Politik aus als jede Modellrechnung es je könnte.
In Zeiten wie diesen, in denen die Kaufkraft des Einzelnen durch steigende Energiepreise und eine galoppierende Inflation systematisch ausgehöhlt wird, gewinnt die Frage der Vermögenssicherung eine ganz neue Dringlichkeit. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt – gerade in Krisenzeiten, wenn politische Fehlentscheidungen die Ersparnisse der Bürger bedrohen. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wichtigen Beitrag zur Absicherung des eigenen Vermögens leisten.

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