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Kettner Edelmetalle
13.08.2026
14:03 Uhr
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Germanium-Schock: Wie China dem Westen den Hahn zudreht

Germanium-Schock: Wie China dem Westen den Hahn zudreht
Symbolbild: KI-generiert

Ein Metall, das kaum jemand kennt, hält gerade die Rüstungsindustrie des Westens in Atem: Germanium. Peking kontrolliert den Markt – und nutzt ihn als Hebel. Jetzt setzen amerikanische Analysten auf einen Ausweg aus dem Labor.

Das US-Analysehaus Piper Sandler hat die Bewertung des Optikherstellers LightPath Technologies mit "Overweight" und einem Kursziel von 15 US-Dollar aufgenommen. Der Grund laut dem Analystenbericht: ein synthetisches Glas namens BlackDiamond, für das das Unternehmen eine exklusive Lizenz halte.

Ein Kunstglas gegen Pekings Klammergriff

BlackDiamond soll Germanium in Infrarot-Optiken schlicht überflüssig machen – bei Kosten auf oder unter dem Niveau des knappen Metalls. Damit könne der Hersteller Wärmebildkameras und Optiken für große Verteidigungsprogramme fertigen, ohne von chinesischen Exportlizenzen abhängig zu sein, heißt es in der Studie.

Der Titel der Analyse, "BlackDiamonds Are Forever", ist augenzwinkernd gewählt. Der Ernst dahinter ist enorm: Rund 91 Prozent der weltweiten Primärproduktion und über 90 Prozent der Raffineriekapazität liegen laut Daten von S&P Global in chinesischer Hand.

Von der Exportkontrolle zur Preisexplosion

Peking führte im August 2023 Lizenzpflichten ein und stoppte Ende 2024 Lieferungen in die USA. Der Bann wurde zwar bis November 2026 ausgesetzt – doch Genehmigungen bleiben Pflicht, Verkäufe an militärische Abnehmer weiter untersagt.

Die Folgen sind an den Preistafeln abzulesen. Marktbeobachtern zufolge kostete Germanium Anfang 2023 rund 1.000 Dollar je Kilogramm; im laufenden Jahr wurden für westliches Lagermaterial Notierungen von über 8.000 Dollar berichtet. Ein Vervielfachung binnen drei Jahren – ohne dass eine Unze davon spekulativ überhitzt wäre, denn der Markt ist schlicht ausgetrocknet.

Deutschland: abhängig, unvorbereitet, überreguliert

Und Deutschland? Medienberichten zufolge kamen im April dieses Jahres weltweit weniger als ein Kilogramm Germanium und lediglich drei Kilogramm Gallium aus China an – die Bundesrepublik ging leer aus. Ein Rohstoffhändler warnte in der Fachpresse, ganze Lieferketten seien in Gefahr.

Der Europäische Rechnungshof kritisierte im Februar, Bergbau, Recycling und Genehmigungsverfahren kämen "weiterhin erheblich" ins Stocken. Der deutsche Rohstofffonds über eine Milliarde Euro fördert Berichten zufolge bislang ganze drei Projekte.

Besonders bitter: Nach einer Änderung des Bundesfinanzministeriums sollen auf strategische Metalle aus Zollfreilagern künftig 19 Prozent Steuern anfallen. Ein Branchenvertreter sprach von einem "beängstigenden Signal" für die Industrie. Das Ministerium sieht darin lediglich eine Klarstellung.

Was Anleger daraus lernen können

Milliarden für Klimaziele im Grundgesetz, aber kein strategisches Rohstofflager – aus Sicht unserer Redaktion ist das eine Prioritätensetzung, die sich bitter rächen könnte. Während Washington über Ersatzstoffe und neue Lieferketten nachdenkt, verhandelt Berlin in Peking über "Zugänge".

Die Lehre ist älter als jede Rohstoffkrise: Wer physisch besitzt, ist unabhängig von Lizenzen, Lieferketten und politischem Wohlwollen. Für viele Sparer sind physische Edelmetalle wie Gold und Silber deshalb eine sinnvolle Ergänzung eines breit gestreuten Vermögens – greifbar, weltweit handelbar und ohne Gegenparteirisiko.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.

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