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Gold-Comeback in Indien: Hochzeitssaison lockt Käufer in die Läden

Gold-Comeback in Indien: Hochzeitssaison lockt Käufer in die Läden
Symbolbild: KI-generiert

Indiens Goldmarkt meldet sich zurück. Nach Monaten mit Rekordpreisen und leeren Juweliergeschäften strömen die Käufer im Quartal Oktober bis Dezember wieder in die Läden, wie die Ratingagentur Crisil berichtet. Pünktlich zum Lichterfest-Auftakt Dhanteras am heutigen Freitag und zum Beginn der Hochzeitssaison greifen die Inder wieder zu.

Mehr Kundschaft, mehr Käufe

Laut Crisil Ratings, der indischen Tochter von S&P Global, kommen derzeit nicht nur mehr Besucher in die Geschäfte. Auch der Anteil derer, die tatsächlich etwas kaufen, sei gestiegen. Die Analyse stützt sich auf 76 organisierte Händler, die zusammen etwa ein Drittel der Branchenumsätze erwirtschaften.

Auch die Juweliere selbst sind zuversichtlich. Indischen Medienberichten zufolge rechnen Händler dank starker Vorbestellungen mit einem Umsatzplus von 10 bis 12 Prozent rund um Dhanteras. An diesem Tag gilt der Kauf von Gold in vielen Familien als Glücksbringer. Kalyan Jewellers spricht von deutlich mehr Andrang in den Filialen. Die jüngste Preiskorrektur habe den Kunden das nötige Vertrauen gegeben, ihre Kaufpläne umzusetzen, sagte Geschäftsführer Ramesh Kalyanaraman.

Ein Jahr mit hohen Preisen und Strafzöllen

Die Erholung kommt nach einem schwachen Jahr. Für den zweitgrößten Goldverbraucher der Welt war 2026 eine Zerreißprobe. Neu-Delhi hob im Mai den Einfuhrzoll auf Gold auf 15 Prozent an. Gleichzeitig trieb die globale Rally die Preise im Einzelhandel auf Rekordniveau. Kein Wunder, dass vor allem die Mittelschicht monatelang auf Käufe verzichtete.

Beobachter sehen darin ein Lehrstück: Der Staat verteuert das wichtigste Sparinstrument seiner Bürger, um die Importrechnung zu drücken. Die Familien müssen das ausbaden. Auch in Europa ist es keine Selbstverständlichkeit, dass der Staat die Finger vom Ersparten der Bürger lässt.

Inzwischen hat sich der Goldpreis von seinem Hoch zurückgezogen. Nach einem Spitzenwert von mehr als 5.500 Dollar je Unze in diesem Jahr rutschte er zeitweise unter 4.000 Dollar. Am Donnerstagmorgen (5. November) lag er nach US-Angaben bei rund 4.120 Dollar.

Kleine Münzen statt schwerer Ketten

Bemerkenswert ist, wie die Inder kaufen. Samit Guha, Chef der größten Edelmetallraffinerie des Landes, MMTC-PAMP, beobachtet ein wachsendes Interesse an kleinen Goldmünzen und Barren. So könnten Käufer auch mit kleinerem Budget einsteigen. Beim aktuellen Preisniveau gingen Kunden überlegter vor und verzichteten eher auf einen großen Einmalkauf.

Das ist ein klarer Trend: weg vom reinen Schmuckstück, hin zum Gold als Wertanlage. Wer regelmäßig kleinere Mengen kauft, glättet Preisschwankungen und baut Schritt für Schritt Vermögen auf. Diese Strategie kennen auch viele Sparer hierzulande.

Die Bremsspuren bleiben

Ganz wettmachen kann der Festtagsschub das schwache Jahr aber nicht. Der World Gold Council erwartet, dass Indiens Goldimporte 2026 auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren fallen. Das Land ist fast vollständig auf Einfuhren angewiesen.

Harshal Barot vom Londoner Analysehaus Metals Focus spricht von einer das ganze Jahr über schleppenden Nachfrage. Die Mengen dürften kaum das Vorjahresniveau erreichen, so Barot. Schmuck werde seit Jahren leichter gearbeitet, und Legierungen mit 18, 14 oder sogar 9 Karat machten einen immer größeren Teil der Verkäufe aus. Crisil rechnet für das indische Geschäftsjahr 2026/27 dennoch damit, dass sich der Mengenrückgang bei den organisierten Händlern auf 4 bis 6 Prozent abschwächt.

Fazit: Die Tradition ist stärker als jeder Preisschock

Indien zeigt, was Gold für Familien ist: kein Spekulationsobjekt, sondern ein Wert, der über Generationen weitergegeben wird. Weder Rekordpreise noch Strafzölle haben diese Bindung gebrochen. Sie haben die Käufer nur vorsichtiger gemacht. Für Anleger in Deutschland ist das ein Hinweis: Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio einen wichtigen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten, gerade dann, wenn die Preise zwischendurch einmal nachgeben.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser ist angehalten, eigene Recherchen anzustellen, und trägt für seine Anlageentscheidungen allein die Verantwortung.

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