
Gold-Comeback mit Wucht: Fed-Mann Waller bremst die Zins-Falken!

Der Goldpreis meldet sich eindrucksvoll zurĂŒck. Am Donnerstag kletterte Spot-Gold um bis zu 2,9 Prozent und lag damit wieder ĂŒber der Marke von 4.500 US-Dollar je Feinunze, US-Gold-Futures stiegen sogar um 3,2 Prozent auf ĂŒber 4.550 Dollar. Der Grund: An den MĂ€rkten schwindet die Angst vor einer Zinserhöhung der US-Notenbank Fed im September.
Der krÀftigste Tagessprung seit Mitte August
Einen so starken Anstieg im Tagesverlauf gab es zuletzt am 19. August. Innerhalb von nur zwei Handelstagen kehrte mehr als eine Billion Dollar an Marktkapitalisierung in den Goldmarkt zurĂŒck. Kurz zuvor hatte das Edelmetall Berichten zufolge noch auf dem tiefsten Stand seit dem 7. August notiert.
Auch Silber zog mit. Marktdaten zufolge stand Spot-Silber am spÀten Donnerstagnachmittag (US-Zeit) bei rund 66,83 Dollar je Unze, ein Plus von knapp 2,5 Prozent. Das kleinere Edelmetall schwankt bekanntlich stÀrker als Gold, nach unten wie nach oben.
Warsh droht, Waller beruhigt
Ausgelöst hatte den Ausverkauf Fed-Chef Kevin Warsh. Bei seinem Auftritt beim Notenbank-Symposium in Jackson Hole schlug er Medienberichten zufolge einen harten Ton an: Die Inflation sei weiterhin zu hoch, und die Notenbank habe womöglich noch Arbeit vor sich. Nach Daten des CME FedWatch Tool sprang die Wahrscheinlichkeit fĂŒr eine Zinserhöhung im September daraufhin auf ĂŒber 60 Prozent. Das war mehr als doppelt so viel wie vor der Rede.
Dann kam Fed-Gouverneur Christopher Waller. Er rechne im kommenden Monat mit âvernĂŒnftigenâ Inflationsdaten, sagte er. Berichten zufolge wĂ€re er bereit, die Zinsen auf der Sitzung am 15. und 16. September unverĂ€ndert zu lassen, falls die Teuerung weiter nachlĂ€sst. Die HĂ€ndler reagierten sofort: Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung fiel auf rund 50 Prozent. Die Fed ist sich also selbst nicht einig.
Warum ist das so wichtig fĂŒr Gold? Gold wirft keine Zinsen ab. Steigen die Zinsen, werden Anleihen und Tagesgeld attraktiver, und es kostet mehr, Gold zu halten. Das hat eine gewisse Ironie: Viele kaufen Gold als Schutz vor Inflation, gleichzeitig drĂŒckt der Kampf der Notenbank gegen die Inflation kurzfristig auf den Preis.
Schwacher Dollar als RĂŒckenwind
Ole Hansen, Rohstoffchef bei der Saxo Bank, sieht in Waller allerdings nicht den einzigen Grund fĂŒr den Anstieg. Die Erholung habe schon vor dessen ĂuĂerungen begonnen, gestĂŒtzt durch einen schwĂ€cheren Dollar, vor allem gegenĂŒber dem japanischen Yen. Der Dollar-Index gab von seinem fast dreiwöchigen Hoch nach, und die Renditen der US-Staatsanleihen fielen von ihren Mehrjahreshochs zurĂŒck.
UBS-Analyst Giovanni Staunovo sieht es Ă€hnlich: Ein etwas schwĂ€cherer Dollar und leicht gesunkene Zinsen hĂŒlfen dem Gold. Weil die Fed derzeit keine klaren Signale zu ihrem weiteren Kurs gebe, reagiere das Edelmetall aber sehr empfindlich auf jede Ănderung der Erwartungen. Hinzu kommt der Druck aus dem WeiĂen Haus, wo PrĂ€sident Trump schon lange niedrigere Zinsen fordert.
Der Arbeitsmarkt entscheidet ĂŒber die nĂ€chste Runde
Als NĂ€chstes blickt der Markt auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Die ADP-Daten vom Mittwoch zeigten fĂŒr August einen moderaten Zuwachs bei den Stellen in der Privatwirtschaft. KĂŒhlt der Arbeitsmarkt deutlich ab, sprĂ€che weniger fĂŒr eine Zinserhöhung. Eine hartnĂ€ckige Inflation bleibt dagegen das gröĂte Risiko.
Ryan McKay, Rohstoffstratege bei TD Securities, glaubt an weiter steigende Preise. Offen sei vor allem, wann der nÀchste Anstieg komme, solange die MÀrkte wegen der Inflationssorgen weiter mit einer Zinserhöhung rechnen.
Was das fĂŒr Edelmetall-Anleger bedeutet
Trotz aller Schwankungen liegt Gold seit Jahresbeginn mehr als 4 Prozent im Plus. Die vergangenen Tage zeigen vor allem eines: Schon eine einzige Rede eines Notenbankers kann die MĂ€rkte stark bewegen. Wer sein Vermögen nicht von solchen Kurswechseln abhĂ€ngig machen will, findet in physischem Gold und Silber eine sinnvolle ErgĂ€nzung fĂŒr ein breit gestreutes Portfolio. Edelmetalle zahlen keine Zinsen, sind aber auch nicht vom Versprechen einer Notenbank abhĂ€ngig.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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