
Gold ringt um die 5.000-Dollar-Marke: Warum der Rücksetzer Anleger nicht verunsichern sollte
Was für ein Schauspiel an den Edelmetallmärkten: Nach einer atemberaubenden Rally, die den Goldpreis im Januar 2026 auf ein historisches Allzeithoch von 5.416 US-Dollar je Unze katapultierte, folgte der Absturz – brutal, schnell und für manchen Anleger schmerzhaft. Innerhalb von nur drei Tagen verlor das gelbe Edelmetall annähernd 15 Prozent seines Wertes, was einem Rückgang von über 700 US-Dollar entspricht. Doch wer jetzt in Panik verfällt, hat die fundamentalen Zusammenhänge offenbar nicht verstanden.
Eine Korrektur, kein Trendbruch
Am Donnerstag kämpft der Goldpreis um die psychologisch bedeutsame Marke von 5.000 US-Dollar. Der Handel verläuft dünn, was vor allem den Feierlichkeiten zum Chinesischen Neujahr geschuldet ist – die Börsen in Festlandchina, Hongkong, Singapur, Taiwan und Südkorea bleiben geschlossen. Doch die geringe Liquidität täuscht über die eigentliche Stärke des Marktes hinweg. Denn die fundamentalen Treiber der Goldpreis-Entwicklung haben sich kein Stück verändert.
Bereits im Oktober 2025 erlebte Gold einen ähnlichen Rücksetzer von rund 10 Prozent, der damals sechs Handelstage andauerte. Was folgte? Eine erneute Rally, die den Kurs auf neue Höchststände trieb. Analysten wie Marcin Kiepas von Tickmill bezeichneten die damalige Korrektur als „der starken vorangegangenen Rally angemessen". Warum sollte es diesmal anders sein?
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache
Wer sich die langfristige Entwicklung vor Augen führt, dem dürfte schwindelig werden – im positiven Sinne. Im Oktober 2022 kostete eine Unze Gold noch weniger als 1.900 US-Dollar. Ende 2025 waren es bereits rund 4.300 US-Dollar. Allein in den Jahren 2024 und 2025 hat sich der Wert des Edelmetalls verdoppelt. Eine Performance, von der Aktienanleger nur träumen können – zumal die Börsen in derselben Zeit von einer Krise in die nächste taumelten.
Bemerkenswert ist dabei, dass in Ländern wie Japan und Polen zeitweise regelrechte Schlangen vor den Händlern für physisches Gold entstanden. Ein Phänomen, das einerseits auf die enorme Nachfrage hindeutet, andererseits aber auch als Warnsignal für eine mögliche Überhitzung interpretiert werden könnte. Analysten vermuten, dass die aktuelle Konsolidierungsphase – ähnlich wie zwischen Mai und August 2025, als der Goldpreis um 3.350 US-Dollar pendelte – durchaus einige Monate andauern könnte.
Fed-Protokoll sorgt für Unsicherheit – und stützt Gold
Das jüngst veröffentlichte Protokoll der US-Notenbank offenbarte ein gespaltenes Bild unter den Entscheidungsträgern. Während nahezu alle Mitglieder dafür votierten, die Zinsen unverändert zu belassen, gingen die Meinungen über den weiteren Kurs weit auseinander. „Mehrere" Mitglieder signalisierten Offenheit für Zinserhöhungen, sollte die Inflation auf hohem Niveau verharren. Andere hingegen zogen zusätzliche Zinssenkungen in Betracht, falls die Teuerung weiter zurückgehen sollte.
Diese Uneinigkeit ist Wasser auf die Mühlen der Goldanleger. Denn Unsicherheit über die geldpolitische Richtung war schon immer einer der stärksten Treiber für das Edelmetall. Neue Impulse könnten kurzfristig durch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie den für Freitag angekündigten PCE-Bericht – den bevorzugten Inflationsindikator der Fed – kommen.
Geopolitische Brandherde befeuern die Nachfrage
Die Liste der geopolitischen Risiken, die den Goldpreis stützen, liest sich wie ein Katalog des Schreckens: Der russisch-ukrainische Krieg dauert unvermindert an, die Spannungen rund um Irans Atomprogramm haben sich nach den israelischen Angriffen auf iranische Atomanlagen dramatisch verschärft, und das Risiko einer gewaltsamen Eingliederung Taiwans in die Volksrepublik China schwebt wie ein Damoklesschwert über den Märkten. Hinzu kommen die von US-Präsident Trump entfesselten Handelskonflikte mit Zöllen von 20 Prozent auf EU-Importe und 34 Prozent auf chinesische Waren.
All dies führt dazu, dass Zentralbanken weltweit Gold als Wertreserve anderen Anlagen wie Devisen vorziehen. Besonders aufschlussreich: Der Goldanteil in den chinesischen Reserven beträgt lediglich rund 10 Prozent. Angesichts des erklärten Bestrebens Pekings, unabhängiger vom US-Dollar zu werden, dürfte China seine Goldkäufe weiter forcieren – ein Trend, der auch bei anderen Notenbanken zu beobachten ist.
Zentralbanken als entscheidender Preistreiber
Rohstoff-Spezialisten betonen, dass die Goldrally im Wesentlichen durch die massiven Käufe der Zentralbanken getragen werde. Selbst bei neutralem Verhalten anderer Marktteilnehmer könnte dies allein ausreichen, um die Goldpreis-Entwicklung 2026 um weitere 15 bis 20 Prozent steigen zu lassen. Ein Szenario, das angesichts der explodierenden Schuldenstände in den USA und Europa – wo auch die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz mit einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen die Verschuldung weiter in die Höhe treibt – alles andere als unrealistisch erscheint.
ETF-Verkäufe kein Grund zur Sorge
Die jüngsten Verkäufe bei Gold-ETFs seien nach Einschätzung vieler Experten kein Zeichen einer Trendwende. Große institutionelle Investoren wie Pensionsfonds ändern ihre Strategien nicht kurzfristig. Es sei vielmehr zu vermuten, dass lediglich Gewinne realisiert wurden – ein völlig normaler Vorgang nach einer derart fulminanten Rally.
Technisch betrachtet liegt eine wichtige Unterstützung beim 50-Tage-Durchschnitt, der aktuell bei 4.673 US-Dollar notiert und weiter steigt. Sollte das jüngste Zwischentief bei 4.655 US-Dollar unterschritten werden, wäre der zweite Aufwärtstrend vom Tiefpunkt aus allerdings gescheitert. Hält hingegen die Unterstützung bei etwa 4.842 US-Dollar, bleibe Aufwärtspotenzial mit dem Ziel einer Erholung in Richtung 5.345 US-Dollar bestehen.
Physisches Gold bleibt der Fels in der Brandung
In einem Umfeld, das von geopolitischen Risiken, strukturell höherer Inflation und einer Geldpolitik geprägt ist, die seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers 2008 eher auf die Vermeidung hoher Arbeitslosigkeit als auf strikte Inflationsbekämpfung setzt, bleiben physische Edelmetalle ein unverzichtbarer Baustein jeder soliden Vermögensstrategie. Goldbarren, Goldmünzen und physisches Silber behalten in diesem Umfeld ihre Attraktivität als Krisenschutz – unabhängig von kurzfristigen Kursschwankungen, die an den Papiermärkten für Nervosität sorgen mögen.
Wer die Geschichte des Goldes kennt, weiß: Jede Korrektur war bislang eine Kaufgelegenheit. Und während Regierungen weltweit die Druckerpressen laufen lassen und Schulden anhäufen, als gäbe es kein Morgen, bleibt das gelbe Edelmetall das, was es seit Jahrtausenden ist – der ultimative Schutz vor der Entwertung des Papiergeldes.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und spiegeln die Meinung unserer Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus der Umsetzung der hier dargestellten Überlegungen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.
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