
Goldpreis vor neuem Höhenflug: ING prognostiziert 5.000-Dollar-Marke noch in diesem Jahr

Während die deutsche Politik munter weiter Schulden in dreistelliger Milliardenhöhe anhäuft und die Inflation den Bürgern das Ersparte aus der Tasche zieht, festigt das gelbe Edelmetall seine Position als Anker in stürmischen Zeiten. Am Donnerstagvormittag präsentiert sich der Goldpreis nach einer kurzen Verschnaufpause wieder in robuster Verfassung. Die Feinunze notiert aktuell bei rund 4.537 US-Dollar, was umgerechnet etwa 3.914 Euro entspricht. Damit setzt das Edelmetall seine Erholung fort, die nach dem Mehrwochentief vom 19. Mai eingesetzt hatte – an jenem Tag war der Spotpreis nach Angaben von CNBC um über zwei Prozent auf 4.474 US-Dollar abgerutscht, den tiefsten Stand seit Ende März.
Korrektur vom Allzeithoch – aber das große Bild bleibt intakt
Vom Rekordhoch bei 5.602,22 US-Dollar je Unze, das Ende Januar 2026 markiert wurde, hat Gold zwischenzeitlich spürbar nachgegeben. Auslöser für die Korrektur war ausgerechnet der seit Ende Februar schwelende Iran-Konflikt. Doch entgegen aller Lehrbuchweisheiten wirkte die geopolitische Eskalation diesmal nicht als klassischer Treiber für sichere Häfen. Stattdessen sorgte die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus für einen Ölpreisschock, der die Inflationssorgen neu entfachte. In der Folge gab Gold seit Beginn des Konflikts rund zwölf Prozent ab – belastet durch einen festeren Dollar, höhere Anleiherenditen und zurückgedrängte Erwartungen an Zinssenkungen der Federal Reserve.
ING-Strategin Manthey: Fünf-Tausend-Dollar-Marke in Reichweite
Trotz dieser temporären Gegenwinde bleibt der mittelfristige Ausblick für das Edelmetall ausgesprochen freundlich. Ewa Manthey, Rohstoffstrategin der niederländischen Großbank ING, hält in ihrem jüngsten Ausblick einen Goldpreis von 5.000 US-Dollar je Unze bis zum Jahresende für realistisch. Getragen werde dieser Ausblick vor allem von der ungebrochenen Nachfrage der Notenbanken sowie sich wieder verbessernden Zuflüssen in Gold-ETFs. Der jüngste Preisrückgang sei in erster Linie das Resultat vorübergehender Makro-Gegenwinde – höherer Ölpreise, eines festeren US-Dollars und gestiegener Realrenditen, so Manthey gegenüber deVere Insights. Sobald der Krieg ein Ende finde, werde sich die fundamentale Stärke von Gold wieder durchsetzen.
Mit dieser Einschätzung steht die ING-Expertin keineswegs allein. Eine aktuelle Reuters-Umfrage unter 31 Edelmetallanalysten ergab eine mittlere Prognose von 4.916 US-Dollar für 2026. Noch deutlich optimistischer zeigt sich das Rohstoffteam von Goldman Sachs rund um Daan Struyven: Die US-Investmentbank rechnet mit einem Anstieg auf 5.400 US-Dollar je Feinunze bis Ende 2026.
Notenbanken kaufen, was das Zeug hält
Die beiden tragenden Säulen des bullischen Ausblicks sind schnell benannt. Da wäre zum einen die ungebrochene Kaufstrategie der globalen Notenbanken. Die People's Bank of China stockte ihre offiziellen Goldreserven im April um acht Tonnen auf – die größte Einzelaufstockung seit 15 Monaten. Bezeichnend war eine jüngste Notenbankkonferenz von Goldman Sachs, auf der rund 70 Prozent der befragten Notenbanker erklärten, weltweit steigende Goldreserven in den kommenden zwölf Monaten zu erwarten. Etwa derselbe Anteil rechnet mit einem Goldpreis jenseits der 5.000-Dollar-Marke binnen Jahresfrist. Es ist ein vielsagendes Bild: Die Hüter des Geldes selbst flüchten in das Edelmetall, während sie ihre eigenen Währungen durch ausuferndes Gelddrucken entwerten.
Zum anderen verzeichnen die global gelisteten Gold-ETFs trotz weiterhin erhöhter Inflationssorgen wieder frische Mittelzuflüsse. Auch die physischen Märkte Asiens senden Stärkesignale: Die Prämien in Shanghai blieben während des Ausverkaufs am Dienstag durchgängig positiv gegenüber dem Londoner Spotpreis – ein klares Indiz dafür, dass der weltweit größte physische Goldmarkt das Angebot zu niedrigeren Preisen gierig absorbiert.
US-Daten als nächster Impulsgeber
In den kommenden Tagen richtet sich der Blick der Anleger vor allem auf den US-Flash-PMI und die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die am 22. Mai 2026 veröffentlicht werden. Sollten diese Daten enttäuschen, würden typischerweise neue Zinssenkungserwartungen der Federal Reserve aufkommen – und der Goldpreis könnte seine Aufwärtsbewegung deutlich beschleunigen.
Was Anleger daraus mitnehmen sollten
Während Politiker in Berlin und Brüssel weiterhin Luftschlösser aus Sondervermögen und schuldenfinanzierten Klimaprogrammen errichten und Friedrich Merz sein einst lautstark gegebenes Schuldenversprechen längst kassiert hat, suchen kluge Anleger nach Schutz vor dem absehbaren Kaufkraftverlust. Physisches Gold – und mit Abstrichen auch Silber – hat sich in den vergangenen Jahrtausenden als das verlässlichste Wertaufbewahrungsmittel der Menschheitsgeschichte erwiesen. Kein Notenbankchef kann es per Knopfdruck vermehren, keine Regierung kann es durch Verordnung entwerten. Die fortgesetzten Käufe der Zentralbanken weltweit sprechen eine deutliche Sprache: Wer es ernst meint mit Vermögenssicherung, gehört physisches Edelmetall ins Portfolio – als solides Fundament, nicht als kurzfristige Spekulation.
Wichtiger Hinweis
Die vorstehenden Ausführungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Sie stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, Rohstoffen oder anderen Finanzinstrumenten dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche sowie idealerweise nach Rücksprache mit einem qualifizierten und unabhängigen Berater erfolgen. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der genannten Marktdaten und Prognosen übernehmen wir keine Gewähr. Jeder Anleger ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und trägt das Risiko möglicher Verluste eigenständig.

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