
Grönland-Deal entschlüsselt: Hat Trump die Insel längst in der Tasche?

US-Präsident Donald Trump, Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen und Grönlands Premier Jens-Frederik Nielsen haben am Dienstag in New York ein neues Sicherheitsabkommen unterzeichnet. Die Zeremonie fand am Rande der UN-Generalversammlung statt. Offiziell heißt es: keine Übernahme, nur mehr Zusammenarbeit. Wer den Vertragstext liest, gewinnt allerdings einen anderen Eindruck.
Zwei neue Stützpunkte im ewigen Eis
Das Abkommen ändert einen Verteidigungsvertrag aus dem Jahr 1951. Künftig dürfen die USA in Narsarsuaq und Mestersvig zusätzliche Verteidigungszonen einrichten. Die Orte sind geschichtsträchtig. In Narsarsuaq lag in den 1940er- und 1950er-Jahren die US-Basis „Bluie West One“. In Mestersvig ist heute die dänische Elite-Hundeschlittenpatrouille Sirius stationiert.
Dazu kommt die Pituffik Space Base im Nordwesten der Insel, die bis 2023 Thule Air Base hieß. Washington darf sie modernisieren und ausbauen. Außerdem erhalten die Amerikaner weitreichende Bewegungsfreiheit zu Land, zu Wasser und in der Luft. Laut Berichten ist auch eine Zusammenarbeit bei Rohstoffen vorgesehen.
Kleine Wörter, große Wirkung
Der geopolitische Kommentator Arnaud Bertrand hat den Text mit dem Vertrag von 1951 verglichen. Sein Fazit ist unbequem: Mit seiner Darstellung liege Trump im Kern richtig. Die Dänen dagegen hätten ihren Bürgern das Abkommen am stärksten schöngeredet. Aus der Analyse ergeben sich vor allem folgende Punkte:
- Kein Ablaufdatum: Der alte Vertrag galt nur so lange wie die NATO. Der neue läuft unbefristet und lässt sich nur einvernehmlich ändern. Er soll sogar gelten, falls Grönland eines Tages unabhängig wird.
- Stützpunkte im Grundsatz genehmigt: Neue US-Basen gelten dem Grundsatz nach als erlaubt. Verhandelt wird nur noch über Details. Als Begründung reicht die Verteidigung des „amerikanischen Kontinents“.
- Aus „darf“ wird „soll“: Die US-Truppen müssen sich bei ihren Bewegungen nicht mehr an Regeln der dänischen Behörden halten. Neu ist auch das Recht, mit U-Booten in grönländischen Gewässern zu operieren.
- Veto gegen China und Co.: Staaten außerhalb der NATO dürfen ohne Zustimmung aller drei Partner weder Militär stationieren noch Kontrolle über sensible Wirtschaftszweige erlangen.
Nach Bertrands Lesart erhalten die USA außerdem ein Mitspracherecht, wenn in der Nähe ihrer Basen zivile Gebäude entstehen oder umgenutzt werden sollen. Faktisch rede Washington damit bei der Stadtplanung mit.
Von der NATO zu „America First“
Auffällig ist der Ton des Vertrags. Das Abkommen von 1951 diente ausdrücklich dem Nutzen der NATO. Der neue Text lobt dagegen die „unersetzliche Rolle“ des US-Militärs. Als Ziel nennt er sogar Trumps geplanten Raketenschild „Golden Dome“. Das passt zu einer Ankündigung von Kriegsminister Pete Hegseth, der im März von einem „Greater North America“ gesprochen hatte.
Überraschend kommt das nicht. Schon Präsident Truman hatte 1946 angeboten, Grönland zu kaufen. Trump selbst hatte die Idee 2019 wieder aufgegriffen und in Kopenhagen damals Kopfschütteln geerntet. Nun zeigt sich, dass Washington die Insel gar nicht kaufen muss, um dort das Sagen zu haben.
Was das für Europa bedeutet
Für Brüssel und Berlin sollte der Deal ein Weckruf sein. Während die EU über Lieferkettengesetze und Klimaberichte streitet, sichern sich die USA den Zugriff auf eine der rohstoffreichsten Regionen der Erde. Grönland verfügt über große Vorkommen an Seltenen Erden, die für Hightech und Rüstung unverzichtbar sind.
Wie angespannt die Lage ist, zeigte Trump bei seiner Rede vor der UN. Dort drohte er dem Iran unverhohlen: Das Land könne sich entweder auf einen Deal einlassen oder er werde die Islamische Republik rasch vernichten.
Rohstoffe werden neu verteilt, Allianzen verschieben sich und die Rhetorik wird rauer. In einer solchen Welt setzen viele Sparer auf Werte, die kein Vertrag und keine Regierung umschreiben kann. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen einen stabilen Anker bilden.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.
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