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Kettner Edelmetalle
11.02.2026
20:37 Uhr

Historischer Vorstoß: Washington entreißt Moskau den Südkaukasus

Was sich in diesen Tagen im Südkaukasus abspielt, ist nichts weniger als eine tektonische Verschiebung auf der geopolitischen Landkarte. US-Vizepräsident JD Vance – der erste amtierende amerikanische Vizepräsident, der jemals armenischen Boden betreten hat – unterzeichnete in Jerewan ein Abkommen zur zivilen nuklearen Zusammenarbeit. Die Botschaft an den Kreml könnte kaum deutlicher sein: Russlands Einflusszone schrumpft, und zwar rasant.

Ein Atomdeal als geopolitischer Paukenschlag

Das Abkommen zwischen Washington und Jerewan über die friedliche Nutzung der Kernenergie mag auf dem Papier technisch klingen. In Wahrheit ist es ein strategischer Dolchstoß gegen Moskaus jahrzehntelange Dominanz in der Region. Armeniens einziges Kernkraftwerk im westlichen Mezamor stammt noch aus Sowjetzeiten – gebaut von Russland, betrieben unter russischem Einfluss. Der staatliche Atomkonzern Rosatom hatte sich Hoffnungen auf den Zuschlag für einen Ersatzreaktor gemacht. Diese Hoffnungen dürften sich nun in Rauch aufgelöst haben.

Pikant: Nur kurz vor Vances Ankunft hatte Rosatom-Chef Alexej Lichatschow noch beim armenischen Parlamentspräsidenten für eine „umfassende Kooperation" geworben. Konkrete Details? Fehlanzeige. Stattdessen setzte Armenien auf modulare Reaktortechnologie aus den USA – ein Bereich, in dem Washington als technologischer Vorreiter gilt. Man könnte sagen: Moskau kam mit leeren Händen, Washington mit einem unterschriftsreifen Vertrag.

Armeniens schmerzhafte Emanzipation von Russland

Wer verstehen will, warum ein kleines Land wie Armenien den Mut aufbringt, sich derart offen von seinem einstigen Schutzmacht abzuwenden, muss in die jüngere Geschichte blicken. Die vernichtende Niederlage im Karabach-Krieg gegen Aserbaidschan hat in Jerewan tiefe Wunden hinterlassen – nicht nur militärisch, sondern vor allem politisch. Russland, der vermeintlich treue Verbündete, griff nicht ein. Die Enttäuschung darüber sitzt tief, und sie treibt Armenien nun mit bemerkenswerter Geschwindigkeit in westliche Arme.

Ministerpräsident Nikol Paschinjan sprach von einem „neuen Kapitel" in der Energiepartnerschaft mit den USA und betonte die Notwendigkeit einer „Diversifizierung der Energiequellen". In Jerewan ist dieses Wort politisch hoch aufgeladen – es steht für nichts Geringeres als die schrittweise Loslösung von der energiepolitischen Abhängigkeit Moskaus. Ein Vorgang, den man sich in Berlin durchaus zum Vorbild nehmen könnte, wo die Abhängigkeit von russischem Gas bekanntlich erst durch einen Krieg schmerzhaft bewusst wurde.

Der TRIPP-Korridor: Trumps Handelsroute umgeht Russland und Iran

Doch Vance kam nicht nur mit einem Atomdeal im Gepäck. Neben dem Verkauf von US-Drohnentechnologie im Wert von rund 9,3 Millionen Euro steht ein weitaus ambitionierteres Projekt im Zentrum der Gespräche: der sogenannte TRIPP-Korridor – die „Trump Route for International Peace and Prosperity". Der rund 43 Kilometer lange Handelskorridor durch den Süden Armeniens soll Aserbaidschan mit seiner Exklave Nachitschewan verbinden und damit Zentralasien sowie das Kaspische Becken stärker an Europa anbinden.

Das Entscheidende dabei: Die Route umgeht sowohl Russland als auch den Iran. Washington verkauft das Projekt als vertrauensbildende Maßnahme und wirtschaftlichen Motor für die gesamte Region. Beobachter in Moskau und Teheran hingegen sehen darin – völlig zu Recht – eine strategische Neuausrichtung des gesamten Südkaukasus zugunsten westlicher Interessen. Es ist ein Schachzug, der an die große amerikanische Außenpolitik vergangener Jahrzehnte erinnert, als Washington noch bereit war, geopolitisch in die Offensive zu gehen.

Paschinjan träumt vom Nobelpreis für Trump

Bemerkenswert war auch die fast schon überschwängliche Reaktion des armenischen Ministerpräsidenten. Paschinjan bezeichnete den Besuch als „wahrhaft historisch" und äußerte die „große Hoffnung", dass US-Präsident Donald Trump „zu Recht" den Friedensnobelpreis für seine Vermittlung im armenisch-aserbaidschanischen Friedensprozess erhalten werde. Ob man diese Einschätzung teilt oder nicht – die Tatsache, dass ein ehemaliger russischer Verbündeter öffentlich den amerikanischen Präsidenten für den Nobelpreis vorschlägt, spricht Bände über die Machtverhältnisse in der Region.

Bereits im August 2025 hatten Armenien und Aserbaidschan bei einem Gipfel im Weißen Haus ein vorläufiges Friedensabkommen unterzeichnet, in dem beide Seiten auf gegenseitige Gebietsansprüche verzichteten und Gewalt ausschlossen. Washington drängt nun auf die konkrete Umsetzung. Dass Vance von US-Unterstaatssekretär für Wirtschaftsfragen Jacob Helberg begleitet wird, zeigt unmissverständlich: Es geht nicht nur um Friedensdiplomatie, sondern um eine umfassende wirtschaftliche Neuordnung.

Ein Lehrstück für europäische Außenpolitik

Während die USA im Südkaukasus Fakten schaffen, Handelskorridore planen und Atomdeals unterzeichnen, fragt man sich unweigerlich: Wo bleibt Europa? Wo bleibt Deutschland? Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat sich zwar große Ziele auf die Fahnen geschrieben, doch in der Außenpolitik scheint man weiterhin eher zu reagieren als zu agieren. Die Amerikaner zeigen eindrucksvoll, wie man geopolitische Räume besetzt – mit konkreten Angeboten, wirtschaftlichen Anreizen und einer klaren strategischen Vision.

Für Armenien bedeutet der Besuch bereits jetzt einen außenpolitischen Wendepunkt. Das postsowjetische Land öffnet sich dem Westen und signalisiert unmissverständlich, dass Russlands Rolle als dominanter Energie- und Sicherheitspartner nicht länger selbstverständlich ist. Im Anschluss reist Vance weiter nach Baku, wo weitere Gespräche zur Konkretisierung des Friedensabkommens und des TRIPP-Projekts anstehen. Die Schachpartie um den Südkaukasus ist in vollem Gange – und Washington hat gerade mehrere Figuren gleichzeitig vorgerückt.

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