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Hitler-Karikatur gegen Weidel: SPD-Minister Ebling im Kreuzfeuer!

Hitler-Karikatur gegen Weidel: SPD-Minister Ebling im Kreuzfeuer!
Symbolbild: KI-generiert

Michael Ebling (SPD), Wirtschaftsminister von Rheinland-Pfalz, hat am Wochenende auf Instagram eine Karikatur geteilt, die AfD-Chefin Alice Weidel neben Adolf Hitler zeigt. Anlass war die Zeitumstellung. Der Beitrag war nur 24 Stunden lang zu sehen, ĂŒber ihn reden wird man deutlich lĂ€nger.

Ein Witz zur Zeitumstellung, mit Hitler als Pointe

Die Zeichnung stammt von dem westfĂ€lischen Karikaturisten JĂŒrgen Tomicek. Darauf fragt Hitler die AfD-Vorsitzende, ob sie die Uhr zurĂŒckgestellt habe. Gemeint ist die RĂŒckkehr in die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte.

Ebling stellte das Bild Medienberichten zufolge am Samstagvormittag als Story ein, also als Beitrag, der nach einem Tag von selbst verschwindet. Kritiker sehen darin einen bequemen Weg, eine harte Botschaft zu senden und die Spuren gleich wieder zu beseitigen.

Karikaturen dĂŒrfen zuspitzen, das gehört zur Satirefreiheit. Die eigentliche Frage ist eine andere: Darf ein amtierender Landesminister so etwas ĂŒber eine Partei verbreiten, die im Parlament sitzt?

„Privat“, aber mit Ministertitel

Auf seinem Instagram-Profil schreibt Ebling, er sei dort als Privatmann unterwegs. Im selben Profil nennt er aber ausdrĂŒcklich sein Amt als Minister fĂŒr Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima. Wie privat ist ein Konto, das mit dem Ministertitel wirbt?

FĂŒr Regierungsmitglieder gilt das NeutralitĂ€tsgebot. Das Bundesverfassungsgericht hat mehrfach entschieden, dass AmtstrĂ€ger ihre amtliche AutoritĂ€t nicht fĂŒr parteipolitische Angriffe im Wettbewerb der Parteien einsetzen dĂŒrfen. Ob Eblings Post diese Grenze ĂŒberschreitet, ist offen. Laut dem Bericht hat der AfD-Landesvorstand bisher nicht gesagt, ob er rechtlich gegen den Beitrag vorgehen will.

Kein unbeschriebenes Blatt

Ebling ist wegen seines Umgangs mit der AfD nicht zum ersten Mal in der Kritik. Der frĂŒhere Mainzer OberbĂŒrgermeister wechselte erst im Mai 2026 vom Innen- ins Wirtschaftsministerium. Als Innenminister hatte er im Juli 2025 angekĂŒndigt, AfD-Mitgliedern den Weg in den öffentlichen Dienst zu versperren.

Bewerber hĂ€tten danach erklĂ€ren mĂŒssen, dass sie in den fĂŒnf Jahren vor ihrer Bewerbung nicht Mitglied der Partei waren. FĂŒr angehende Polizisten war zusĂ€tzlich eine „umfassende ZuverlĂ€ssigkeitsprĂŒfung“ vorgesehen. Kritiker sprachen von einem Berufsverbot durch die HintertĂŒr.

Mehrere Staatsrechtler meldeten verfassungsrechtliche Bedenken an. Daraufhin rĂŒckte Ebling von dem Plan ab und kĂŒndigte an, jeden Fall einzeln zu prĂŒfen.

Die Liste und die BĂŒrgermeisterwahlen

Außerdem ließ Ebling die AfD in die „Liste extremistischer Gruppierungen und Organisationen“ aufnehmen. Wie berichtet wird, versuchten mehrere Kommunen in Rheinland-Pfalz auf dieser Grundlage, AfD-Bewerber von BĂŒrgermeister- und OberbĂŒrgermeisterwahlen auszuschließen, darunter die Verbandsgemeinde Nieder-Olm. Ebling betonte dagegen, die Liste sei fĂŒr die Zulassung zu Wahlen nicht bindend.

Falsche PrioritÀten im Mainzer Wirtschaftsministerium?

Arbeit gĂ€be es fĂŒr den Wirtschaftsminister genug. Im Sommer drohte das Niedrigwasser den Rhein als Wirtschaftsader zu lĂ€hmen, Ebling sprach selbst von einer drohenden „historischen Zweiteilung“ des Flusses. MittelstĂ€ndler klagen ĂŒber BĂŒrokratie und hohe Energiepreise. In vielen InnenstĂ€dten kĂ€mpft der Einzelhandel ums Überleben.

Ausgerechnet in dieser Lage verbreitet der zustĂ€ndige Minister Hitler-Vergleiche gegen die politische Konkurrenz. Viele BĂŒrger dĂŒrften sich fragen, ob solche BeitrĂ€ge die Demokratie schĂŒtzen oder das Vertrauen in sie weiter beschĂ€digen. Wer politische Gegner mit dem NS-Regime gleichsetzt, verharmlost die Verbrechen der Nationalsozialisten und macht die Sachdebatte unmöglich.

Ein Regierungsmitglied sollte die AfD mit Argumenten und guter Politik stellen. Nach Ansicht unserer Redaktion wirkt diese Karikatur eher hilflos als souverĂ€n, und das ist schlecht fĂŒr die demokratische Kultur.

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