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27.10.2026
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Hochverrat-Vorwurf vor der Wahl: Wollte Netanjahu den Iran-Krieg?

Hochverrat-Vorwurf vor der Wahl: Wollte Netanjahu den Iran-Krieg?
Symbolbild: KI-generiert

Am Vorabend der Parlamentswahl in Israel verschärft sich der Ton bis zum Äußersten. Oppositionspolitiker Avigdor Liberman verlangt von Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara strafrechtliche Ermittlungen gegen Premierminister Benjamin Netanjahu – wegen Hochverrats. Der Vorwurf: Der Regierungschef soll eine Eskalation mit dem Iran riskiert haben, um seine Macht zu retten.

Ein Vorwurf wie ein Sprengsatz

Liberman, Chef der Partei Jisrael Beitenu und früher Finanz- wie Verteidigungsminister, machte seinen Schritt am Montag auf X öffentlich. Er habe sich an die Generalstaatsanwältin gewandt und die Einleitung eines Strafverfahrens gefordert, schrieb er. Netanjahu habe im vergangenen Monat die Spitzen des Sicherheitsapparats gedrängt, Maßnahmen zu ergreifen, die eine Fehlkalkulation gegenüber Teheran auslösen könnten.

Dann folgt der Satz, der in Israel einschlägt wie eine Granate:

"The attempt to drag the State of Israel into war on the eve of elections, together with the willingness to sacrifice IDF soldiers solely due to fear of losing the elections, constitutes treason against the state, its security, and the IDF soldiers."

Sinngemäß: Wer das Land kurz vor der Wahl in einen Krieg ziehe und dabei aus Angst vor der Niederlage Soldaten opfere, begehe Verrat am Staat und an der Armee. Härter kann man einen amtierenden Regierungschef kaum angreifen.

Streit mit dem Generalstabschef

Auslöser ist ein Bericht des israelischen Senders Channel 12. Demnach sollen Netanjahu und Generalstabschef Eyal Zamir in den vergangenen Tagen über eine Anweisung an das Militär aneinandergeraten sein. Diese hätte nach Darstellung des Senders in einem höchst sensiblen Moment unmittelbar einen Flächenbrand mit dem Iran entfachen können. Netanjahu weist die Vorwürfe entschieden zurück.

Ob an den Anschuldigungen etwas dran ist, muss offenbleiben. Fest steht: Selbst der bloße Verdacht zeigt, wie dünn das Eis in Nahost geworden ist. Bereits im Juni 2025 hatte Israel iranische Atomanlagen angegriffen, Teheran antwortete mit Raketen.

Rückenwind aus Washington

Schützenhilfe bekommt der 77-Jährige von Donald Trump. Der US-Präsident lobte Netanjahu auf seiner Plattform Truth Social gleich zweimal überschwänglich als „Great Warrior Prime Minister“. Gemeinsam wolle man gegen den Iran den Job zu Ende bringen. Eine Wahlempfehlung aus dem Weißen Haus – diplomatische Zurückhaltung sieht anders aus.

Kopf-an-Kopf-Rennen mit Ex-Armeechef

Herausforderer ist Gadi Eisenkot, früher selbst Generalstabschef, dessen Sohn im Dezember 2023 im Gazastreifen fiel. Seine neue Partei Jaschar lag in mehreren letzten Umfragen vor Netanjahus Likud. Eisenkot wirft dem Premier Medienberichten zufolge vor, gewusst zu haben, dass der Iran keine Atomwaffen besitze – und die Bedrohung dennoch zur Rechtfertigung militärischer Eskalation genutzt zu haben.

Doch die Mathematik ist brutal. Laut der letzten Maariv-Umfrage kommt der Oppositionsblock auf 54 Sitze, Netanjahus Lager auf 48. Für eine Mehrheit braucht es 61 der 120 Knesset-Sitze. Keiner schafft das allein. Wochen zäher Koalitionsverhandlungen drohen.

Die erste Abrechnung seit dem 7. Oktober

Rund 7,3 Millionen Israelis sind am Dienstag wahlberechtigt. Es ist die erste landesweite Wahl seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023, bei dem mehr als 1.200 Menschen getötet und 251 verschleppt wurden. Für viele Wähler geht es vor allem um eine Frage: Wer trägt die Verantwortung für das schlimmste Sicherheitsversagen der Landesgeschichte?

Für Anleger ist die Lage ein Warnsignal. Ein unkontrollierter Krieg zwischen Israel und dem Iran könnte Ölpreise und Märkte binnen Stunden erschüttern. In solchen Phasen zeigt sich, warum physisches Gold und Silber seit Jahrhunderten als Krisenschutz gelten – als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen, unabhängig von Wahlausgängen und Machtkämpfen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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