
Hunger als Waffe: Wie Washington eine ganze Insel in die Knie zwingt

Es ist ein Bild, das die Absurdität dieser Zeit in einem einzigen Detail bündelt: Fast 20.000 Tonnen Lebensmittel, bereitgestellt vom Welternährungsprogramm, von UNICEF und dem UN-Entwicklungsprogramm, stapeln sich in den Häfen von Mariel und Santiago de Cuba. Die Container sind voll. Die Menschen aber hungern. Denn was nutzt alle Hilfe der Welt, wenn kein Tropfen Treibstoff mehr da ist, um sie zu verteilen?
Über fünf Millionen Liter Diesel und Benzin bräuchten die Vereinten Nationen, um die Nahrung von den Kais ins Landesinnere zu bringen. Doch genau dieser Treibstoff existiert auf Kuba praktisch nicht mehr. Die Hilfe ist da. Sie kommt nur nicht an. Das ist die nüchterne, erschütternde Bilanz der Insel im Sommer 2026.
Der erste Dominostein: Venezuela und das Ă–l
Um zu begreifen, wie es so weit kommen konnte, muss man bei Venezuela ansetzen. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion war das südamerikanische Land Kubas wichtigster Energielieferant – Öl gegen Ärzte, ein simpler, jahrzehntelang funktionierender Tauschhandel. Doch diese Achse stand seit Jahren unter wachsendem Druck aus Washington.
Mit der Corona-Pandemie rutschte Kuba in eine tiefe Krise, aus der es sich kaum erholte. Statt der gewohnten 100.000 Barrel täglich flossen zuletzt nur noch rund 35.000 aus Venezuela. Schon das war ein harter Schlag. Was dann kam, war der Knockout.
Entführung eines Präsidenten
Am 3. Januar 2026 entführten US-Streitkräfte in einer Militärinvasion den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Dabei sollen auch 32 kubanische Sicherheitskräfte ums Leben gekommen sein. Das offensichtliche Ziel: die Kontrolle über Venezuelas Ölreserven. Der Nebeneffekt für Kuba erwies sich als verheerend. Die letzte Öllieferung hatte die Insel bereits am 9. Dezember erreicht – danach war Schluss.
Washington unterband sämtliche venezolanischen Exporte nach Kuba. Und wer es dennoch wagte, die Insel mit Rohöl zu beliefern, dem drohte Präsident Trump unverhohlen mit Strafzöllen. Verbündete wie Mexiko oder Brasilien schicken zwar weiter humanitäre Hilfe, aber kein Öl mehr. Niemand will sich den Zorn des Mannes im Weißen Haus zuziehen.
„Die Lage ist dramatisch. Die Leute haben Hunger!“ – so soll ein Schweizer Arzt die Situation vor Ort beschrieben haben.
Ein Leben im Dunkeln
Was das im Alltag bedeutet, lässt sich kaum in Worte fassen. Seit 2024 herrschen Stromausfälle von 15 bis 20 Stunden täglich, immer wieder bricht das gesamte nationale Netz zusammen. Krankenhäuser, Wasserversorgung, Kommunikation – alles liegt am Boden. Familien kochen wieder mit Holzkohle. Lebensmittel lassen sich nicht mehr kühlen, der Tourismus, einst zweitwichtigste Devisenquelle, ist im ersten Quartal 2026 um 48 Prozent eingebrochen. Kanadische, russische, türkische und spanische Airlines haben ihre Flüge gestrichen, weil schlicht kein Kerosin mehr da ist.
Druck mit System
Die wirtschaftliche Erdrosselung ist dabei nur die eine Seite. Die andere ist offene politische Einschüchterung. Am 29. Januar 2026 erklärte Trump Kuba per Dekret zur „nationalen Bedrohung“. Das Pentagon positionierte laut Berichten Truppen und Waffensysteme rund um die Insel, darunter den Flugzeugträger USS Nimitz. Das erklärte Ziel von Trump und seinem Außenminister Marco Rubio sei – so heißt es – ein Regimewechsel, herbeigeführt durch eine Mischung aus Hunger und Drohgebärden.
Hochrangige US-Beamte sollen freimütig eingeräumt haben, dass die Strategie darin bestehe, den Lebensstandard der Bevölkerung gezielt zu senken, um einen sozialen Aufstand zu provozieren. Hunger als politisches Instrument – man muss sich diesen Satz auf der Zunge zergehen lassen.
Eine Welt, die wegschaut
Internationale Reedereien wie CMA CGM und Hapag-Lloyd haben ihre Transporte ausgesetzt, westliche Investoren ziehen sich zurück, Hotelketten reduzieren ihre Präsenz. Die sekundären Sanktionen wirken wie eine stille Mauer um die Insel. Rund zehn Prozent seiner Einwohner soll Kuba in den vergangenen Jahren verloren haben. Wer kann, der geht. Zurück bleibt eine Gesellschaft im reinen Überlebensmodus.
Was hier geschieht, ist kein Naturereignis und kein bloßes Versagen eines Systems. Es ist das Resultat einer bewussten, dokumentierten Politik. Und es zeigt einmal mehr, wie brüchig jene „regelbasierte Ordnung“ ist, auf die sich der Westen so gern beruft – solange es ihm nützt.
Was bleibt: Die Lehre vom harten Geld
Die Tragödie Kubas führt uns eine schmerzhafte Wahrheit vor Augen: Abhängigkeit macht erpressbar. Ob Energie, Devisen oder Lieferketten – wer sich vollständig in fremde Hände begibt, liefert sich dem Wohlwollen anderer aus. Diese Lektion gilt für ganze Staaten ebenso wie für jeden einzelnen Bürger, der sein Erspartes ausschließlich in Papiergeld und digitale Versprechen legt.
Gerade in Zeiten geopolitischer Erpressung, eingefrorener Konten und gekappter Zahlungsströme zeigt sich der Wert von Substanz, die man tatsächlich in Händen hält. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber sind seit Jahrtausenden krisenfest, weil sie keinem fremden Sanktionsregime und keiner politischen Laune unterliegen. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen können sie ein Anker der Unabhängigkeit sein – ein Wert, der bleibt, wenn anderes ins Wanken gerät.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt ausschließlich die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Wir betreiben weder Anlage- noch Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Leser ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlage eigenständig recherchieren oder fachkundigen Rat einholen.

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