
Im eigenen Lager rebelliert es: SPD-Landeschef nennt Kanzler Merz schlicht einen LĂŒgner

Es ist ein bemerkenswertes Schauspiel, das sich die GroĂe Koalition derzeit bietet: Da regiert eine schwarz-rote Bundesregierung gerade einmal wenige Wochen im Amt â und schon zerlegen sich die Koalitionspartner gegenseitig in aller Ăffentlichkeit. Der jĂŒngste Akt dieser Tragikomödie spielt im SĂŒdwesten der Republik, wo ein neuer SPD-Landeschef sein Amt mit einer Breitseite gegen niemand Geringeren als den eigenen Bundeskanzler antritt.
Ein Parteitag, der zur Abrechnung wird
Auf dem SPD-Parteitag in Ulm griff Robin Mesarosch, frisch gewĂ€hlter Landesvorsitzender in Baden-WĂŒrttemberg und mit seinen 35 Jahren dem linken FlĂŒgel der Sozialdemokraten zuzurechnen, den Kanzler in seiner Bewerbungsrede frontal an. Die Wortwahl lieĂ an Deutlichkeit nichts zu wĂŒnschen ĂŒbrig. Zwar sei es richtig, dass die SPD Verantwortung ĂŒbernehme und sich nicht in den schmollenden RĂŒckzug begebe, so Mesarosch. Doch dann kam der Hammer:
âIch finde es aber falsch, vom Bundeskanzler angelogen zu werden. Ich finde es falsch, so amateurhaft regiert zu werden.â
Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen. Ein SpitzenfunktionĂ€r der Regierungspartei wirft dem eigenen Bundeskanzler ganz offen die LĂŒge vor â und attestiert ihm obendrein dilettantische RegierungsfĂŒhrung. Solche SĂ€tze hĂ€tte man frĂŒher von der Opposition erwartet, nicht aus den eigenen Reihen.
Die gebrochenen Versprechen des Friedrich Merz
In einer spĂ€teren Stellungnahme gegenĂŒber der Deutschen Presse-Agentur legte Mesarosch nach und benannte die VorwĂŒrfe konkreter. Er verwies auf zentrale Wahlversprechen des Kanzlers, die aus seiner Sicht gebrochen worden seien â allen voran die viel beschworene Schuldenbremse. Merz habe weitreichende Reformen angekĂŒndigt, doch am Ende sei ânichts auf der Platteâ gewesen.
An diesem Punkt â so ungewöhnlich es klingen mag â berĂŒhrt der SPD-Mann eine Wahrheit, die viele BĂŒrger lĂ€ngst durchschaut haben. Denn tatsĂ€chlich hatte Friedrich Merz im Wahlkampf vollmundig versprochen, keine neuen Schulden zu machen. Was folgte, war das genaue Gegenteil: Ein gigantisches 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur, die Aufweichung der Schuldenbremse und die Verankerung der KlimaneutralitĂ€t bis 2045 im Grundgesetz. Ganze Generationen werden diese Zeche durch Steuern und Abgaben begleichen mĂŒssen, wĂ€hrend die Inflation munter weiterfrisst.
Dass nun ausgerechnet ein Sozialdemokrat diesen Wortbruch öffentlich anprangert, ist von einer kaum zu ĂŒberbietenden Ironie. Denn gegen diese Schuldenorgie hat die SPD nie auch nur einen Finger gerĂŒhrt â im Gegenteil, sie war stets vorne mit dabei, wenn es darum ging, das Geld der Steuerzahler mit beiden HĂ€nden auszugeben.
Der âkĂŒnstliche Burgfriedenâ und seine Risse
Mesarosch erklĂ€rte zwar, die schwarz-rote Koalition sei âalternativlosâ â ein Wort, das spĂ€testens seit Angela Merkel einen bitteren Beigeschmack hat. Doch zugleich fĂŒgte er trotzig hinzu, der âkĂŒnstliche Burgfriedenâ sei âQuatschâ. Gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Isabel Cademartori bildet er kĂŒnftig die Doppelspitze der SĂŒdwest-SPD. Beide wurden mit deutlicher Mehrheit gewĂ€hlt.
Eine Partei am Boden
Der eigentliche Grund fĂŒr die plötzliche AufmĂŒpfigkeit dĂŒrfte allerdings weniger im moralischen Eifer als in blanker Verzweiflung liegen. Die einst stolze SPD ist in Baden-WĂŒrttemberg auf erbĂ€rmliche 5,5 Prozent abgestĂŒrzt â ein historisches Debakel. Wer so tief gefallen ist, sucht hĂ€nderingend nach Profil. Und was bietet sich da besser an, als auf den ungeliebten Koalitionspartner einzudreschen?
Bezeichnenderweise hat Mesarosch auf Instagram rund 129.000 Follower â mehr als die Bundesvorsitzenden Lars Klingbeil und BĂ€rbel Bas zusammen. Hier zeigt sich das ganze Elend einer Partei, deren Spitze die eigene Basis nicht mehr erreicht.
Was bleibt vom groĂen Koalitionstheater?
Am Ende offenbart dieser Schlagabtausch vor allem eines: das tiefe Misstrauen, das die Regierung Merz von Beginn an begleitet. Wenn schon der eigene Koalitionspartner dem Kanzler öffentlich die LĂŒge ins Gesicht schleudert, wie soll dann das deutsche Volk noch Vertrauen fassen? Die BĂŒrger dieses Landes haben einen Politikwechsel gewĂ€hlt â bekommen aber dieselbe Politik der gebrochenen Versprechen, die sie schon unter der Ampel ertragen mussten. Kreissaal, Hörsaal, Plenarsaal â und nun das Schauspiel einer Koalition, die sich selbst nicht traut.
In Zeiten, in denen Politiker das Wort âWahrheitâ offenbar nur noch vom Hörensagen kennen, lohnt sich der Blick auf das BestĂ€ndige. Wer sein Vermögen nicht den Launen einer Regierung anvertrauen möchte, die heute dies und morgen jenes verspricht, findet in physischen Edelmetallen wie Gold und Silber einen verlĂ€sslichen Anker. Sie lĂŒgen nicht, sie kennen keinen Koalitionsstreit â und sie haben ĂŒber Jahrhunderte hinweg jede politische Pirouette ĂŒberdauert. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio bieten sie das, was die Politik lĂ€ngst verloren hat: Substanz und BestĂ€ndigkeit.
Hinweis: Die vorstehenden AusfĂŒhrungen geben die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellen keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenstĂ€ndig zu informieren und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst. Eine Haftung fĂŒr etwaige VermögensschĂ€den ist ausgeschlossen.
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