
„In Blut geschmiedet": Xi pilgert nach Pjöngjang – und der Westen schaut tatenlos zu

Sieben Jahre lang hat Chinas Staatschef Xi Jinping einen weiten Bogen um Nordkorea gemacht. Damit ist nun Schluss. In der kommenden Woche, genauer am 8. und 9. Juni, wird der mächtigste Mann Pekings dem international geächteten Regime in Pjöngjang seine Aufwartung machen – die erste Reise dieser Art seit beinahe einem Jahrzehnt. Die Botschaft, die der staatliche Sender CCTV am Freitag verkündete, dürfte in den westlichen Hauptstädten für lange Gesichter sorgen.
Eine Achse, die sich immer enger schnürt
Wer in den vergangenen Monaten genau hingesehen hat, der wird die Entwicklung kaum überraschend finden. Bereits im September vergangenen Jahres rollte Peking dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un den roten Teppich aus. Gemeinsam mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin saß Kim als Ehrengast bei der gewaltigen Militärparade zum 80. Jahrestag der japanischen Kapitulation. Drei Männer, eine Bühne, eine unmissverständliche Botschaft an die freie Welt.
China spreche von einer „in Blut geschmiedeten Freundschaft" mit Nordkorea und wolle den Dialog sowie die praktische Zusammenarbeit auf allen Ebenen ausbauen, ließ Außenminister Wang Yi bereits im April verlauten.
Dass nun Xi persönlich auf Einladung Kims anreist, ist mehr als nur diplomatische Höflichkeit. Es ist ein Statement. Peking, Moskau und Pjöngjang rücken zusammen – während der Westen sich in moralischen Debatten und ideologischen Grabenkämpfen verzettelt.
Der Drache als Schutzpatron eines Paria-Staates
Man darf nicht vergessen, was hier verhandelt wird. Nordkorea, jenes Land, das die Welt zuletzt mit immer neuen Waffentests in Atem hielt, ist wirtschaftlich, politisch und diplomatisch nahezu vollständig von China abhängig. Peking ist der wichtigste Handelspartner, der Schutzschild und der Geldgeber zugleich. Ohne die schützende Hand des Reichs der Mitte wäre das Kim-Regime längst kollabiert.
Und während sich die geopolitischen Blöcke neu sortieren, stellt sich die unbequeme Frage: Wo steht eigentlich Deutschland in diesem Spiel der Mächte? Die Antwort fällt ernüchternd aus. Eine Bundesregierung, die sich lieber mit Gendersternchen und Klimaneutralität im Grundgesetz beschäftigt, läuft Gefahr, in der harten Realität der Weltpolitik zur Randnotiz zu verkommen.
Was bedeutet das für den Anleger?
In Zeiten, in denen sich neue Machtblöcke formieren und die Spannungen zwischen Ost und West täglich zunehmen, gewinnt eine alte Wahrheit wieder an Bedeutung: Geopolitische Unsicherheit ist Gift für Papierwährungen, aber ein Nährboden für die Stabilität physischer Werte.
Gold und Silber kennen keine Sanktionen, keine ideologischen Lager und keine politischen Wetterwechsel. Sie sind seit Jahrtausenden der ruhende Pol, wenn die Welt aus den Fugen gerät. Wer sein Vermögen krisenfest aufstellen möchte, tut gut daran, physische Edelmetalle als solide Beimischung in ein breit gestreutes Portfolio zu integrieren – als Versicherung gegen die Stürme, die uns die Weltpolitik regelmäßig beschert.
Ein Spiel, dessen Ausgang offen bleibt
Ob die immer engere Verzahnung von Peking, Moskau und Pjöngjang tatsächlich zur dauerhaften Achse werde oder ob alte Rivalitäten am Ende doch wieder die Oberhand gewännen, das könne derzeit niemand mit Sicherheit sagen. Sicher ist allein: Die Welt ordnet sich neu – und Deutschland sollte aufpassen, nicht nur Zuschauer am Spielfeldrand zu sein.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jede Anlageentscheidung erfordert eigene, gründliche Recherche oder die Konsultation eines fachkundigen Beraters. Für getroffene Entscheidungen ist jeder Anleger selbst verantwortlich.

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