
Iran-Krieg vor dem Neustart? Washington droht und spricht von Frieden

Kurz vor den US-Zwischenwahlen am 3. November sendet Washington widersprüchliche Signale an Teheran. US-Außenminister Marco Rubio sagte am Wochenende, Präsident Donald Trump wolle den Krieg mit dem Iran lieber auf diplomatischem Weg beenden. Gleichzeitig rüsten sich nach Medienberichten beide Seiten für neue Angriffe. Die Welt schaut gebannt auf den Golf, und die Ölmärkte ebenso.
Zuckerbrot und Peitsche aus dem State Department
Rubio zufolge hat Trump noch keine Entscheidung über neue Militärschläge getroffen. Der Präsident sei aber felsenfest davon überzeugt, dass Amerika militärisch alles Nötige zur Verfügung habe, um erfolgreich zu sein. Lieber wäre ihm allerdings eine friedliche Lösung, so der Minister.
Trump selbst klang deutlich weniger diplomatisch. Am Sonntag sagte er dem Sender Right Side Broadcasting Network sinngemäß, man habe einen großen Sieg errungen und werde die Sache bald erledigen, so oder so.
„Entweder sie machen einen Deal, oder wir beenden es einfach.“
Das ist Diplomatie mit geladenem Revolver auf dem Tisch. Laut Berichten des „Wall Street Journal“ und der „New York Times“ bereiten sich die USA auf mögliche neue Militäraktionen nach dem Wahltag vor. Das „Wall Street Journal“ berichtete zudem, Trump habe die Golfstaaten aufgefordert, sich auf eine kurze, aber heftige Militärkampagne einzustellen.
Teheran droht mit grenzenloser Vergeltung
Auch das Regime in Teheran zeigt die Zähne. Der Oberste Führer Modschtaba Chamenei forderte die Streitkräfte am Samstag auf, jeder Bedrohung mit einer „sofortigen, wirkungsvollen und geografisch unbegrenzten Antwort“ zu begegnen. Außerdem sollen die Militärdatenbanken aktualisiert werden. Damit sollen alle Ziele des „US-zionistischen Feindes“ in Reichweite gebracht werden, gemeint sind amerikanische und israelische Streitkräfte.
Hinter den Kulissen wird trotzdem verhandelt. Laut Reuters haben iranische Unterhändler in Doha drei Tage in Folge mit katarischen Vermittlern gesprochen. Außenminister Abbas Araghtschi erklärte, Teheran sei sowohl zur Verteidigung als auch zur Diplomatie bereit. Medienberichten zufolge liegt ein Plan auf dem Tisch, die Straße von Hormus innerhalb von zwei Tagen nach einer Einigung mit Washington wieder zu öffnen.
Großbritannien gerät ins Fadenkreuz
Am Sonntag eskalierte Teheran auch gegenüber London. Das iranische Außenministerium stufte den britischen Militärgeheimdienst als „feindliche Gruppe“ ein. Royal Navy und Royal Air Force wirft Teheran vor, „terroristische Organisationen“ zu unterstützen. Auf Telegram nannte das Ministerium den Schritt eine Antwort auf Londons „bösartiges“ Vorgehen, darunter die Einstufung der Revolutionsgarden als Terrororganisation.
Der Iran beschuldigt Großbritannien außerdem, sich am Krieg zu beteiligen. Laut BBC durften US-Streitkräfte die Stützpunkte RAF Fairford und Diego Garcia für Angriffe auf den Iran nutzen, die als „defensiv“ bezeichnet wurden.
Die Rechnung zahlt am Ende der Bürger
Seit Ende Februar dauert dieser Krieg nun an, also schon acht Monate. Nach Pentagon-Angaben hat er die amerikanischen Steuerzahler bereits rund 47 Milliarden Dollar gekostet. Durch die Straße von Hormus läuft ein großer Teil des weltweiten Ölhandels, und dort werden immer wieder Tanker angegriffen. Die Ölsorte Brent kostete zuletzt rund 112 Dollar pro Barrel. Der Oktober endete auf dem höchsten Stand seit sechs Monaten.
Für Deutschland ist das Gift. Die Industrie leidet ohnehin unter Energiepreisen, die zu den höchsten der Welt gehören. Jeder neue Ölpreisschub trifft Pendler, Mittelstand und Familien direkt. Ein Plan der Bundesregierung, wie sie das Land gegen solche Schocks absichern will, ist bislang kaum zu erkennen.
Wenn Großmächte sich gegenseitig drohen, suchen viele Anleger Werte, die von keiner Regierung abhängen. Physisches Gold und Silber haben sich in Krisen über Jahrhunderte bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie ein ruhiger Gegenpol zu den Schlagzeilen vom Golf sein.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ist keine Anlageberatung. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen allein.
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