
„Jedes Komma“ geprüft – und doch verbreitet das ZDF Fake News: Wenn das Ressentiment den Journalismus frisst
Auf der Berliner Digitalmesse re:publica gab sich ZDF-Moderatorin Dunja Hayali jüngst betont selbstbewusst. Für jede ihrer Moderationen, so verkündete sie, werde ein eigener „Researcher“ abgestellt, der den geplanten Text bis ins Detail durchforste. „Jedes Wort, jedes Komma“ werde geprüft – auf Korrektheit, auf mögliche Überspitzungen. Diese Genauigkeit, behauptete sie kühn, übertreffe sogar die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz. Eine Selbstbeweihräucherung, wie man sie nur vom Lerchenberg kennt. Doch die Realität der vergangenen Tage hat dieser Hochglanz-Erzählung tiefe Kratzer verpasst.
Der Fall Musk: Wenn aus einem Tweet eine „Jagd auf Migranten“ wird
Am 12. Juni behauptete das ZDF im Kontext der Ausschreitungen in Großbritannien, der Tech-Unternehmer Elon Musk habe zu einer „Jagd auf Migranten“ aufgerufen. Eine schwerwiegende Anschuldigung – und, wie sich herausstellte, eine falsche. Musk ließ den Sender abmahnen und forderte eine strafbewehrte Unterlassungserklärung. Das Ergebnis? Der angeblich so akribische öffentlich-rechtliche Koloss knickte ein und unterschrieb. Die beanstandete Passage wurde stillschweigend aus der Mediathek entfernt. Zuvor hatte man die Formulierung halbherzig als „unpräzise und missverständlich“ eingeräumt – ein vornehmes Wort für das, was man im Klartext schlicht eine Falschmeldung nennt.
Böhmermann und Schönbohm: Die nächste Schlappe vor Gericht
Doch damit nicht genug. Am selben Tag kassierte das ZDF eine weitere juristische Niederlage. Das Oberlandesgericht München bestätigte ein Urteil, wonach vier von fünf strittigen Aussagen aus Jan Böhmermanns „ZDF Magazin Royale“ über den früheren BSI-Präsidenten Arne Schönbohm unzulässig gewesen seien. Die Sendung habe, so das Gericht, beim Publikum den falschen Eindruck erwecken können, Schönbohm pflege bewusste Kontakte zu russischen Nachrichtendiensten. Eine unwahre Tatsachenbehauptung, die sein Persönlichkeitsrecht verletze.
Wer „jedes Wort, jedes Komma“ prüft und trotzdem regelmäßig Falsches verbreitet, der hat kein Standard-Problem – der hat ein Haltungs-Problem.
Kein Versehen, sondern Methode
Und genau hier liegt der Kern der Sache. Wer mit der Behauptung hausieren geht, jedes Komma werde geprüft, der entlastet sich nicht – er belastet sich. Denn wenn tatsächlich so penibel kontrolliert wird, dann waren diese Verleumdungen eben keine zufälligen Ausrutscher müder Redakteure. Dann waren sie das Resultat einer Weltsicht, in der bestimmte Personen längst als Feindbild markiert sind. Liest man die ZDF-Berichterstattung über Musk der vergangenen Jahre, stößt man auf abenteuerliche Konstruktionen, die jeder seriösen Prüfung spotten.
Das eigentliche Problem ist nicht das Fehlen formaler Standards. Es ist das ideologische Ressentiment, das jeden Standard aushebelt, sobald er der eigenen Erzählung im Wege steht. Was über Musk und andere unliebsame Persönlichkeiten verbreitet wird, ist keine journalistische Nachlässigkeit mehr, sondern eine gefühlte Wahrheit, von deren Richtigkeit man restlos überzeugt zu sein scheint.
Das Freund-Feind-Denken als eigene DNA
Es ist exakt jenes schematische Schwarz-Weiß-Denken, das man der „populistischen“ Gegenseite so gerne unterstellt, das längst zum Markenkern des Senders geworden ist. Als neue, unabhängige Medien den skandalösen Einsatz von KI-Bildern in einem heute-journal-Beitrag aufdeckten, ließ sich Intendant Norbert Himmler nicht lange bitten: Solche Formate denunzierte er als „sogenannte Medien“ und bezeichnete sie allen Ernstes als „Feind“. Wer sich selbst zum Gralshüter der Demokratie erklärt, muss jeden Andersdenkenden zwangsläufig zur Gefahr und damit zum Feind stempeln.
Diese Selbstüberhöhung erinnert fatal an die Rhetorik jener politischen Kreise, die sich permanent als alleinige Verteidiger der Demokratie inszenieren, während sie in Wahrheit vor allem ihre eigenen Privilegien betonieren. Wer sich durch maßlose Selbstüberschätzung definiert, landet am Ende unweigerlich im ressentimentgetriebenen Denken – und scheitert an seinem eigenen Anspruch, mag er noch so viele Kommas zählen.
Ein System, das sich selbst nicht reformieren kann
Was bleibt, ist die ernüchternde Erkenntnis: Der zwangsfinanzierte öffentlich-rechtliche Rundfunk ist offenbar unfähig zur Selbstkritik. Während der Bürger Monat für Monat seinen Beitrag entrichten muss, ob er das Programm nun konsumiert oder nicht, leistet sich der Sender eine Berichterstattung, die mehr von Gesinnung als von Fakten getragen ist. Dass ein Arne Schönbohm nach vierjährigem juristischen Ringen zwar Recht bekommt, aber auf einem fünfstelligen Kostenberg sitzenbleibt, während der Sender aus dem Gebührentopf schöpft – diese Schieflage spricht Bände. Es ist kein Wunder, dass das Vertrauen großer Teile der Bevölkerung in diese Institutionen erodiert.
In Zeiten, in denen das Vertrauen in etablierte Institutionen schwindet, in denen man kaum noch weiß, welcher Berichterstattung man trauen kann, suchen immer mehr Menschen nach Beständigkeit. Es ist kein Zufall, dass physische Edelmetalle wie Gold und Silber in solchen Phasen der Unsicherheit an Bedeutung gewinnen – als greifbarer, manipulationsresistenter Wert, der sich nicht durch geschönte Erzählungen entwerten lässt. Wer sein Vermögen krisensicher und breit gestreut aufstellen möchte, findet in physischen Edelmetallen eine sinnvolle Ergänzung zur langfristigen Vermögenssicherung.
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