
Kakaopreise im freien Fall: Der größte Absturz seit sechs Jahrzehnten erschüttert die Schokoladenindustrie
Was für ein dramatischer Umschwung an den Rohstoffmärkten! Nachdem sich die Kakaopreise im vergangenen Jahr nahezu verdreifacht hatten und auf ein historisches Rekordhoch von 13.000 Dollar pro Tonne geschossen waren, erleben wir nun den schlimmsten jährlichen Einbruch seit über sechzig Jahren. Die Futures in New York steuern auf einen Verlust von rund 50 Prozent zu – ein Absturz, der die gesamte Branche in Atem hält.
Vom Höhenflug in den Sturzflug
Aktuell notieren die Kakaopreise bei etwa 5.845 Dollar – ein gewaltiger Unterschied zu den 12.000 bis 13.000 Dollar, die noch Ende 2024 und Anfang 2025 aufgerufen wurden. Der beispiellose Preisanstieg hatte die Margen der großen Lebensmittelkonzerne regelrecht pulverisiert. Unternehmen wie Nestlé, Hershey und zahlreiche andere Schokoladenhersteller sahen sich mit einer Kostenlawine konfrontiert, die sie an die Verbraucher weitergeben mussten.
Doch wer nun glaubt, die fallenden Rohstoffpreise würden sich umgehend in günstigeren Schokoladenpreisen im Supermarktregal niederschlagen, der irrt gewaltig. Wall-Street-Analysten erwarten frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2026 eine Entspannung für die Konsumenten.
Die Industrie leckt noch ihre Wunden
Jonathan Parkman, Leiter des Agrarvertriebs beim Rohstoffmakler Marex Group in London, bringt es auf den Punkt: Die Preise, mit denen die Schokoladenindustrie derzeit arbeite, seien noch immer sehr hoch und schmerzhaft. Es werde eine ganze Weile dauern, bis man diese Phase überwunden habe.
„Schokolade war viel zu lange viel zu billig."
So lautet die nüchterne Analyse des schweizerisch-belgischen Kakaoverarbeiters Barry Callebaut. Das Unternehmen warnt zudem vor anhaltenden Versorgungsrisiken in Westafrika, der weltweit wichtigsten Anbauregion. Unterinvestitionen, Klimastress und Pflanzenkrankheiten belasten die Produktion nachhaltig.
Deutsche Traditionsunternehmen unter Druck
Auch die deutsche Süßwarenindustrie spürt die Auswirkungen. Hermann Bühlbecker, Inhaber von Lambertz, einem der ältesten deutschen Süßwarenhersteller, hat vorgesorgt und Kakaovorräte bis Mitte 2026 gesichert – allerdings zu den damals astronomischen Preisen. Er könne sich nicht erinnern, jemals eine solche Preisexplosion erlebt zu haben, so der Unternehmer.
Shrinkflation als Überlebensstrategie
Um den Preisschock zu bewältigen, griffen viele Marken zu bewährten, wenn auch beim Verbraucher unbeliebten Methoden: Shrinkflation und Rezepturänderungen. Leichtere Riegel, reduzierter Kakaogehalt – die Tricks sind bekannt. Konzerne wie Mondelez haben ihre Produktformulierungen erheblich angepasst, um die Margen zu schützen.
Goldman Sachs sieht Rückenwind für Süßwarenhersteller
Bonnie Herzog, Managing Director und Senior Consumer Analyst bei Goldman Sachs, zeichnet indes ein optimistischeres Bild für die Zukunft. Die nachlassenden Preisdrücke am Kakaomarkt könnten den Süßwaren- und Snackherstellern erheblichen Rückenwind verschaffen. Besonders Hershey sei hervorragend positioniert, um von dieser Dynamik zu profitieren – eine Bruttomargenausweitung könnte das Gewinnwachstum 2026 antreiben.
Allerdings mahnt Herzog zur Vorsicht: Aluminium dürfte 2026 die höchste Inflation unter den Rohstoffen verzeichnen. Zudem bleiben die Öl- und Gaspreise aufgrund geopolitischer Spannungen volatil, was zusammen mit dem Druck durch Zölle die Margenausweitung begrenzen könnte.
Ein Blick auf die Anlagestrategie
Für Anleger, die in diesen turbulenten Zeiten nach Stabilität suchen, bleibt die Diversifikation das oberste Gebot. Während Rohstoffmärkte wie der Kakaomarkt extreme Schwankungen erleben können, bieten physische Edelmetalle wie Gold und Silber traditionell einen Anker der Wertstabilität. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio können sie zur Vermögenssicherung beitragen – gerade in Zeiten, in denen geopolitische Spannungen und volatile Märkte für Unsicherheit sorgen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.
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