
Kanada und China: Trumps Zollpolitik erzwingt historische Annäherung zweier Rivalen

Was vor wenigen Jahren noch undenkbar schien, nimmt nun konkrete Formen an: Kanada und China stehen vor einer fundamentalen Neuausrichtung ihrer Handelsbeziehungen. Der kanadische Premierminister Mark Carney reiste diese Woche nach Peking – ein diplomatischer Paukenschlag, der ohne die aggressive Zollpolitik der Trump-Administration wohl niemals stattgefunden hätte.
Vom Erzfeind zum potenziellen Partner
Die Ironie der Geschichte könnte kaum größer sein. Ausgerechnet jene beiden Nationen, die sich noch vor kurzem in einem erbitterten diplomatischen Konflikt befanden, suchen nun die Annäherung. Hochkarätige Verhaftungen von Staatsbürgern auf beiden Seiten hatten die Beziehungen zwischen Ottawa und Peking schwer belastet. Kanada verhängte 2024 drakonische Zölle von 100 Prozent auf chinesische Elektrofahrzeuge sowie 25 Prozent auf Stahl und Aluminium. China schlug zurück – mit Abgaben auf kanadisches Rapsöl, Schweinefleisch und Meeresfrüchte.
Doch die Zeiten ändern sich, und sie ändern sich schnell. Liang Yan, Wirtschaftsprofessorin an der Willamette University, bezeichnet Carneys fünftägige Reise als einen „Ausgangspunkt" für die Wiederherstellung der Beziehungen. Ihre Einschätzung ist unmissverständlich:
„Dieser Besuch dient der Reparatur einiger dieser Beziehungen und möglicherweise der Etablierung neuer Handelsverbindungen. Das wäre vor Trump 2.0 unvorstellbar gewesen."
Trumps Zollhammer als unfreiwilliger Katalysator
Seit Donald Trump vor einem Jahr seine zweite Amtszeit antrat, haben sich die geopolitischen Koordinaten dramatisch verschoben. Seine massiven Zollerhöhungen – 20 Prozent auf EU-Importe, 34 Prozent auf China, 25 Prozent auf Mexiko und Kanada – haben traditionelle Bündnisse erschüttert und ehemalige Gegner zusammengeführt. Sowohl chinesische als auch kanadische Regierungsvertreter wettern mittlerweile gemeinsam gegen Washingtons Handelsbeschränkungen.
Für Kanada steht wirtschaftlich viel auf dem Spiel. China ist der zweitgrößte Handelspartner des Landes, wenn man einzelne Staaten betrachtet. Rohöl, Kupfer und Eisenerz dominieren die kanadischen Exporte nach China – Güter, die Peking dringend benötigt und die Ottawa nun als Verhandlungsmasse einsetzen kann.
Eine Lektion für Europa?
Die Entwicklung sollte auch in Berlin und Brüssel aufmerksam verfolgt werden. Sie zeigt, wie schnell sich vermeintlich stabile Allianzen auflösen können, wenn wirtschaftlicher Druck die Oberhand gewinnt. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz steht vor ähnlichen Herausforderungen: Wie positioniert sich Deutschland zwischen einem zunehmend unberechenbaren Amerika und einem wirtschaftlich mächtigen China?
Die kanadisch-chinesische Annäherung demonstriert eindrucksvoll, dass in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit pragmatische Interessen ideologische Differenzen übertrumpfen können. Ob dies langfristig zum Vorteil oder Nachteil der westlichen Wertegemeinschaft gereicht, bleibt abzuwarten.
Für Anleger unterstreicht diese Entwicklung einmal mehr die Bedeutung einer breiten Diversifikation. In Zeiten geopolitischer Umbrüche und handelspolitischer Verwerfungen bieten physische Edelmetalle wie Gold und Silber eine bewährte Absicherung gegen Währungsrisiken und wirtschaftliche Turbulenzen – unabhängig davon, welche Handelsblöcke sich gerade neu formieren.
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