
Kanonen statt Butter: Deutschland steigt zum viertgrößten Waffenexporteur der Welt auf

Während marode Brücken bröckeln, Schulen verfallen und die Bundeswehr selbst über verschimmelte Duschen und gesperrte Kantinen klagt, hat sich die Bundesrepublik still und leise auf Platz vier der weltweit größten Waffenexporteure vorgeschoben. Was für eine bemerkenswerte Karriere – ausgerechnet für ein Land, das sich jahrzehntelang als moralische Friedensmacht inszenierte.
Sipri-Bericht offenbart dramatischen Anstieg
Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri hat am Montag seinen jüngsten Bericht vorgelegt, und die Zahlen haben es in sich. Im Zeitraum von 2021 bis 2025 überholte Deutschland in der Rangliste der wichtigsten Exporteure schwerer Waffen ausgerechnet China. Das Volumen der deutschen Rüstungsausfuhren sei gegenüber dem vorangegangenen Vierjahreszeitraum um satte 15 Prozent gestiegen. Damit komme die Bundesrepublik auf einen Anteil von 5,7 Prozent am weltweiten Waffenhandel.
Fast ein Viertel dieser Lieferungen – 24 Prozent – sei als Militärhilfe an die Ukraine gegangen. Man mag darüber streiten, ob diese Unterstützung strategisch klug oder politisch geboten war. Unstrittig ist jedoch: Der Krieg in der Ukraine hat die deutsche Rüstungsindustrie in eine neue Ära katapultiert.
Europa rüstet auf wie seit den 1960er Jahren nicht mehr
Der Blick auf die Abnehmerstruktur deutscher Großwaffen ist aufschlussreich. Europa war mit 41 Prozent der Lieferungen die wichtigste Zielregion, gefolgt vom Nahen Osten mit 33 Prozent sowie Asien und Ozeanien mit 17 Prozent. Doch Deutschland liefert nicht nur – es kauft auch ein. Und zwar massiv. Die Importe schwerer Waffen nach Deutschland explodierten regelrecht: Ein Anstieg um mehr als das Zehnfache gegenüber dem Zeitraum 2016 bis 2020, konkret um 914 Prozent.
Europaweit verdreifachten sich die Einfuhren schwerer Waffen. Der Kontinent importierte rund ein Drittel aller weltweit gehandelten Großwaffen, wobei fast die Hälfte davon aus den USA stammte. Sipri zufolge sei Europa damit erstmals seit den 1960er Jahren wieder zur wichtigsten Importregion für schwere Waffen geworden. Ein historischer Wendepunkt, der nachdenklich stimmen sollte.
Die Treiber der Aufrüstungsspirale
Was treibt diese Entwicklung? Drei Faktoren nennt das Friedensforschungsinstitut: den andauernden Krieg in der Ukraine, die wachsende Ungewissheit über die Bündnistreue der USA innerhalb der NATO – insbesondere unter der erneuten Präsidentschaft Donald Trumps – und die daraus resultierenden massiv gestiegenen Rüstungsausgaben europäischer Staaten. Weltweit stieg der Handel mit schweren Waffen im selben Zeitraum um 9,2 Prozent.
Man muss kein Pazifist sein, um hier eine gewisse Ironie zu erkennen. Dieselbe politische Klasse, die über Jahre hinweg die Bundeswehr systematisch kaputtgespart hat, feiert sich nun für milliardenschwere Sondervermögen und Rüstungsoffensiven. Friedrich Merz und seine Große Koalition treiben mit dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen die Verschuldung in astronomische Höhen – Geld, das künftige Generationen durch Steuern und Abgaben werden finanzieren müssen.
Aufrüstung ja – aber zu welchem Preis?
Dass eine starke Landesverteidigung notwendig ist, steht außer Frage. In einer Welt, in der geopolitische Spannungen zunehmen und alte Sicherheitsarchitekturen erodieren, wäre es fahrlässig, nicht in die eigene Verteidigungsfähigkeit zu investieren. Doch die Art und Weise, wie dies geschieht – auf Pump, ohne solide Gegenfinanzierung, während gleichzeitig die innere Sicherheit vernachlässigt wird –, wirft ernsthafte Fragen auf.
Während Rheinmetall auf Messen glänzende Raketenpanzerjäger präsentiert, erleben deutsche Bürger in ihrem Alltag eine Rekordkriminalität, überlastete Behörden und eine Infrastruktur, die an allen Ecken und Enden zerfällt. Die Prioritäten dieser Regierung scheinen bisweilen auf dem Kopf zu stehen.
In Zeiten geopolitischer Unsicherheit und galoppierender Staatsverschuldung erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung – unabhängig davon, welche Regierung gerade das Geld der Steuerzahler mit vollen Händen ausgibt.
Sipri weist im Übrigen darauf hin, dass seine Statistik nicht den finanziellen Wert von Waffenlieferungen erfasse, sondern deren Umfang anhand eines eigenen Indikators für militärisches Gerät messe. Als „schwere Waffen" definiere das Institut Rüstungsgüter, die über Kleinwaffen und Munition hinausgehen – also Kampfflugzeuge, Drohnen, Militärhubschrauber, Kriegsschiffe, Panzer und Artilleriesysteme. Die tatsächlichen finanziellen Dimensionen dürften also noch weitaus beeindruckender – oder erschreckender – sein, je nachdem, aus welcher Perspektive man diese Entwicklung betrachtet.

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