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Kardinal Marx versteht Papst Leo nicht – oder will er nicht verstehen?

Kardinal Marx versteht Papst Leo nicht – oder will er nicht verstehen?

Es ist ein bemerkenswertes Schauspiel, das sich derzeit zwischen Rom und München abspielt. Während Papst Leo XIV. in seiner Neujahrsansprache unmissverständlich die schleichende Erosion der Meinungsfreiheit im Westen anprangerte, zeigt sich ausgerechnet Kardinal Reinhard Marx irritiert und ratlos. Der Erzbischof von München und Freising behauptet allen Ernstes, er könne mit den Worten des Heiligen Vaters „nichts anfangen". Eine Aussage, die entweder von erschreckender Naivität zeugt – oder von bewusster Ignoranz.

Die klaren Worte aus Rom

Was hatte der Papst eigentlich gesagt? Leo XIV. kritisierte in seiner Ansprache, dass „insbesondere im Westen der Raum für echte Meinungsfreiheit immer mehr eingeschränkt wird". Er sprach von einer „neuen Sprache mit orwellschem Beigeschmack", die in ihrem Bestreben, „immer inklusiver zu sein", letztlich diejenigen ausschließe, die sich nicht den herrschenden Ideologien anpassten. Deutlicher kann man die Zustände in westlichen Demokratien kaum beschreiben.

Der Pontifex trifft damit einen Nerv, den viele Bürger längst spüren: Die Bedeutung von Worten sei nicht mehr in der Wahrheit verankert, sondern fließend geworden. Diese sprachliche Beliebigkeit führe dazu, dass sich Menschen untereinander immer schlechter verständigen könnten. Eine messerscharfe Analyse der gegenwärtigen gesellschaftlichen Verwerfungen.

Marx' erstaunliche Ahnungslosigkeit

Doch Kardinal Marx, der sich gerne als Verteidiger von Freiheit und Aufklärung inszeniert, will partout nicht verstehen, worauf sich der Papst bezieht. Er hätte sich konkrete Beispiele gewünscht, sagt er. Man müsse „schon genauer hinschauen". Wirklich? Muss man das?

Dabei liegt die Antwort doch auf der Hand: Cancel Culture, Sprechverbote an Universitäten, soziale Ächtung für abweichende Meinungen, Hausdurchsuchungen wegen kritischer Kommentare in sozialen Medien, die zunehmende Kriminalisierung unliebsamer Positionen – die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Wer in Deutschland heute bestimmte Themen kritisch anspricht, muss mit beruflichen und gesellschaftlichen Konsequenzen rechnen. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern gelebte Realität.

Der Kardinal und seine eigene Geschichte

Besonders pikant wird Marx' vorgebliche Ahnungslosigkeit, wenn man seine eigenen Äußerungen der vergangenen Jahre betrachtet. Während der Corona-Pandemie sprach sich der Kardinal vehement für eine allgemeine Impfpflicht aus. Kritiker dieser Politik bezeichnete er als „Impfgegner und Corona-Leugner", die von „Fake News, Verschwörungstheoretikern und Populisten" aufgepeitscht würden. Eine „ungute Mixtur" sei das, die ihn schockiere.

Man reibt sich verwundert die Augen: Derselbe Mann, der Andersdenkende pauschal diffamierte und ihre Stigmatisierung beförderte, will nun nicht erkennen können, dass die Meinungsfreiheit im Westen unter Druck steht? Das ist entweder grenzenlose Selbsttäuschung oder bewusste Heuchelei.

Papst Leo hat Recht – und Marx ist Teil des Problems

Die Wahrheit ist unbequem, aber sie muss ausgesprochen werden: Papst Leo XIV. hat mit seiner Kritik vollkommen Recht. Der Westen, der sich so gerne als Hort der Freiheit präsentiert, hat in den vergangenen Jahren einen besorgniserregenden Weg eingeschlagen. Im Namen von Toleranz und Inklusion werden abweichende Meinungen systematisch marginalisiert. Wer nicht die „richtige" Sprache verwendet, wer nicht die „richtigen" Positionen vertritt, wird ausgegrenzt.

Kardinal Marx hingegen ist selbst Teil jenes Establishments, das diese Entwicklung vorangetrieben hat. Er hat sich gegen AfD-Funktionäre in kirchlichen Gremien ausgesprochen und damit gezeigt, dass auch er bereit ist, Menschen aufgrund ihrer politischen Überzeugungen auszuschließen. Ausgerechnet er will nun die Kirche zur „Verteidigerin von Freiheit und Aufklärung" machen? Das klingt wie ein schlechter Witz.

„Ich hätte da knalliger gesprochen. Aber ich bin ja nicht Papst, Gott sei Dank."

Dieser Satz des Kardinals offenbart mehr, als ihm vermutlich bewusst ist. Ja, Gott sei Dank ist Reinhard Marx nicht Papst. Denn während Leo XIV. den Mut aufbringt, die Missstände beim Namen zu nennen, versteckt sich der deutsche Kardinal hinter vorgeschobener Unkenntnis und fordert mehr „Konkretheit". Dabei weiß jeder aufmerksame Beobachter genau, wovon der Papst spricht.

Die Kirche am Scheideweg

Die katholische Kirche in Deutschland befindet sich in einer tiefen Krise. Die Austrittszahlen erreichen Jahr für Jahr neue Rekorde. Viele Gläubige wenden sich ab, weil sie in den Worten ihrer Hirten keine geistliche Orientierung mehr finden, sondern nur noch politische Zeitgeistanpassung. Kardinal Marx' Reaktion auf die Papstworte ist ein weiteres Symptom dieser Krankheit.

Statt die berechtigte Kritik des Heiligen Vaters aufzugreifen und in Deutschland für echte Meinungsfreiheit einzutreten, relativiert und vernebelt der Münchner Erzbischof. Er tut so, als sei unklar, worauf sich Leo XIV. beziehe – obwohl es für jeden denkenden Menschen offensichtlich ist. Diese Art der Realitätsverweigerung ist es, die das Vertrauen der Gläubigen in ihre Kirche nachhaltig zerstört.

Papst Leo XIV. hat den Finger in die Wunde gelegt. Es wäre an der Zeit, dass auch die deutsche Kirchenführung aufwacht und erkennt, welchen Schaden die fortschreitende Einschränkung der Meinungsfreiheit anrichtet. Doch solange Männer wie Kardinal Marx das Sagen haben, wird diese Einsicht wohl auf sich warten lassen.

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