
Kernkraft-Renaissance: Privatinvestor will Deutschlands abgeschaltete Reaktoren wiederbeleben
Was viele für politisch undenkbar hielten, nimmt plötzlich konkrete Formen an: Ein Unternehmer aus Düsseldorf treibt Pläne voran, stillgelegte deutsche Kernkraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen. Laut einem technischen Gutachten sei die Reaktivierung mehrerer Meiler – darunter die Anlagen in Brokdorf, Grohnde und Isar 2 – sowohl sicherheitstechnisch als auch genehmigungsrechtlich machbar. Eine Nachricht, die wie ein Donnerschlag durch die energiepolitische Landschaft hallt.
Milliardeneinsparungen statt ideologischer Scheuklappen
Der private Investor verfolgt ein sogenanntes Public-Private-Partnership-Modell. Der Staat würde dabei die übergeordneten Rahmenbedingungen schaffen, während der eigentliche Betrieb privatwirtschaftlich organisiert würde. Berechnungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ebner Stolz zufolge könnten durch die Wiederinbetriebnahme bestehender Anlagen Einsparungen in Milliardenhöhe erzielt werden – ein Bruchteil dessen, was der Neubau moderner Reaktoren kosten würde. Selbst der französische Atomkonzern Framatome habe bereits Bereitschaft signalisiert, die technischen Voraussetzungen für einen Neustart zu schaffen.
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Während Deutschland seit dem überstürzten Atomausstieg unter explodierenden Strompreisen ächzt und seine Importabhängigkeit bei der Energieversorgung stetig wächst, stehen technisch einwandfreie Kraftwerke still herum. Fachleute betonen, dass die deutschen Reaktoren zum Teil erst vor wenigen Jahren abgeschaltet wurden und sich in einem deutlich besseren Zustand befänden als ältere Meiler, die im Ausland weiterhin problemlos Strom liefern. Die Anlagen seien keineswegs „verbraucht", sondern schlicht vorzeitig vom Netz genommen worden – ein Akt politischer Willkür, der die deutsche Industrie seither teuer zu stehen kommt.
Politische Blockade als größtes Hindernis
Doch so vielversprechend die technische Machbarkeit auch klingen mag – das eigentliche Problem liegt nicht in den Reaktoren, sondern in Berlin. Die bisherigen Betreiber der einstigen Atomkraftwerke lehnen eine Rückkehr in den Markt kategorisch ab. Verständlich, nachdem man sie jahrelang politisch geächtet, regulatorisch drangsaliert und schließlich zum Ausstieg gezwungen hat. Wer einmal so verbrannt wurde, greift nicht freiwillig erneut ins Feuer.
Der Düsseldorfer Unternehmer selbst formuliert es unmissverständlich: Ohne klare politische Signale – etwa langfristige Stromabnahmegarantien oder eine Anpassung des Atomgesetzes – werde sich kein Investor bewegen. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Denn die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat bislang keinerlei Anstalten gemacht, den ideologisch motivierten Atomausstieg ernsthaft zu korrigieren. Im Gegenteil: Noch im vergangenen Herbst wurden in Bayern unter der Ägide von CDU-Kanzler Merz und CSU-Ministerpräsident Söder Kühltürme gesprengt, um Platz für den Abriss eines Kraftwerks zu schaffen. Fakten, die lauter sprechen als jedes Wahlkampfversprechen.
Merkels Erbe und die Folgen des Energiewahnsinns
Es war Angela Merkel, die 2011 – in einer Kurzschlussreaktion auf die Katastrophe von Fukushima – den beschleunigten Atomausstieg verkündete. Eine Entscheidung, die Deutschland energiepolitisch in eine Sackgasse manövrierte, aus der das Land bis heute nicht herausgefunden hat. Die rot-grüne Regierung unter Scholz setzte dem Ganzen dann die Krone auf, indem sie die letzten drei verbliebenen Meiler im April 2023 endgültig vom Netz nahm – mitten in einer Energiekrise, wohlgemerkt.
Die Konsequenzen sind verheerend. Deutsche Unternehmen zahlen heute die höchsten Strompreise in ganz Europa. Die Deindustrialisierung schreitet voran. Energieintensive Betriebe wandern ab oder schließen. Und während Frankreich, Großbritannien, Polen und selbst Schweden massiv in neue Kernkraftkapazitäten investieren, diskutiert Deutschland noch immer darüber, ob man die Physik vielleicht doch nicht durch Windräder und Solarpanels überlisten kann.
Ein Funken Hoffnung – oder nur ein schönes Märchen?
Die Initiative des Düsseldorfer Unternehmers verdient Respekt. Sie zeigt, dass es in der deutschen Wirtschaft noch Menschen gibt, die pragmatisch denken und bereit sind, gegen den ideologischen Strom zu schwimmen. Doch die Realität ist ernüchternd: Ohne einen fundamentalen politischen Kurswechsel wird kein einziger dieser Reaktoren jemals wieder Strom ins Netz einspeisen. Die Infrastruktur wurde teilweise bereits beseitigt, qualifiziertes Betriebspersonal ist abgewandert, und die politische Klasse scheint fest entschlossen, den eingeschlagenen Irrweg bis zum bitteren Ende zu gehen.
Deutschland steht an einem Scheideweg. Die Gasspeicher leeren sich, die Netzstabilität wird zunehmend fragiler, und die Abhängigkeit von teuren LNG-Importen wächst. Wer in dieser Situation weiterhin auf eine rein ideologisch getriebene Energiepolitik setzt, handelt nicht nur fahrlässig – er gefährdet den Wohlstand einer ganzen Nation. Es wäre an der Zeit, dass die Verantwortlichen in Berlin endlich die Interessen der Bürger und der Wirtschaft über parteitaktische Erwägungen und grüne Befindlichkeiten stellen. Doch die Erfahrung lehrt: Hoffnung und Realität klaffen in der deutschen Politik oft meilenweit auseinander.
„Ohne klare politische Signale wird sich kein Investor bewegen."
Dieser Satz des Düsseldorfer Unternehmers fasst das ganze Dilemma in einem einzigen Satz zusammen. Deutschland hat die Technologie, das Know-how und die Infrastruktur – was fehlt, ist der politische Wille. Und solange dieser fehlt, werden die Reaktoren stumm bleiben, während die Stromrechnungen der Bürger immer neue Rekordhöhen erklimmen.

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