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KI-generiert

Kiew im Machtkampf: Selenskyj lässt seinen Rivalen ins Leere laufen

Kiew im Machtkampf: Selenskyj lässt seinen Rivalen ins Leere laufen
Symbolbild: KI-generiert

Ein Foto, auf dem einer fast verschwindet. Eine Einladung, die nie ankam. In Kiew tobt ein Machtkampf zwischen Präsident Wolodymyr Selenskyj und seinem ehemaligen Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj – und die Umfragen sind für den Amtsinhaber alarmierend.

Der Botschafter, der nicht eingeladen wurde

Anfang August empfing Selenskyj in Kiew den britischen Verteidigungsminister Wes Streeting, den ersten hochrangigen Vertreter der neuen Regierung von Andy Burnham in der Ukraine. Auf dem Tisch lagen Militärthemen, unter anderem die Raketenabwehr.

Ausgerechnet Saluschnyj fehlte – der Mann, der als Ex-Armeechef die Materie kennt wie kaum ein Zweiter und heute als Botschafter in London sitzt. Seine Beraterin Oksana Torop erklärte gegenüber ukrainischen Medien, er sei schlicht „nicht eingeladen“ worden.

Aus dem Präsidialamt klang es anders: Berater Dmytro Litwin sprach von einer „Initiativgeschichte“ – Saluschnyj habe sich gar nicht gemeldet. Aus dessen Umfeld hieß es dem Portal Strana zufolge, der Botschafter habe von dem Treffen erst erfahren, als es längst vorbei war.

Symbolpolitik in der zweiten Reihe

Wenige Tage zuvor eine ähnliche Szene: Beim Gruppenfoto nach einem Botschaftertreffen landete Saluschnyj Berichten zufolge so weit hinten, dass er kaum zu erkennen war. In der ersten Reihe stand die kurz darauf abberufene US-Botschafterin Olha Stefanischyna, gegen die die Antikorruptionsbehörde Nabu Vorwürfe erhebt.

Der Politologe Andrij Solotarew wertet die Nicht-Einladung als bewusstes Signal, als Machtdemonstration gegenüber dem Ex-General. Im Verteidigungsministerium gelte Saluschnyj nicht mehr als einer der „eigenen Leute“.

Zahlen, die im Präsidialamt wehtun

Der wahre Grund für die Frostigkeit dürfte in den Umfragen liegen. Nach Zahlen des Instituts Socis würde Selenskyj eine hypothetische Stichwahl gegen Saluschnyj krachend verlieren: 33,8 zu 66,2 Prozent. Im ersten Wahlgang wäre es eng – 22,3 gegen 21,4 Prozent. Das Institut Rating sieht Selenskyj mit 30,6 zu 20,2 Prozent vorn.

In der ukrainischen Presse ist bereits von einer „Wahlkrise“ die Rede. Der Abgeordnete Jaroslaw Schelesnjak (Holos) formulierte es drastisch:

„Die Stichwahl ist eine Schlacht der Negativwerte. Und schon jetzt – noch während des Krieges, wenn das Image des Oberbefehlshabers wirkt – gibt es null Siegchancen. Keine Verwaltungsressource wird eine solche Kluft ausgleichen.“

Zur Einordnung: Gewählt wurde in der Ukraine zuletzt 2019. Seit dem russischen Überfall gilt Kriegsrecht, das laut Verfassung Wahlen ausschließt. Medienberichten zufolge hatte Selenskyj zuletzt Bereitschaft zu Wahlen unter Bedingungen signalisiert, entsprechende Berichte aber auch dementiert.

Die Taktik des Zauderers

Saluschnyj selbst schweigt weitgehend zu eigenen Ambitionen. Solotarew vergleicht ihn mit dem römischen Feldherrn Fabius Cunctator, dem Zauderer: Er weiche jeder Festlegung aus – und viele Ukrainer erfänden sich so ihren eigenen Saluschnyj.

Für Wirbel sorgte allerdings seine Nato-Aussage. Er kenne das Bündnis seit zwölf Jahren, habe jedes Jahr „Märchen“ über einen baldigen Beitritt gehört – beitreten werde die Ukraine „niemals“. Das Außenministerium stellte umgehend klar, der Beitrittskurs bleibe unverändert.

Im Hintergrund lauern weitere Ambitionierte: Ex-Digitalminister Mychajlo Fjodorow und Präsidialamtschef Kyrylo Budanow, der den Posten Anfang 2026 übernahm. Ein Machtkampf, den Europas Steuerzahler mitfinanzieren – und über dessen Ausgang in Berlin und Brüssel bemerkenswert wenig gesprochen wird.

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