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25.10.2026
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Kims Brücken-Coup: Wie Nordkorea Peking und Moskau gegeneinander ausspielt

Kims Brücken-Coup: Wie Nordkorea Peking und Moskau gegeneinander ausspielt
Symbolbild: KI-generiert

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un ist am Samstag überraschend in die chinesische Grenzstadt Dandong gereist. Dort besichtigte er eine 3026 Meter lange Brücke, die zwölf Jahre lang fast nur als Betonkulisse dastand. Seit wenigen Tagen rollen darüber Lastwagen, und dahinter steckt ein geopolitisches Pokerspiel zwischen Peking, Pjöngjang und Moskau.

Ein Prestigebau, der zwölf Jahre nutzlos war

Die neue Yalu-Brücke verbindet Dandong mit der nordkoreanischen Stadt Sinuiju. Sie hat vier Spuren und war schon 2014 fertig, bezahlt mit chinesischen Investitionen von rund 310 Millionen US-Dollar. Auf nordkoreanischer Seite fehlten allerdings Zufahrtsstraßen und Zollanlagen. Das Ergebnis war eine Brücke, die im Nirgendwo endete.

Erst am 15. Oktober wurde sie für den regulären Verkehr freigegeben. Künftig sollen schwere Lkw und Container über das Bauwerk rollen. Bisher hing der Warenverkehr fast vollständig an der alten, deutlich schmaleren Freundschaftsbrücke, einem Bau aus der japanischen Kolonialzeit.

Wie abhängig Nordkorea von China ist, zeigt eine Zahl. Nach Berechnungen des südkoreanischen Forschungsinstituts KDI entfielen 2025 rund 95 Prozent des nordkoreanischen Außenhandels auf die Volksrepublik. Ohne Peking geht in Pjöngjang wirtschaftlich also kaum etwas.

Bankett statt Gipfel: Xi schickt seinen Chefideologen

Xi Jinping kam nicht selbst. Er schickte Wang Huning, die Nummer vier der Kommunistischen Partei, mit persönlichen Grüßen. Gemeinsam besuchten die beiden ein Denkmal für chinesische Gefallene des Koreakriegs und eine Fahrzeugfabrik. Laut der Nachrichtenagentur Yonhap gab es außerdem ein Bankett, das Wang auf Anweisung Xis ausgerichtet habe.

Die chinesische Staatsagentur Xinhua gab Wangs Worte wieder: Beide Länder sollten ihre strategische Kommunikation vertiefen und die Wirtschaftsbeziehungen ausbauen. Die Brücke biete die Chance auf mehr Handel und Austausch. Kim habe sich für die langjährige Unterstützung bedankt. Xis Besuch in Pjöngjang im Juni habe die Beziehungen auf eine neue Stufe gehoben.

Auf dem Rückweg hielt Kim nach Angaben der Staatsagentur KCNA mitten auf der Brücke an. Er habe die Erwartung geäußert, das Bauwerk werde „seine historische Aufgabe“ erfüllen. Den Termin legte er zudem nahe an einen symbolischen Jahrestag: Am 25. Oktober 1950 kämpften chinesische Truppen im Koreakrieg erstmals in einer größeren Schlacht gegen die US-geführten Streitkräfte. Kim sprach am Denkmal von einer unbesiegbaren Freundschaft, die mit gemeinsamem Blut geschmiedet worden sei.

Die zweite Brücke führt nach Moskau

Kim baut zugleich in die andere Richtung. Erst am 7. September eröffneten Russland und Nordkorea ihre erste gemeinsame Straßenbrücke über den Grenzfluss Tumen. Die Menschenrechtsorganisation Truth Hounds warnt, die Verbindung könne dazu dienen, Militärtransporte für den Krieg gegen die Ukraine zu verschleiern.

Pjöngjang hat Putin Munition und Waffen geliefert und Tausende Soldaten geschickt. Seit Juni 2024 sind beide Staaten durch einen Vertrag mit gegenseitiger militärischer Beistandspflicht verbunden. Damit wirkt Nordkorea direkt in einen Krieg auf europäischem Boden hinein, und Berlin und Brüssel schauen dabei weitgehend zu.

Machtkampf oder kluge Arbeitsteilung?

Der Korea-Experte Leif-Eric Easley von der Ewha-Universität in Seoul sagte dem Guardian, Kim wolle seine Gewinne aus dem Russland-Bündnis nutzen, um auch von China mehr zu bekommen. Peking versuche dagegen, verlorenen Einfluss zurückzuholen. Carla Freeman von der Johns Hopkins University sieht es ähnlich.

Fyodor Tertitskiy von der Korea University warnt jedoch davor, darin einen offenen Machtkampf zwischen Xi und Putin zu sehen. Kim spiele zwar beide Partner gegeneinander aus. China und Russland seien aber keine Rivalen wie im Kalten Krieg. Für Pjöngjang ergänzen sich die beiden: Peking liefert das Geld, Moskau die Waffen und die strategische Rückendeckung.

Trump vor der Tür, Europa außen vor

Die Reise fällt in die Zeit kurz vor dem Apec-Gipfel im November im chinesischen Shenzhen, zu dem US-Präsident Donald Trump erwartet wird. Trump hat mehrfach Interesse an einem neuen Treffen mit Kim gezeigt. Nach Informationen von Reuters halten amerikanische und südkoreanische Regierungsvertreter das in diesem Jahr aber für unwahrscheinlich.

In Asien wird damit über neue Machtlinien entschieden, und Europa spielt dabei keine Rolle. Gerade in einer solchen Welt aus Blöcken setzen viele Bürger auf Werte, die kein Regierungschef per Brückenschlag entwerten kann. Physisches Gold und Silber können dabei eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sein.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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