
Kinder ja, aber bitte nicht bei mir: Deutschlands Baby-Paradox!

Die Deutschen wünschen sich mehr Nachwuchs, aber am liebsten bei den anderen. Laut einer aktuellen Insa-Umfrage fänden es 61 Prozent der Bürger gut, wenn im Land wieder mehr Kinder zur Welt kämen. Selbst mehr oder überhaupt Kinder wollen dagegen nur 31 Prozent.
Breiter Konsens, der nichts kostet
Das Bekenntnis zu mehr Geburten zieht sich durch alle Lager. Nur elf Prozent fänden einen Anstieg schlecht, 20 Prozent wäre er egal. Männer sind mit 66 Prozent deutlich begeisterter als Frauen mit 55 Prozent.
Auch politisch herrscht selten so viel Einigkeit. Wer sich rechts der Mitte verortet, begrüßt mehr Geburten zu 68 Prozent. In der selbst ernannten Mitte sind es 63 Prozent, links der Mitte immerhin noch 58 Prozent. Ein Ja zu mehr Kindern ist eben billig, solange andere die Windeln wechseln.
Wenn es konkret wird, schwindet der Mut
Beim eigenen Leben kippt die Stimmung. Die Hälfte der Befragten möchte keine oder keine weiteren Kinder. Am deutlichsten lehnen das die 60- bis 69-Jährigen ab, nämlich zu 62 Prozent. Das überrascht wenig, denn in diesem Alter ist die Familienplanung meist abgeschlossen. Dahinter folgen die über 70-Jährigen mit 54 Prozent, die 40- bis 49-Jährigen mit 53 und die 50- bis 59-Jährigen mit 52 Prozent.
Aufhorchen lässt die jüngste Gruppe. Unter den 18- bis 29-Jährigen ist eine relative Mehrheit von 43 Prozent gegen eigenen Nachwuchs, nur 33 Prozent wünschen sich Kinder. Nur bei den 30- bis 39-Jährigen überwiegt der Kinderwunsch mit 47 zu 37 Prozent.
Die Statistik schlägt längst Alarm
Wie ernst die Lage ist, zeigen die amtlichen Zahlen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts fiel die Geburtenrate 2025 auf 1,32 Kinder je Frau. Das ist der niedrigste Wert seit 1997. Mit 654.241 Neugeborenen kamen so wenige Kinder zur Welt wie nie zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg.
Bei Frauen mit deutschem Pass liegt die Rate laut den Statistikern sogar nur bei 1,20. Damit eine Bevölkerung ohne Zuwanderung stabil bleibt, bräuchte es rund 2,1 Kinder je Frau. Erstgebärende Mütter sind im Schnitt inzwischen 30,5 Jahre alt.
Wer zahlt morgen die Rente?
Für das Rentensystem ist das eine Zeitbombe. Die gesetzliche Rente beruht auf dem Umlageverfahren: Die Beschäftigten von heute bezahlen die Renten von heute. Wenn jede Generation um fast ein Drittel kleiner ist als die vorherige, geht diese Rechnung nicht mehr auf.
Und die Politik? Seit Jahrzehnten verwaltet sie den Mangel, statt Familien spürbar zu entlasten. Hohe Abgaben, teurer Wohnraum und fehlende Kita-Plätze lassen viele junge Paare zögern. Dass sich eine Mehrheit mehr Kinder wünscht, sie aber nicht selbst bekommen will, klingt deshalb weniger nach Egoismus. Es wirkt eher wie ein Zeugnis für eine Politik, die Familiengründung zum finanziellen Wagnis gemacht hat.
Sonntagsfrage: Union rutscht weiter ab
Auch politisch sind die Umfragewerte deutlich. Bei der aktuellen Sonntagsfrage kommt die AfD auf 29,5 Prozent. Die Union von Kanzler Friedrich Merz verliert einen halben Punkt und landet bei 19 Prozent. Das bedeutet einen Rückstand von zehn Punkten.
- SPD: 14,5 Prozent (plus 1)
- Grüne: 14,5 Prozent (plus 1)
- Linke: 10 Prozent (minus 0,5)
- FDP: 4 Prozent (minus 0,5)
- BSW: 3,5 Prozent
- Sonstige: 5 Prozent (minus 0,5)
Fazit: Eigenverantwortung wird zur Pflicht
Das Baby-Paradox zeigt, wie groß die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit ist. Wer sich auf eine Umlagerente verlässt, die immer weniger Beitragszahler trägt, geht ein hohes Risiko ein. Private Vorsorge wird wichtiger. Physisches Gold und Silber können dabei als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen eine sinnvolle Ergänzung sein.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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