
Kleiner Nager, großer Schaden: Maus legt Windpark wochenlang lahm – 100.000 Euro Verlust

Ein winziges Tier hat geschafft, woran so mancher Kritiker der Energiewende gescheitert ist: den Stillstand eines kompletten Windparks. Im Kreis Siegen-Wittgenstein steht der Windpark Rothaarwind 1 seit Ende Januar still – und das vermutlich wegen einer simplen Maus. Der Schaden? Geschätzte 100.000 Euro. Ein Vorfall, der einmal mehr die Frage aufwirft, wie robust unsere vielgepriesene grüne Energieinfrastruktur tatsächlich ist.
Ein Kurzschluss mit Folgen
Das kleine Nagetier hatte sich offenbar in ein Umspannwerk in Hilchenbach verirrt, wo es einen Stromschlag erlitt und verendete. Was von dem Tier übrig blieb, ließ keine eindeutige Identifizierung mehr zu. Henning Drees vom Netzbetreiber Westnetz erklärte gegenüber dem WDR lapidar, man könne nur von einem „Kleintier" sprechen – bei den Überresten sei nicht mehr auszumachen, um welches Tier es sich genau gehandelt habe.
Die Konsequenzen dieses tierischen Eindringens sind jedoch alles andere als klein: Fünf Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von zehn Megawatt stehen seither still. Die Reparaturarbeiten werden voraussichtlich noch bis Mitte Februar andauern. Windparkbetreiber Günter Pulte aus Hilchenbach beziffert den wirtschaftlichen Schaden auf rund 100.000 Euro – eine Summe, die sich erst nach Wiederinbetriebnahme der Anlage exakt ermitteln lässt. Wer letztlich für diesen Schaden aufkommen wird, ist derzeit noch völlig unklar.
Die Achillesferse der Energiewende
Dieser Vorfall ist keineswegs ein Einzelfall. Immer wieder sorgen Tiere für erhebliche Störungen in der Energieversorgung. Besonders berüchtigt sind dabei Marder, die nicht nur Autofahrern das Leben schwer machen, sondern auch für großflächige Stromausfälle verantwortlich sein können. Erst im Februar 2025 legte ein Marder im österreichischen Brandnertal rund 760 Haushalte für eineinhalb Stunden lahm. Zur gleichen Zeit verursachte ein Artgenosse in Bad Mergentheim einen Schaden von etwa 50.000 Euro an Schaltanlagen.
Die Gründe für das destruktive Verhalten der Tiere sind vielfältig. Marder markieren ihr Revier mit Duftspuren und dulden keine gleichgeschlechtlichen Artgenossen. Um fremde Markierungen zu entfernen, beißen sie Kabel und Schläuche an. Hinzu kommt ihre ausgeprägte Neugier – sie erkunden ihre Umgebung häufig mit den Zähnen, wobei auch elektrische Leitungen ins Visier geraten.
Symbolbild für eine fragile Infrastruktur
Man mag über den Vorfall schmunzeln, doch er offenbart ein grundsätzliches Problem: Die Energiewende, die uns als Allheilmittel für Klimaschutz und Energiesicherheit verkauft wird, erweist sich in der Praxis als erstaunlich anfällig. Wenn eine einzelne Maus einen ganzen Windpark für Wochen außer Gefecht setzen kann, wie soll diese Infrastruktur dann den Herausforderungen einer modernen Industrienation standhalten?
Immerhin: Verbraucher seien von dem aktuellen Ausfall nicht betroffen, versichert Betreiber Pulte. Doch die Frage bleibt, ob die milliardenschweren Investitionen in erneuerbare Energien tatsächlich die versprochene Versorgungssicherheit liefern können – oder ob wir uns auf ein System verlassen, das buchstäblich von Mäusen und Mardern in die Knie gezwungen werden kann.
Die Energiewende mag politisch gewollt sein, doch die Natur hat offensichtlich ihre eigenen Pläne – und manchmal genügt dafür ein kleiner Nager mit großem Appetit auf Abenteuer.

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