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Kettner Edelmetalle
15.09.2026
06:54 Uhr
KI-generiert

Kohle-Comeback: Trump kassiert die Klima-Grenzwerte der USA

Kohle-Comeback: Trump kassiert die Klima-Grenzwerte der USA
Symbolbild: KI-generiert

Washington/Houston – Es ist der größte Deregulierungsschlag im US-Stromsektor seit Jahrzehnten: Die amerikanische Umweltbehörde EPA hat am Montag die Treibhausgas-Grenzwerte für Kohle- und Gaskraftwerke gestrichen. Verkündet wurde die Entscheidung mitten in Texas – beim G20-Treffen der Energieminister in Houston.

Damit ist eine der zentralen Klimaschutz-Regeln aus der Amtszeit von Joe Biden Geschichte. Und es bleibt nicht dabei: Laut EPA soll zusätzlich jede noch verbleibende Treibhausgas-Vorgabe für den Kraftwerkssektor fallen.

310 Milliarden Dollar – das Argument der Regierung

EPA-Chef Lee Zeldin (46) hatte die Rücknahme bereits im vergangenen Jahr angestoßen. Die Behörde bezifferte die Einsparungen für die Branche nach eigenen Angaben auf rund 310 Milliarden Dollar; bei der geplanten zweiten Stufe kämen weitere Hunderte Millionen an Erfüllungskosten hinzu, die entfielen.

Die Botschaft der Trump-Regierung lautet schlicht: mehr Strom, günstiger Strom. Die 2024 beschlossenen Vorschriften hätten Kohlekraftwerke praktisch gezwungen, ihr CO2 bis Ende der 2030er-Jahre abzuscheiden und unterirdisch zu speichern – oder abzuschalten.

KI frisst Strom – und die Netze knirschen

Der Hintergrund ist handfest: Der Stromhunger der USA wächst rasant. Neben Industrie und Haushalten treiben vor allem Rechenzentren für Künstliche Intelligenz die Nachfrage.

Aus der Kohlebranche hieß es dazu, die Aufhebung schütze die Zuverlässigkeit des Netzes und bewahre Verbraucher vor höheren Preisen – gerade in einer Phase explodierender Nachfrage durch Rechenzentren, KI und moderne Fertigung. Bei einer Pressekonferenz erklärte der oberste Luftreinhaltungs-Beauftragte der EPA, Amerika produziere Energie besser und sauberer als jedes andere Land, Kraftwerke dürften nicht unfair ins Visier genommen werden.

Eine Milliarde Tonnen CO2 – und der Gang vor die Gerichte

Umweltschützer sehen einen schweren Rückschritt. Die Biden-Regeln sollten die Emissionen der US-Kraftwerke bis 2047 um etwa eine Milliarde Tonnen CO2 drücken. Klagen gegen die Aufhebung gelten als sicher; Umweltverbände hatten bereits im Vorfeld angekündigt, den Rechtsweg zu gehen.

Brisant ist ein zweiter Punkt: Nach Einschätzung von mit dem Verfahren vertrauten Personen könnte der Schritt es künftigen Präsidenten erheblich erschweren, Kraftwerks-Emissionen überhaupt noch auf Bundesebene zu regulieren. Trump selbst hatte den Klimawandel als größten Schwindel bezeichnet, der der Welt jemals aufgetischt worden sei – und die USA zum zweiten Mal aus dem Pariser Abkommen geführt.

Und Deutschland? Klimaneutralität im Grundgesetz

Der Kontrast könnte kaum schärfer sein. Während Washington unter dem Slogan „Energie-Überfluss" Auflagen abräumt, hat Berlin die Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz verankert und finanziert Infrastruktur über ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen.

Für viele mittelständische Unternehmer hierzulande ist das ein bitterer Vergleich: Dort sinkende Compliance-Kosten, hier Industriestrompreise, die im internationalen Wettbewerb kaum zu stemmen sind. Kritiker der deutschen Energiepolitik warnen seit Jahren, dass Standortentscheidungen längst nicht mehr in Brüsseler Zielkatalogen, sondern an der Stromrechnung fallen.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt Houston vor allem eines: Energiepolitik ist Machtpolitik. Wer seine Versorgung teuer und ideologisch verriegelt, verliert Industrie – und am Ende Wohlstand. In einem Umfeld aus Schuldenexpansion, geopolitischen Brüchen und volatilen Energiemärkten bleiben physische Edelmetalle für viele Anleger eine nüchterne Ergänzung zur Absicherung eines breit gestreuten Vermögens.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist fĂĽr seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.

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