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Kettner Edelmetalle
02.02.2026
06:41 Uhr

Kollaps auf Rädern: Deutschland droht der Versorgungsinfarkt durch dramatischen Fahrermangel

Kollaps auf Rädern: Deutschland droht der Versorgungsinfarkt durch dramatischen Fahrermangel

Was nützen die modernsten Logistikzentren, die effizientesten Lieferketten und die ausgeklügeltsten Just-in-Time-Konzepte, wenn schlicht niemand mehr hinter dem Steuer sitzt? Die deutsche Wirtschaft steuert sehenden Auges auf eine Katastrophe zu, die sich seit Jahren ankündigt – und die von der Politik mit geradezu fahrlässiger Ignoranz behandelt wird.

70.000 leere Fahrersitze: Ein Hilferuf der Wirtschaft

Elf führende Wirtschaftsverbände, darunter der Handelsverband Deutschland, haben nun einen eindringlichen Appell an die Bundesregierung gerichtet. Die Zahlen, die sie präsentieren, sind alarmierend: Mehr als 70.000 Lkw-Fahrerstellen sind in Deutschland derzeit unbesetzt. Das ist keine abstrakte Statistik – das sind 70.000 Lastwagen, die nicht fahren, 70.000 Lieferungen, die nicht ankommen, 70.000 Glieder in der Versorgungskette, die fehlen.

Besonders pikant: Bereits Ende 2018 hatten dieselben Verbände vor drohenden Engpässen gewarnt und einen Maßnahmenkatalog vorgelegt. Damals fehlten „nur" 40.000 Fahrer. Was ist seither geschehen? Offenbar herzlich wenig, denn die Lücke hat sich nahezu verdoppelt. Man fragt sich unwillkürlich, womit sich die zuständigen Ministerien in den vergangenen Jahren eigentlich beschäftigt haben – vermutlich mit Gendersternchen in Behördenschreiben und Klimazielen für das Jahr 2045.

Die demografische Zeitbombe tickt unerbittlich

Die Ursachen des Desasters liegen auf der Hand, werden aber geflissentlich ignoriert. Rund ein Drittel aller Berufskraftfahrer in Deutschland ist älter als 55 Jahre. Jährlich scheiden zwischen 30.000 und 35.000 Fahrer altersbedingt aus dem Berufsleben aus. Dem stehen lediglich 15.000 bis 20.000 Neueinsteiger gegenüber. Ein Grundschüler könnte ausrechnen, dass diese Rechnung nicht aufgeht.

Doch warum will kaum noch jemand diesen Beruf ergreifen? Die Antwort findet sich in den Kommentaren betroffener Fahrer, die ein erschütterndes Bild zeichnen: Lohndumping, überbordende Bürokratie, Kontrollen „bis auf die Unterhose", drakonische Strafen für minimale Verstöße, ungeregelte Arbeitszeiten, die jedes Familienleben torpedieren – und als Dank winkt eine kümmerliche Pension von oft nicht mehr als 1.300 Euro.

„Der Lkw-Fahrer entwickelte sich zum meistgehassten Menschen auf der Straße, und die Regierung will mich jetzt zum Dank dafür bis zum 68. Lebensjahr arbeiten lassen!"

So beschreibt ein Fahrer mit jahrzehntelanger Erfahrung seine Situation. Wer kann es jungen Menschen verdenken, dass sie sich diesen Beruf nicht mehr antun wollen?

Ohne Lkw steht Deutschland still

Die Brisanz des Problems wird deutlich, wenn man sich die Zahlen vor Augen führt: Mehr als 70 Prozent der gesamten Güterverkehrsleistung in Deutschland werden über den Lkw abgewickelt. Fällt dieses System ins Wanken, bleiben die Folgen nicht auf Logistikunternehmen beschränkt. Produktionsstillstände, leere Supermarktregale und Versorgungsengpässe würden rasch auf Industrie, Handel und jeden einzelnen Verbraucher durchschlagen.

Die oft beschworene Verlagerung auf die Schiene entpuppt sich bei näherer Betrachtung als realitätsferne Wunschvorstellung grüner Ideologen. Viele Transporte sind schlicht zu kurz, zu flexibel oder zu zeitkritisch, um sinnvoll auf die Schiene verlagert zu werden. Hinzu kommen die bekannten Defizite der Deutschen Bahn bei Zuverlässigkeit und Kapazität – wer einmal versucht hat, pünktlich mit dem Zug anzukommen, weiß, wovon die Rede ist.

Ein globales Problem mit deutschen Besonderheiten

Dass der Fahrermangel kein rein deutsches Phänomen ist, belegen aktuelle Zahlen der International Road Transport Union. In 36 untersuchten Ländern weltweit sind rund 3,6 Millionen Lkw-Fahrerstellen unbesetzt. In manchen Ländern gaben bis zu 70 Prozent der befragten Speditionen an, erhebliche Schwierigkeiten bei der Fahrerrekrutierung zu haben.

Doch während andere Länder pragmatische Lösungen suchen, erstickt Deutschland seine Fahrer in einem Wust aus Vorschriften, Kontrollen und Sanktionen. Die Regulierungswut hat ein Ausmaß erreicht, das jeden vernünftigen Menschen abschreckt. Wenn eine Pause von 44 Minuten und 50 Sekunden als „keine Pause" gewertet wird, weil die gesetzlich vorgeschriebenen 45 Minuten um zehn Sekunden unterschritten wurden – dann hat der bürokratische Wahnsinn endgültig gesiegt.

Was muss geschehen?

Die Verbände fordern die Einrichtung einer interministeriellen Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Ressorts Verkehr, Arbeit, Inneres und Wirtschaft. Ein vernünftiger Ansatz, der allerdings voraussetzt, dass die Beteiligten auch tatsächlich handeln wollen. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre stimmen nicht gerade optimistisch.

Was Deutschland wirklich braucht, ist ein grundlegender Mentalitätswandel: Berufskraftfahrer müssen als das anerkannt werden, was sie sind – unverzichtbare Stützen unserer Volkswirtschaft. Das bedeutet faire Bezahlung, vernünftige Arbeitsbedingungen und ein Ende der bürokratischen Gängelung. Solange ein Fernfahrer kaum mehr verdient als eine Supermarktkassiererin, aber mit einem Fuß im Gefängnis steht und seine Familie nur am Wochenende sieht, wird sich an der Misere nichts ändern.

Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat große Versprechen gemacht. Hier bietet sich die Gelegenheit, zu beweisen, dass es diesmal anders wird. Die Zeit drängt – denn wenn die Lkw nicht mehr rollen, steht Deutschland still.

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