
Konsum-Schock in den USA: Einzelhandelsumsätze brechen ein – und der Wintersturm soll schuld sein
Die amerikanische Wirtschaft sendet beunruhigende Signale. Die jüngst veröffentlichten Einzelhandelsumsätze für den Monat Januar fielen derart schwach aus, dass selbst hartgesottene Marktbeobachter ins Grübeln geraten. Null Prozent Wachstum im Monatsvergleich – wo Analysten noch optimistisch ein Plus von 0,4 Prozent prognostiziert hatten. Ein Schlag ins Kontor, der Fragen aufwirft.
Die nackten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache
Nicht nur die Headline-Zahl enttäuschte auf ganzer Linie. Auch die Kernrate, die volatile Komponenten wie Automobile und Benzin herausrechnet, stagnierte bei exakt null Prozent – statt der erwarteten 0,4 Prozent. Besonders alarmierend: Die sogenannte Control Group, jener Teil der Einzelhandelsumsätze, der direkt in die Berechnung des US-Bruttoinlandsprodukts einfließt, rutschte sogar ins Minus. Mit -0,1 Prozent verfehlte sie die Prognose von +0,4 Prozent um Längen. Schlimmer noch: Der Vormonatswert wurde nachträglich von +0,4 auf magere +0,2 Prozent nach unten revidiert.
Man muss kein Volkswirt sein, um zu erkennen, dass hier etwas fundamental nicht stimmt. Wenn der amerikanische Konsument – traditionell das Rückgrat der weltgrößten Volkswirtschaft – den Geldbeutel zuschnürt, sollten sämtliche Alarmglocken schrillen.
Das Wetter als bequeme Ausrede?
Natürlich wurde sofort eine Erklärung aus dem Hut gezaubert: Ein heftiger Wintersturm, der Ende Januar weite Teile der Vereinigten Staaten heimsuchte, habe die Konsumenten vom Einkaufen abgehalten. Eine charmante Erklärung, gewiss. Doch wer sich an die vergangenen Jahre erinnert, weiß: Das Wetter dient an der Wall Street seit jeher als universelle Entschuldigung für schwache Wirtschaftsdaten. Zu kalt, zu warm, zu nass – irgendetwas findet sich immer.
Die unbequeme Wahrheit könnte eine andere sein. Unter der Präsidentschaft Donald Trumps wurden massive Zollerhöhungen eingeführt – 20 Prozent auf EU-Importe, 34 Prozent auf chinesische Waren, 25 Prozent auf Produkte aus Mexiko und Kanada. Diese protektionistischen Maßnahmen treiben die Preise nach oben und belasten die Kaufkraft der amerikanischen Verbraucher. Dass die Importpreise im selben Zeitraum mit +0,1 Prozent zwar niedriger als erwartet ausfielen, täuscht über die tatsächliche Belastung hinweg – denn die Zolleffekte werden in dieser Statistik bezeichnenderweise nicht berücksichtigt.
Stagflationsgespenst geht um
Was wir hier möglicherweise beobachten, ist das Worst-Case-Szenario für jede Notenbank: eine Wirtschaft, die gleichzeitig stagniert und unter steigendem Preisdruck leidet. Die Exportpreise stiegen mit +0,3 Prozent stärker als erwartet, während der Konsum einbricht. Das Wort Stagflation macht bereits die Runde – und es ist kein Zufall, dass die Federal Reserve in einer zunehmend verzwickten Lage steckt. Zinsen senken, um die Wirtschaft anzukurbeln? Das würde die Inflation weiter befeuern. Zinsen halten oder gar erhöhen? Das könnte den ohnehin schwächelnden Konsum vollends abwürgen.
Was bedeutet das für deutsche Anleger?
Die Märkte reagierten erstaunlich gelassen auf die desaströsen Zahlen – ein Phänomen, das nachdenklich stimmen sollte. Denn wenn schlechte Nachrichten nicht mehr zu Kursverlusten führen, ist das entweder ein Zeichen extremer Sorglosigkeit oder der stillen Hoffnung auf baldige Zinssenkungen. Beides ist gefährlich.
Für deutsche Anleger, die ohnehin unter der wirtschaftlichen Schwäche im eigenen Land leiden – man denke nur an das schuldenfinanzierte 500-Milliarden-Sondervermögen der neuen Bundesregierung, das die Inflation hierzulande weiter anheizen dürfte –, sind diese transatlantischen Verwerfungen ein zusätzlicher Grund zur Vorsicht. Wenn die größte Volkswirtschaft der Welt ins Straucheln gerät, bleibt Europa nicht verschont.
In Zeiten, in denen Papierwährungen durch politische Entscheidungen systematisch entwertet werden und die Kaufkraft der Bürger auf beiden Seiten des Atlantiks schwindet, erweisen sich physische Edelmetalle einmal mehr als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung. Gold und Silber kennen keine Revisionen nach unten, keine kreativen Wetterausreden und keine politisch motivierten Statistik-Tricks. Sie sind das, was sie seit Jahrtausenden waren: echtes Geld.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.

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