
Konto weg nach 20 Jahren: Bank serviert AfD-Abgeordneten ab!

Die Volksbank Salzburg hat dem AfD-Bundestagsabgeordneten Georg Schroeter sein Girokonto gekündigt, nach rund 20 Jahren Kundenbeziehung und ohne konkrete Begründung. Mit Schreiben vom 7. Oktober teilte das Institut dem Politiker aus Hamm mit, dass das Konto zum 4. November ende. Schroeter vermutet, dass seine Parteizugehörigkeit dahinterstecke.
Ein Einzelfall ist das nicht. Die Liste der mutmaßlich politisch motivierten Kontokündigungen wird von Jahr zu Jahr länger.
Keine Schulden, kein Minus, trotzdem raus
Eröffnet hat Schroeter das Konto nach eigener Darstellung 2006, weil er damals beruflich Aufträge in Österreich hatte. Der heute 76-Jährige ist Diplom-Ingenieur und führt seit 1994 ein eigenes Ingenieurbüro. In den Bundestag kam er 2025 überraschend über Platz 25 der nordrhein-westfälischen AfD-Landesliste.
Probleme mit dem Konto habe es in zwei Jahrzehnten nie gegeben, sagt Schroeter. Das Geld sei regelmäßig eingegangen, ins Minus sei er nie gerutscht. In dem Kündigungsschreiben habe die Bank lediglich auf ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen verwiesen. Einen inhaltlichen Grund nenne sie nicht.
Gegenüber einer Regionalzeitung aus seiner Heimat sprach der Abgeordnete von einem „heimlichen Grund“ und meinte damit seine Mitgliedschaft in der AfD. Er sagte außerdem:
„Natürlich werden sie niemals sagen, dass meine Parteizugehörigkeit ausschlaggebend für den Schritt war.“
Schroeter hat nach eigenen Angaben die österreichische FPÖ eingeschaltet. Der Fall werde „noch ein politisches Nachspiel haben“, kündigte er an. Die Bank äußerte sich nicht. Eine Sprecherin berief sich auf die gesetzliche Verschwiegenheitspflicht.
Ein Muster, das sich wiederholt
Für viele Beobachter passt der Fall in eine Reihe, die inzwischen einen eigenen Namen hat: „Debanking“. Gemeint ist, dass Banken Kunden mit unliebsamer politischer Haltung die Konten kündigen. Einige Beispiele aus den vergangenen Jahren:
- 2021: Die VR-Bank Dachau kündigte einem AfD-Ortsverband das Konto. Begründung laut Berichten: Der Umgangston der Partei passe nicht zu den genossenschaftlichen Werten der Bank.
- Sommer 2024: Die Berliner Volksbank kündigte das Spendenkonto der AfD. Zuvor hatte die Initiative „Omas gegen Rechts“ Medienberichten zufolge mehr als 33.000 Unterschriften gesammelt und das Institut damit unter Druck gesetzt.
- Ende 2025: Zwei Volksbanken in Ostwestfalen kündigten die Konten örtlicher AfD-Verbände.
Auffällig ist, dass in all diesen Fällen Genossenschaftsbanken beteiligt waren. Ausgerechnet Institute, die sich gern als bodenständig und bürgernah darstellen, ziehen sich offenbar zurück, sobald ein Kunde politisch unbequem wird.
Wo der Rechtsstaat an seine Grenzen stößt
Rechtlich ist die Lage heikel. Öffentlich-rechtliche Sparkassen sind nach gängiger Rechtsprechung an den Gleichbehandlungsgrundsatz gebunden und dürfen Kunden nicht einfach wegen ihrer Gesinnung abweisen. Private Banken und Genossenschaftsbanken können ihre Kunden dagegen grundsätzlich ordentlich kündigen, auch ohne Begründung. Eine Gesinnungsprüfung muss dafür nicht stattfinden. Belegen lässt sie sich deshalb aber auch kaum.
Darin liegt das Problem. Wenn Banken entscheiden können, wer am Zahlungsverkehr teilnehmen darf, wird ein Konto zum Druckmittel. Heute trifft es einen AfD-Abgeordneten. Doch was passiert, wenn sich der politische Wind dreht oder Kampagnen künftig andere Gruppen ins Visier nehmen? Kritiker warnen: Wer den Zugang zum Geld kontrolliert, kontrolliert auch einen Teil der Freiheit.
Unabhängigkeit hat ihren Wert
Der Fall zeigt, wie abhängig Bürger von Finanzinstituten geworden sind. Ein Konto kann gekündigt, eine Überweisung gestoppt und ein Guthaben eingefroren werden. Eine Unze Gold im eigenen Tresor kann niemand per Formbrief kündigen. Für viele Sparer ist das ein Grund, einen Teil ihres Vermögens in physischen Edelmetallen zu halten, als Ergänzung zu einem breit gestreuten Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar. Jeder Leser ist angehalten, selbst zu recherchieren, und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.
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