
Kreml-Geheimdienste terrorisieren Belgien: Der schmutzige Kampf um 180 Milliarden Euro
Was sich derzeit hinter den Kulissen der europäischen Finanzwelt abspielt, liest sich wie ein Spionagethriller aus dem Kalten Krieg. Russische Geheimdienste sollen systematisch belgische Politiker und Führungskräfte des Finanzdienstleisters Euroclear einschüchtern, um den Zugriff auf eingefrorene russische Staatsvermögen zu verhindern. Die Summe, um die es geht, ist schwindelerregend: rund 180 Milliarden Euro lagern allein bei dem belgischen Unternehmen.
Der GRU im Schatten der Brüsseler Finanzwelt
Nach Recherchen des britischen Guardian, der sich auf europäische Sicherheitskreise beruft, steckt hinter der Einschüchterungskampagne niemand Geringeres als der russische Militärgeheimdienst GRU. Die Vorstandschefin von Euroclear, Valérie Urbain, soll bereits seit längerer Zeit von Personenschützern begleitet werden. Ein bemerkenswerter Umstand für eine Managerin eines Finanzdienstleisters, der eigentlich im Hintergrund operieren sollte.
Das Unternehmen selbst hüllt sich in diplomatisches Schweigen. Man behandle mögliche Bedrohungen mit höchster Priorität und arbeite gegebenenfalls mit den zuständigen Behörden zusammen, so die knappe Stellungnahme. Zu konkreten Sicherheitsmaßnahmen äußerte man sich bezeichnenderweise nicht.
Belgiens Premier warnt vor Moskaus Vergeltung
Belgiens Premierminister Bart De Wever hat die Drohkulisse bereits öffentlich bestätigt. Moskau habe seinem Land unmissverständlich signalisiert, dass ein Zugriff auf die eingefrorenen Gelder "nicht ohne Folgen" bleiben werde. Eine bemerkenswert offene Drohung, die zeigt, wie weit der Kreml zu gehen bereit ist, um seine Vermögenswerte zu schützen.
Die belgische Regierung steht damit vor einem klassischen Dilemma: Einerseits der Druck aus Brüssel, die eingefrorenen Milliarden für die Ukraine-Unterstützung zu nutzen. Andererseits die sehr reale Gefahr, im Falle von Klagen oder russischen Gegenmaßnahmen allein haftbar gemacht zu werden. Ein kleines Land als Geisel geopolitischer Machtspiele.
Von der Leyens riskantes Spiel mit fremdem Geld
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen drängt trotz aller Bedenken weiter auf die Nutzung der russischen Vermögenswerte. Nach neuesten Berechnungen beziffert sie den Finanzbedarf der Ukraine für 2026 und 2027 auf etwa 137 Milliarden Euro. Europa solle davon zwei Drittel übernehmen – stolze 90 Milliarden Euro.
Russland spricht von "Diebstahl" und hat bereits Klagen in Milliardenhöhe gegen Euroclear angestrengt.
Doch der Widerstand wächst. Japan hat sich öffentlich gegen eine Nutzung russischer Vermögenswerte gestellt. Die Europäische Zentralbank verweigert die Garantie für einen entsprechenden EU-Kredit, da sie einen Verstoß gegen das Verbot monetärer Staatsfinanzierung befürchtet. Selbst Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bremst die ambitionierten Pläne aus Brüssel.
Ein gefährliches Präzedenzfall-Szenario
Was hier auf dem Spiel steht, geht weit über die aktuelle Krise hinaus. Sollte die EU tatsächlich auf eingefrorene Staatsvermögen zugreifen, würde dies einen Präzedenzfall schaffen, der das internationale Finanzsystem nachhaltig erschüttern könnte. Welcher Staat würde künftig noch Vermögen in westlichen Institutionen parken, wenn diese bei politischen Konflikten einfach konfisziert werden können?
Die Ironie der Geschichte: Während Brüssel über die moralische Rechtfertigung eines solchen Schrittes debattiert, zeigt Moskau mit seinen Geheimdienstoperationen, dass es selbst vor nichts zurückschreckt. Ein schmutziger Kampf um Milliarden, bei dem am Ende womöglich alle verlieren – außer den Anwälten, die sich auf jahrelange Recheitigkeiten freuen dürfen.
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