
Krieg um Hormus: Sechste Nacht US-Bomben auf Iran – und die Welt zittert um das Öl
Es ist ein Ritual des Grauens geworden. Zum sechsten Mal in Folge donnern amerikanische Kampfjets über den iranischen Nachthimmel. Das US-Zentralkommando verkündete lapidar per Kurznachricht, man habe um 14 Uhr Ortszeit erneut eine „Welle von Angriffen" gestartet, um die militärischen Fähigkeiten Teherans „weiter zu degradieren". Klingt nach sterilem Pentagon-Sprech. In Wahrheit stehen dahinter über 35 Tote und mehr als 300 Verletzte – und eine Region, die sich in einen Flächenbrand zu verwandeln droht.
„Infrastruktur gegen Infrastruktur" – die Eskalationsspirale dreht sich
Was sich hier abspielt, ist ein Pokerspiel mit dem Weltfrieden als Einsatz. US-Präsident Trump hatte gedroht, ab kommender Woche auch zivile und energiewirtschaftliche Ziele wie Brücken ins Visier zu nehmen, sollte der Iran nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren und die Kontrolle über die Straße von Hormus abgeben. Die Antwort aus Teheran ließ nicht lange auf sich warten: Oberst Ibrahim Zolfaghari vom Khatam-Al-Anbiya-Hauptquartier kündigte an, man werde „sämtliche Infrastruktur in der gesamten Region" zerstören, sollte Washington seine Drohung wahrmachen.
„Unter keinen Umständen und in keiner Weise werden wir zulassen, dass Amerika als fremde, außerregionale Macht sich in die Straße von Hormus einmischt."
Die iranische Führung bezeichnet die Meerenge als „unantastbare rote Linie". Und tatsächlich zeigt sich, dass Teheran nicht nur blufft: Nach Berichten von Reuters wurde ein Öltanker am Basra-Terminal im Irak von einer Drohne getroffen, woraufhin der Irak kurzzeitig die Ölverladung aussetzte. Kuwait meldet fortlaufend aktive Luftabwehr gegen „feindliche Drohnen", und selbst in Dubai sollen Explosionen zu hören gewesen sein – wobei die Behörden dort prompt mit „notwendigen Maßnahmen" gegen die Verbreitung von „Falschmeldungen" drohten. Ein bezeichnender Reflex: Wenn die Realität unbequem wird, greift man zur Zensur.
Die Straße von Hormus – Nadelöhr der Weltwirtschaft
Wer verstehen will, warum dieser Konflikt jeden Deutschen an der Zapfsäule und beim Blick auf die Heizkostenabrechnung treffen könnte, muss auf die Landkarte schauen. Durch die schmale Straße von Hormus fließt ein gewaltiger Teil des global gehandelten Öls. Nun aber, so vermelden Analysten des Datendienstes Kpler, hätten am Mittwoch lediglich 13 Handelsschiffe die Wasserstraße passiert. Von diesen habe ein einziges die von den USA freigegebene Sicherheitsroute entlang der omanischen Küste genutzt. Der Iran brüstet sich damit, dass ganze Heerscharen von Unternehmen und Staaten bei Teheran um eine Passage zu iranischen Bedingungen betteln würden.
Krankenhäuser im Feuer – die hässliche Fratze des Krieges
Besonders verstörend: Iranische Offizielle werfen Washington vor, ein Krebskrankenhaus im Südwesten des Landes durch schwere Luftangriffe zur Evakuierung gezwungen zu haben. Außenamtssprecher Esmaeil Baghaei sprach von einem „barbarischen Angriff" und erklärte, 211 Patienten, die sich einer Chemotherapie unterzogen hätten, seien in Sicherheit gebracht worden. Eine amerikanische Stellungnahme dazu steht aus. Ob sich die Vorwürfe bewahrheiten, lässt sich aus der Ferne kaum verifizieren – doch allein die Möglichkeit sollte jeden nachdenklich stimmen, der Krieg noch immer für ein sauberes geopolitisches Schachspiel hält.
Das ewige Spiel der Durchhalteparolen
Fast schon tragikomisch mutet die Rückkehr von Pressesprecherin Karoline Leavitt aus dem Mutterschutz an: Nach Monaten Abwesenheit lieferte sie praktisch dieselbe Iran-Erklärung ab wie vor ihrer Pause. Der Iran wolle unbedingt einen Deal, weil er „verheerende Schläge" durch das US-Militär einstecke. Man kennt diese Rhetorik aus jedem Konflikt der letzten Jahrzehnte – die andere Seite sei angeblich immer kurz vor dem Zusammenbruch. Die Wirklichkeit sieht meist anders aus.
Was das für Sparer und Anleger bedeutet
Selbst die Ökonomen wissen, wo die eigentliche Gefahr lauert. Die zentrale Herausforderung für Trump bestehe darin, einen weiteren Anstieg des Inflationsdrucks und dessen schädliche Wirkung auf die Wirtschaft zu verhindern – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Lage im Juni gerade zu bessern begonnen habe. Übersetzt heißt das: Jeder Funke am Persischen Golf kann die Ölpreise nach oben treiben, die Inflation anheizen und Ersparnisse entwerten. Während Regierungen sich in Drohgebärden ergehen und Zentralbanken die Notenpresse anwerfen, bleibt der kleine Sparer der Dumme.
In solchen Zeiten geopolitischer Verwerfungen zeigt sich einmal mehr der Wert dessen, was über Jahrtausende Bestand hatte: physisches Gold und Silber. Kein Kriegsherr, kein Notenbanker und keine Drohnenattacke kann einem Edelmetall seinen inneren Wert nehmen. Wer sein Vermögen krisenfest aufstellen will, tut gut daran, einen soliden Anteil physischer Edelmetalle als Fundament eines breit gestreuten Portfolios zu betrachten – als stille Versicherung gegen die Torheiten der Mächtigen.
Ein Krieg, der uns alle angeht
Während in Berlin die große Koalition unter Kanzler Merz mit Sondervermögen und Schuldenbergen hantiert, droht am anderen Ende der Welt ein Konflikt, der die Energieversorgung ganz Europas ins Wanken bringen könnte. Deutschland, energiepolitisch ohnehin durch jahrelange grüne Fehlentscheidungen geschwächt, wäre einem solchen Schock nahezu wehrlos ausgeliefert. Es bleibt zu hoffen, dass die Vernunft siegt – doch verlassen sollte man sich darauf besser nicht.
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