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Kettner Edelmetalle
28.05.2026
06:33 Uhr

Kriegswirtschaft 2.0: Wie der Rüstungsboom Deutschlands Industrie zum Höhenflug treibt

Kriegswirtschaft 2.0: Wie der Rüstungsboom Deutschlands Industrie zum Höhenflug treibt

Während weite Teile der deutschen Wirtschaft im Würgegriff von Energiekosten, Bürokratie und politischem Dilettantismus ächzen, kennt eine Branche derzeit nur eine Richtung: steil nach oben. Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie meldet Rekorde, wie sie das Land seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat. Doch der Grund für diesen plötzlichen Höhenflug sollte uns weniger jubeln als nachdenklich werden lassen.

62 Milliarden Euro – die nackten Zahlen einer Zeitenwende

Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) präsentiert Zahlen, die jedem Aktionär die Tränen in die Augen treiben dürften. Um stattliche 19 Prozent kletterten die Umsätze im vergangenen Jahr nach oben, auf nunmehr 62 Milliarden Euro. Die Beschäftigtenzahl erreichte mit 130.000 Mitarbeitern einen neuen Höchststand. Besonders bemerkenswert: Die militärische Luftfahrt explodierte regelrecht und legte um satte 35 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro zu. Auch die Raumfahrt verzeichnete mit einem Plus von 17 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro ein beachtliches Wachstum, während die zivile Luftfahrt mit 45 Milliarden Euro weiterhin das Rückgrat der Branche bildet.

Wenn Kanonen die Konjunktur retten

Man muss es klar aussprechen: Das Wachstum ist primär ein Produkt der geopolitischen Großwetterlage. Der Ukraine-Krieg, der eskalierende Nahost-Konflikt und eine Welt, die sich in immer kürzeren Abständen neu sortiert, treiben die Auftragsbücher an. BDLI-Präsident Michael Schöllhorn formulierte es diplomatisch: Die Branche sei "strategisch relevant – wirtschaftlich, technologisch und sicherheitspolitisch". Übersetzt heißt das: Ohne Krieg und Krisen läuft es nicht so rund.

Pikant ist dabei die Rolle der deutschen Politik. Während die Bundesregierung unter Friedrich Merz ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur durchgewunken hat und parallel die Verteidigungsausgaben massiv hochfährt, profitieren ausgerechnet jene Konzerne, deren Aktien noch vor wenigen Jahren in den Portfolios ethisch korrekter Fondsmanager als Tabu galten. Die Realität, so scheint es, ist ein erbarmungsloser Lehrmeister grüner Illusionen.

Die Schattenseite des Booms

Doch wer genauer hinschaut, erkennt die strukturellen Risiken. Fragile Lieferketten, ein gnadenloser internationaler Wettbewerb und ein eklatanter Fachkräftemangel ziehen sich wie ein roter Faden durch den Bericht. Vier Milliarden Euro investierte die Industrie in Forschung und Entwicklung – eine respektable Summe, die aber im internationalen Vergleich, insbesondere mit den USA und China, fast bescheiden wirkt. Die Exportquote von 66 Prozent zeigt zudem, wie abhängig die Branche von ausländischen Märkten ist. Bricht hier die Nachfrage weg, droht der Absturz aus großer Höhe.

Was Anleger daraus lernen sollten

Der aktuelle Rüstungsboom ist ein klassisches Beispiel für eine zyklische Sonderkonjunktur. Wer heute in Rüstungsaktien investiert, kauft auf einem Niveau, das ohne anhaltende geopolitische Spannungen kaum zu rechtfertigen wäre. Die Geschichte lehrt: Sobald sich die weltpolitische Lage entspannt – und sei es nur vorübergehend – können solche Werte ebenso rasant abstürzen, wie sie zuvor gestiegen sind. Schon der jüngste "Dämpfer für Rheinmetall", den der DAX vermerkte, zeigt, wie nervös der Markt reagiert.

In Zeiten wie diesen, in denen die politischen Risiken kaum kalkulierbar sind, der Staat sich in nie gekanntem Ausmaß verschuldet und die Inflation durch milliardenschwere Sondervermögen weiter befeuert wird, gewinnen physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Bestandteil eines breit diversifizierten Vermögens an Bedeutung. Sie sind keine Spekulation auf den nächsten Krieg, sondern eine jahrtausendealte Versicherung gegen die Fehler der Politik. Wer sein Portfolio krisenfest aufstellen möchte, sollte über eine sinnvolle Beimischung physischer Edelmetalle zur Vermögenssicherung nachdenken.

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Die in diesem Artikel dargestellten Informationen und Einschätzungen stellen ausschließlich die Meinung unserer Redaktion dar und sind keine Anlageberatung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes. Wir betreiben keine individuelle Finanz-, Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung. Jeder Leser ist verpflichtet, vor einer Anlageentscheidung selbst ausreichend zu recherchieren oder einen qualifizierten Berater zu konsultieren. Für etwaige Verluste, die durch Anlageentscheidungen auf Grundlage dieses Artikels entstehen, übernehmen wir keine Haftung.

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