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Kupfer-Alarm: El Niño und Ebola würgen das Weltangebot ab!

Kupfer-Alarm: El Niño und Ebola würgen das Weltangebot ab!
Symbolbild: KI-generiert

Der Welt geht das Kupfer aus, und zwar ausgerechnet dann, wenn sie es am dringendsten braucht. Chile, der mit Abstand größte Produzent, steuert 2026 auf seine schwächste Förderung seit mindestens zwei Jahrzehnten zu. Im Kongo wütet gleichzeitig eine Ebola-Epidemie mit mehr als 10.000 bestätigten Fällen. Damit wackeln auch die Lieferungen von Zinn, das die Industrie ebenfalls dringend braucht.

Drei Länder, ein Klumpenrisiko

Chile liefert rund 23 Prozent des weltweiten Kupfers. Dahinter folgen die Demokratische Republik Kongo und Peru. Zusammen bringen es diese drei Staaten auf fast die Hälfte der globalen Förderung. Das ist ein Klumpenrisiko, über das in Europa erstaunlich wenig gesprochen wird.

Wie ernst die Lage ist, zeigen neue Zahlen der chilenischen Kupferkommission Cochilco. Sie hat ihre Prognose kürzlich drastisch gesenkt. Statt eines Minus von 2,6 Prozent erwartet sie für 2026 nun einen Rückgang um 8,4 Prozent auf 4,94 Millionen Tonnen. Von Januar bis September flossen laut Cochilco nur 3,63 Millionen Tonnen aus chilenischen Minen, 8,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Mehr als drei Viertel des Rückgangs entfallen laut der Behörde auf die BHP-Minen Escondida und Spence sowie auf den Staatskonzern Codelco. Als Gründe nennt sie sinkende Erzgehalte, Wartungsarbeiten und Betriebsunterbrechungen. Auch für 2027 dämpft Cochilco die Erwartungen und rechnet nur noch mit 5,08 statt 5,55 Millionen Tonnen.

Wenn der Regen die Minen lahmlegt

Ein weiterer Faktor ist das Wetter. Ein sogenannter Super-El-Niño schwächt das Hochdruckgebiet, das Stürme normalerweise von Zentralchile fernhält. So ziehen mehr Regenfronten über die Bergbauregion. Bisher galt das Wetterphänomen vor allem als Gefahr für die Landwirtschaft. Nun trifft es auch die Minen.

Peru droht Ähnliches. Und selbst ohne Wetterkapriolen scheint die peruanische Förderung nach Einschätzung von Marktbeobachtern ihren Höhepunkt bereits hinter sich zu haben. Unter dem Strich zeichnet sich damit der erste jährliche Rückgang der weltweiten Kupferförderung seit 2017 ab.

Ebola im Kongo: Gefahr für Kupfer und Zinn

Im Kongo, der Nummer zwei unter den Förderländern, ist das Wetter derzeit das kleinere Problem. Das Land erlebt die am schnellsten wachsende Ebola-Epidemie seiner Geschichte. Schon im Juli hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, der Ausbruch störe Unternehmen und Verhandlungen rund um ein von den USA unterstütztes Rohstoffabkommen.

Besonders brisant: Der Kongo fördert nicht nur Kupfer, sondern auch Zinn. Beide Metalle sind für den Bau von Rechenzentren unverzichtbar. Ohne Kupferleitungen und Zinnlot läuft keine Serverfarm und kein Stromnetz.

Preise trotzen der Korrektur

Viele Industriemetalle haben in den vergangenen Monaten deutlich nachgegeben. Kupfer und Zinn notieren dagegen weiter nahe ihren Höchstständen. Analysten führen das darauf zurück, dass die Minen trotz hoher Preise nicht mehr liefern können, weil Wetter und Seuche sie bremsen. Cochilco hat seine Preisprognose für 2026 sogar auf durchschnittlich 6,18 US-Dollar je Pfund angehoben.

Und Deutschland?

Für die deutsche Industrie ist das eine Warnung. Unser Land muss seine Metallrohstoffe fast vollständig importieren. Brüssel stuft Kupfer zwar als strategischen Rohstoff ein, doch Papier allein bringt keine Tonne aus dem Boden. Für die Energiewende der Bundesregierung und den Boom bei Rechenzentren wird jedenfalls immer mehr Metall gebraucht, während das Angebot schrumpft.

Wer die Lage nüchtern betrachtet, sieht eine Welt, in der echte, physische Werte knapper werden. Physisches Gold und Silber können deshalb als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio helfen, das eigene Vermögen gegen solche Verwerfungen abzusichern.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte sich selbst informieren und trägt für seine Anlageentscheidungen allein die Verantwortung.

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