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Kettner Edelmetalle
11.08.2026
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Lausitz-Debakel: 1.000 Jobs weg – Batteriefabrik vor Baustart gestorben

Lausitz-Debakel: 1.000 Jobs weg – Batteriefabrik vor Baustart gestorben
Symbolbild: KI-generiert

Es sollte das Vorzeigeprojekt des Lausitzer Strukturwandels werden – jetzt ist es Geschichte. Am 30. Juli 2026 hat der australische Konzern Altech sein Batterieprojekt "Cerenergy" im sĂ€chsischen Teil des Industrieparks Schwarze Pumpe beendet. Bis zu 1.000 ArbeitsplĂ€tze, die einer vom Kohleausstieg gebeutelten Region Hoffnung machen sollten, existieren nur noch auf dem Papier.

Neun Monate Partnersuche – und am Ende nichts

Nach eigenen Angaben suchte Altech mehr als neun Monate lang einen finanzstarken strategischen Partner. Laut der Mitteilung des Unternehmens habe es intensive GesprÀche insbesondere mit einem global agierenden deutschen Industriekonzern gegeben, dessen Name nicht genannt wird.

Ergebnis: kein Vertrag, keine verbindliche Investition. Der Vorstand sah die Chancen auf Bau und Inbetriebnahme laut Ad-hoc-Meldung als so gering an, dass weitere laufende Kosten nicht mehr zu rechtfertigen gewesen seien.

Dabei lag die Zusage des Bundes lĂ€ngst auf dem Tisch: bis zu 46,7 Millionen Euro Förderung. Nur deckte diese Summe nach Unternehmensangaben lediglich rund 30 Prozent der erwarteten Baukosten – und war an den endgĂŒltigen Finanzierungsabschluss geknĂŒpft. FĂŒr das erste Werk kalkulierte Altech rund 156 Millionen Euro. Erst am 2. Juli war die Frist bis zum 30. September 2026 verlĂ€ngert worden.

Genehmigt, getestet – und trotzdem beerdigt

Das Projekt war technisch keineswegs ein Luftschloss. Die Umwelt- und Baugenehmigung fĂŒr eine Anlage mit 120 Megawattstunden JahreskapazitĂ€t lag vor. 2024 testeten Altech und Fraunhofer erfolgreich einen Speicherprototypen mit 60 Kilowattstunden. FĂŒr die erste Ausbaustufe waren 160 direkte Stellen eingeplant.

Die sogenannte Keramikbatterie arbeitet mit Kochsalz, Nickel und einem festen Elektrolyten – ohne Lithium, Kobalt und Graphit. Gedacht war sie als stationĂ€rer Speicher fĂŒr Stromnetze, Solar- und Windparks, nach Unternehmensangaben mit ĂŒber 15 Jahren Lebensdauer und nicht brennbar.

Wenn Fördermittel den Markt nicht ersetzen

Fraunhofer-Institutsleiter Alexander Michaelis erklĂ€rte gegenĂŒber dem rbb, das Aus sei fĂŒr sein Institut nicht ĂŒberraschend gekommen; die Finanzierung einer derart teuren Fabrik habe das Konsortium nicht stemmen können.

„Es ist wirklich tragisch, auch, glaube ich, fĂŒr den Standort in Schwarze Pumpe”

Die Patente bleiben bei Fraunhofer, die Entwicklung soll weiterlaufen. Altech kontrollierte ĂŒber eine Tochter 75 Prozent der Projektgesellschaft, Fraunhofer 25 Prozent. Die Gesellschaft wird abgewickelt, das GrundstĂŒck geht fĂŒr rund 675.000 Euro an Spreetal zurĂŒck.

Bitter: Medienberichten zufolge war es binnen vier Wochen bereits das zweite gescheiterte Altech-Vorhaben am Standort – zuvor wurde das Anodenprojekt "Silumina Anodes" zum 30. Juni 2026 beendet. Und die Lausitz steht nicht allein: Auch andernorts wurden Batteriefabriken gestoppt, von Volkswagen bis zu Projekten in Skandinavien.

Die unbequeme Lehre

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Fall das Grundproblem deutscher Industriepolitik: Subventionen mit Auflagen ersetzen kein tragfĂ€higes GeschĂ€ftsmodell. Wo Strom teuer, Genehmigungen langsam und Investoren nervös sind, hilft auch das schönste FördergerĂŒst nicht. Der Strukturwandel wird beschworen – finanziert wird er am Ende vom Steuerzahler, geliefert wird zu oft nichts.

Wer sein Vermögen gegen solche Zyklen absichern will, greift traditionell auch zu physischen Edelmetallen als Beimischung – Werte, die keine Investorensuche brauchen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Information und keine Anlageberatung. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger muss eigenverantwortlich recherchieren und entscheiden.

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