
Lufthansa am Boden: Ganztägiger Doppelstreik legt Deutschlands größte Airline lahm
Was für ein Schauspiel am deutschen Luftfahrthimmel – oder besser gesagt: am Boden. Seit den frühen Morgenstunden des Donnerstags herrscht bei der Lufthansa faktisch Stillstand. Piloten und Flugbegleiter haben gleichzeitig die Arbeit niedergelegt, ein koordinierter Doppelschlag, der Hunderttausende Reisende ins Chaos stürzt. Deutschland, einst Synonym für Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit, präsentiert sich einmal mehr als Land der organisierten Unzuverlässigkeit.
Zwei Gewerkschaften, ein Ziel: maximaler Druck
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) bestreikt seit 00:01 Uhr sämtliche Lufthansa-Flüge an allen deutschen Flughäfen. Betroffen sind sowohl die Passagierflüge der Lufthansa als auch die Frachtsparte Lufthansa Cargo. Im Kern geht es den Piloten um eine zukunftsfeste betriebliche Altersvorsorge. Arne Karstens, Sprecher der Group-Tarifkommission, formulierte es unmissverständlich: Man wolle einen Tarifvertrag, der Sicherheit und Verlässlichkeit sowohl für aktive als auch für neu eingestellte Cockpitbeschäftigte biete. Wie es nach diesem Streiktag weitergehe, ließ er bewusst offen – der Ball liege nun beim Arbeitgeber.
Parallel dazu hat die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) das Kabinenpersonal an den wichtigsten deutschen Drehkreuzen zum Ausstand gerufen. Betroffen sind Lufthansa-Abflüge von Frankfurt und München sowie Cityline-Flüge von insgesamt neun deutschen Flughäfen, darunter Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Stuttgart und Köln. Ein flächendeckender Stillstand also.
Arbeitsbedingungen im freien Fall?
Die Vorwürfe der Kabinengewerkschaft wiegen schwer. Harry Jaeger, Verhandlungsführer der Ufo, sprach von einem Management, das entschlossen sei, das Schutzniveau der Arbeitsbedingungen systematisch abzusenken. Die Lufthansa wolle eine unter massivem Investitionsstau leidende Produktivität ausgerechnet dadurch steigern, dass man den Beschäftigten eine noch schlechtere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zumute. Am Ende stehe ein „nicht einmal mehr rudimentär planbares Privatleben", so Jaeger. Man könnte meinen, hier spricht jemand über die Arbeitsbedingungen in einem Schwellenland – nicht über Deutschlands einstiges Vorzeigeunternehmen.
Besonders dramatisch stellt sich die Lage bei der Lufthansa Cityline dar. Den Kabinenbeschäftigten werde seit weit über einem Jahr regelmäßig und unmissverständlich erklärt, dass der Flugbetrieb der Cityline keine Zukunft habe. Die Flugbegleiter stünden damit „erkennbar vor dem Ende ihres Arbeitsplatzes", warnte Jaeger. Die Forderung: ein tariflicher Sozialplan, und zwar schnellstmöglich, damit die Betroffenen nicht plötzlich vor dem existenziellen Nichts stünden.
Symptom einer tieferen Krise
Dieser Streik ist mehr als nur ein gewöhnlicher Tarifkonflikt. Er ist ein Spiegelbild des Zustands, in dem sich der Wirtschaftsstandort Deutschland befindet. Ein Land, das einst für seine Infrastruktur bewundert wurde, erlebt nun an seinen Flughäfen dasselbe Siechtum, das längst Straßen, Brücken und Schienen befallen hat. Investitionsstau, wohin man blickt. Und während die Politik sich mit ideologischen Prestigeprojekten beschäftigt und ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen auf den Weg bringt, das kommende Generationen mit Schulden belastet, verfällt die reale Substanz des Landes zusehends.
Die Lufthansa, einst stolzer Nationalcarrier und Symbol deutscher Ingenieurskunst, kämpft seit Jahren mit sinkender Wettbewerbsfähigkeit. Die Pandemie hat tiefe Wunden hinterlassen, staatliche Rettungsmilliarden flossen – und dennoch scheint das Management nicht in der Lage zu sein, seinen Mitarbeitern eine tragfähige Perspektive zu bieten. Stattdessen sollen offenbar die Beschäftigten die Zeche für strategische Versäumnisse zahlen.
Für die Passagiere bleibt an diesem Donnerstag nur die bittere Erkenntnis: Wer in Deutschland fliegen will, braucht vor allem eines – Geduld. Und vielleicht einen Plan B. Denn ob dieser Streik der letzte sein wird, darf bezweifelt werden. Die Vereinigung Cockpit hat bereits durchblicken lassen, dass weitere Arbeitskampfmaßnahmen keineswegs ausgeschlossen seien, sollte die Lufthansa kein akzeptables Angebot vorlegen. Deutschland im Jahr 2026: Ein Land, in dem selbst das Fliegen zur Glückssache geworden ist.
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