
Macron jubelt über 93 Milliarden – während Deutschland im Standort-Wettbewerb abgehängt wird
Es ist ein Bild wie aus einer anderen Zeit: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, umgeben vom barocken Prunk des Schlosses von Versailles, verkündet mit theatralischer Geste den großen Coup. 93 Milliarden Euro an ausländischen Investitionszusagen will er beim Gipfel „Choose France“ eingesammelt haben. Während er in den Gärten des Sonnenkönigs glänzt, drängt sich unweigerlich eine bittere Frage auf: Warum hört man aus Berlin nichts dergleichen?
Der japanische Milliardenregen für Frankreichs Norden
Das Herzstück der Ankündigung trägt einen japanischen Namen. Die Tech-Investmentgesellschaft Softbank will nach eigenen Angaben 45 Milliarden Euro in KI-Rechenzentren im Norden Frankreichs versenken und dort eine Kapazität von satten 3,1 Gigawatt aufbauen. Langfristig, so heißt es, könnten daraus sogar 75 Milliarden Euro werden. Insgesamt 71 Projekte präsentierte Macron als Beweis dafür, dass Europa im globalen Rennen um Rechenkapazitäten gegen die USA und China aufhole.
„Das sind riesige Investitionen, ein großer Teil davon im Bereich Rechenzentren und Künstliche Intelligenz“, ließ Macron im Garten des Schlosses verlauten.
Europa biete „Stabilität“ und „klare Rahmenbedingungen“, so der Präsident weiter. Man darf an dieser Stelle innehalten und herzhaft lachen – oder weinen. Denn ausgerechnet jene Worte, die Macron für Frankreich reklamiert, wären in Deutschland blanker Hohn.
Deutsche Konzerne investieren – nur eben nicht in Deutschland
Pikant wird es, wenn man sich anschaut, wer da alles mitmischt. SAP, das Aushängeschild der deutschen Software-Industrie, will in den kommenden drei Jahren 100 Millionen Euro in eine souveräne Cloud- und KI-Infrastruktur im Großraum Paris stecken. Boehringer Ingelheim plant bis 2030 satte 500 Millionen Euro für Forschung und Produktion – ebenfalls in Frankreich.
Man lese und staune: Deutsche Vorzeigeunternehmen tragen ihr Kapital ins Nachbarland. Es ist ein Armutszeugnis für den Wirtschaftsstandort, der einst stolz das Etikett „Made in Germany“ trug. Während Macron mit niedrigeren Energiepreisen durch seine Atomkraft und einer pragmatischen Wirtschaftspolitik lockt, ertrinkt Deutschland in einem Dickicht aus Bürokratie, ideologisch getriebener Energiepolitik und explodierenden Strompreisen.
Die hausgemachte Misere
Wie konnte es so weit kommen? Jahrelang hat man hierzulande funktionierende Kernkraftwerke abgeschaltet, im Namen einer grünen Heilslehre, die mehr an Glaubensbekenntnis als an solider Ingenieurskunst erinnert. Das Ergebnis sind Energiepreise, die jedes datenhungrige Rechenzentrum zur betriebswirtschaftlichen Selbstverstümmelung machen würden. Wer baut seine KI-Infrastruktur schon dort, wo der Strom am teuersten und die Genehmigungsverfahren am quälendsten sind?
Frankreich hingegen setzt unbeirrt auf seine Atomkraft – und kassiert nun die Dividende dieser nüchternen Entscheidung. Während die neue Große Koalition unter Friedrich Merz vollmundig ein 500-Milliarden-Sondervermögen ankündigt, das letztlich nichts anderes als ein gigantischer Schuldenberg auf den Schultern künftiger Generationen sein wird, holt Macron echtes ausländisches Kapital ins Land.
Was bleibt für den deutschen Bürger?
Die Lehre aus Versailles ist unbequem: Kapital ist scheu wie ein Reh und fließt dorthin, wo es willkommen geheißen wird. Es flieht vor ideologischer Bevormundung, vor Planwirtschaft im grünen Gewand und vor einer Politik, die ihre eigenen Unternehmen mit Auflagen und Steuern erstickt. Solange Berlin nicht umsteuert, werden die Bilder aus Frankreichs Schlössern uns immer wieder vor Augen führen, was wir verspielt haben.
Wer in solch unsicheren Zeiten sein Vermögen schützen möchte, tut gut daran, nicht alles auf die Karte volatiler Technologie-Investitionen oder schuldenfinanzierter Versprechen zu setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie als krisenfester Anker dienen – unabhängig davon, in welchem Schloss gerade welcher Präsident jubelt. Eine kluge Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio kann helfen, dem Werteverfall ungedeckter Versprechen zu entgehen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier wiedergegebenen Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Informationen. Jeder Leser ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für Anlageentscheidungen sollte gegebenenfalls fachkundiger Rat eingeholt werden.

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